Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH, abgekürzt KD, steht in der Tradition der Betriebsgemeinschaft Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft für Rhein-Dampfschiffahrt, die 1853 von zwei Reedereien aus Köln und Düsseldorf gebildet wurde. Erst durch Verschmelzungsvertrag vom 16. Mai 1967 ging die 1836 gegründete Düsseldorfer in der zehn Jahre älteren Kölner Gesellschaft auf, die dabei den neuen Namen Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt Aktiengesellschaft annahm. Mit einer Flotte von dreizehn Schiffen ist die KD Marktführer für Vergnügungs- und Linienfahrten auf den Flüssen Rhein, Main und Mosel. Traditionelle Ausflugsziele sind die Attraktionen des Mittelrheins oder spezielle Veranstaltungen wie Rhein in Flammen. Seit 2022 ist die KD wieder im Flusskreuzfahrtgeschäft aktiv und bietet seit 2024 auf dem eigenen Hotelschiff KD Moment ganzjährig Eventkreuzfahrten an.
Die KD war bis zum Delisting im Juli 2017 eine der ältesten durchgehend börsennotierten Aktiengesellschaften der Welt.Börsen-Abschied für Deutschlands älteste Aktie Bericht der Tageszeitung Rheinische Post am 20. April 2017, abgerufen am 27. Mai 2017.KÖLN – DÜSSELDORFER Deutsche Rheinschiffahrt AG: Squeeze-out (Hauptversammlung) auf spruchverfahren.de, abgerufen am 15. November 2022.Amtsgericht Düsseldorf HRB 10959, Eintrag vom 31. Juli 2017.
Vorgeschichte mini|Die Concordia, das erste deutsche Dampfschiff auf dem Rhein Am 3. Oktober 1825 konstituierte sich in Köln unter der Leitung des Kaufmanns Peter Heinrich Merkens die Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrt-Gesellschaft (PRDG). Der preußische Innenminister Friedrich von Schuckmann genehmigte die Statuten der Kölner Gesellschaft am 11. Juni 1826. Schon vorher, am 24. Januar 1826, hatte die PRDG bei der Nederlandsche Stoomboot Maatschappij Fijenoord-Werft in Nieuw-Lekkerland ein Glattdeck-Dampfschiff für den kombinierten Personen- und Güterverkehr bestellt, das Mitte 1827 ausgeliefert werden sollte. Dieses Schiff war baugleich mit dem kurz zuvor von der Dampfschiffahrt-Gesellschaft für Rhein und Main (DGRM) bestellten hölzernen Raddampfer Concordia. Bei den Probefahrten stellte sich heraus, dass dieser Schiffstyp konstruktionsbedingt nicht für Fahrten auf dem Oberrhein geeignet war, sodass die DGRM der PRDG anbot, das Schiff in einer Betriebsgemeinschaft auf dem Mittelrhein zu nutzen. Am 1. Mai 1827 nahm die PRDG mit diesem Dampfer den Betrieb im Personen- und Eilgüterdienst auf der Strecke von Mainz bis Köln auf. Am 8. Juni 1827 konnte auch der zweite Dampfer, die Friedrich Wilhelm, in Dienst gestellt werden.A.F. Napp-Zinn: 100 Jahre Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt. M. Dumont Schauberg, Köln 1953 Ab 1832 soll das Unternehmen an der Kölner Börse notiert worden sein.
Am 18. Mai 1836 gründeten Mainzer, Elberfeld-Barmer und Düsseldorfer Kaufleute die Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein (DGNM) mit Sitz in Düsseldorf. Die Preußische Regierung erteilte der DGNM am 22. September 1836 die Genehmigung für den Fahrbetrieb auf dem mit der PRDG identischem Fahrgebiet zwischen Köln und Mannheim. Ab 1838 nahm die DGNM mit fünf Dampfschiffen den Betrieb auf. In den Folgejahren entbrannte zwischen den beiden Gesellschaften und einer niederländischen Reederei, der Nederlandsche Stoomboot Maatschappij, ein unerbittlicher Konkurrenzkampf. Außer von Preissenkungen und Wettfahrten zur Kundengewinnung wurde in den 1840er Jahren auch von gegenseitigen Schiffsrammungen berichtet.
Geschichte mini|Fahrplan vom 9. Juni 1853 Am 9. Juni 1853 gründeten die PRDG und die DGNM die Betriebsgemeinschaft Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft für Rhein-Dampfschiffahrt, weil die Unternehmen unter den Gegebenheiten nicht wirtschaftlich zu führen waren. Fortan betrieben die beiden weiterhin selbständigen Reedereien ihre Schiffe zwischen Rotterdam und Straßburg mit einem gemeinsamen Fahrplan. Der Vertrag wurde zunächst für eine Dauer von sechs Jahren geschlossen. Bei der unbefristeten Verlängerung dieses Vertrages am 15. April 1859 legten die Gesellschaften fest, die Strecke von Mannheim nach Straßburg nicht mehr zu bedienen, da diese durch den Bau einer Eisenbahnstrecke insbesondere im Güterverkehr nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war. Die Reedereien vereinbarten zudem, dass sie jeweils abwechselnd Schiffsneubauten zur Modernisierung der Flotte beauftragen würden. Im Jahre 1860 wurden insgesamt 1,2 Millionen Fahrgäste befördert, die beiden Reedereien besaßen jeweils 14 Dampfschiffe.
mini|Schnelldampfer Friede in Koblenz mini|links|Namensaktie über 200 Thaler der Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrt-Gesellschaft vom 28. Februar 1846 mini|Rheindampferfahrt auf der Lohengrin zum 200-jährigen Firmenjubiläum von Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz im Juli 1909 mini|Die beiden Multifunktionsschiffe RheinFantasie und RheinEnergie (heute RheinMagnie) am 5. Mai 2011 in Köln Unter Einfluss des Wettbewerbs mit der deutlich schnelleren Eisenbahn stagnierten die Fahrgastzahlen im Jahresdurchschnitt von 1861 bis 1899 bei rund einer Million, der Gütertransport hingegen verlor ständig an Bedeutung. Zu Zeiten der fortschreitenden Industrialisierung stieg der Bedarf an Erholungsfahrten auf dem Rhein, sodass 1867 mit den Schnelldampfschiffen Humboldt und Friede die beiden ersten reinen Fahrgastschiffe in Dienst gestellt wurden. Ab 1885 stellten die Reedereien jedes Jahr wechselweise ein Schiff in Dienst, sodass die Flotte bis 1914 auf 32 Schiffe vergrößert wurde. Die Fahrgastzahlen stiegen von der Jahrhundertwende bis 1913 auf über 1,9 Millionen jährlich. Am 4. August 1913 stellte die PRDG mit der Goethe den letzten Glattdeckdampfer für den kombinierten Güter- und Personenverkehr in Dienst.Georg Fischbach: Die Schiffe der Köln-Düsseldorfer 1826–2004. Eigenverlag, Marienhausen 2004, S. 102–1035
Infolge von Brennstoff- und Personalmangel musste der Linienbetrieb während des Ersten Weltkriegs eingeschränkt werden. Einige Schiffe, beispielsweise die Kronprinzessin Cecilie, wurden zu Lazarettschiffen umgebaut, diese konnten bis zu 500 Verwundete transportieren. Nach Kriegsende verboten die Französischen Alliierten den Personentransport auf dem Rhein bis zum Sommer 1919. Einige Schiffe waren als Truppentransporter eingesetzt, zusätzlich enteignete die Marine National Flottille de Rhin die Dampfer Loreley, Parcival und Rheinstein und baute sie zu Flusskanonenbooten um. Aufgrund eines Eisenbahnerstreiks übernahm die Köln-Düsseldorfer vom 11. März bis 17. Dezember 1923 die Postbeförderung auf dem Rhein zwischen Ludwigshafen und Xanten.
Am 2. Januar 1925 gründeten die PRDG und die DGNM die Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrts GmbH. In dieser Gesellschaft wurde die Verwaltung von beiden Reedereien zusammengeführt, auch wurde damit eine juristische Person geschaffen, auf die sich gemeinsamer Schiffs- oder anderer Besitz übertragen ließ. Die Kölner Betriebsstätte übernahm die logistischen Aufgaben, die kaufmännische Betreuung übernahm die Düsseldorfer Verwaltung. Die GmbH übernahm drei Schiffe der Muttergesellschaften, von denen zwei aber innerhalb desselben Jahres wieder verkauft wurden.
Durch den Konjunkturaufschwung in den „Goldenen Zwanzigern“ stieg der Bedarf an luxuriös ausgestatteten Fahrgastschiffen, so dass die Gesellschaften mehrere für den kombinierten Verkehr vorgesehenen Schiffe zu reinen Fahrgastschiffen umbauten. 1926 folgten mit den Raddampfern Rheinland und Vaterland die ersten beiden Neubauten nach dem Ersten Weltkrieg. Im gleichen Jahr beauftragten die Gesellschaften in einem Gemeinschaftsprojekt bei der Schiffswerft Christof Ruthof das erste von Dieselmotoren angetriebene Motorschiff – die Freiherr von Stein, die ab Mai 1927 eingesetzt werden konnte.
Am 30. April 1928 wurde die Nederlandsche Stoomboot Reederij (NSR) mit zehn Dampfschiffen in die Betriebsgemeinschaft aufgenommen. Durch diese Partnerschaft wurde für das Jahr 1928 mit 2,649 Millionen beförderten Passagieren ein neuer Fahrgastrekord verzeichnet. Die NSR übernahm ab 1929 die letzten vier nicht umgebauten Kombischiffe und übernahm den kompletten Gütertransport der Köln-Düsseldorfer. Im gleichen Jahr stellte die DGNM mit der Mainz den letzten für die KD gebauten Schaufelraddampfer in Dienst. Durch die Weltwirtschaftskrise fielen die Passagierzahlen bis 1933 um über 20 %, die Güterbeförderung sank um 50 %. Erst durch Fahrten für die Organisation Kraft durch Freude und andere NS-Massenorganisationen konnte diesem Abwärtstrend entgegengewirkt werden.
Im Zweiten Weltkrieg verlor die KD ihre Flotte fast vollständig; nur die Mainz blieb als einziges von 22 Schiffen aus der Vorkriegszeit fahrfähig erhalten.Köln-Düsseldorfer – eine Flotte ohne Schiffe. Artikel von Karl Josef Klöhs im Generalanzeiger Bonn vom 30. März 2005
Am 19. Mai 1946 wurde der Personenverkehr zwischen Köln und Königswinter mit zwei Schiffen wieder aufgenommen. Bis 1953 wurden 18 Schiffe instand gesetzt, darunter vierzehn Raddampfer. Am 16. Mai 1967 wurde aus der PRDG durch Verschmelzung mit der DGNM die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt Aktiengesellschaft. Im weiteren Verlauf hatte die Gesellschaft durch Konkurrenz preiswerter Auslandsreisen sowie einer Vielzahl von Freizeitparks, den Rückgang des Rheintourismus und die Zunahme der Automobilreisen mit sinkenden Fahrgastzahlen zu kämpfen und machte Verluste.
Sie bot zwischen 1960 und 1995 auch Rheinkreuzfahrten an. Europa war das erste jemals gebaute Flusskreuzfahrtschiff, weitere Schiffe folgten.
Im Dezember 1993 wurde das verlustträchtige Unternehmen von den Gesellschaftern Stadtsparkasse Düsseldorf, Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. und Henkell & Co. an die WestLB AG verkauft. Danach hatte die WestLB umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der teilweise veralteten Flotte (z. B. die originalgetreue, aufwändige Restaurierung der Goethe, die am 26. August 1996 wieder in Dienst gestellt wurde) unternommen und die KD – nach einer Aufspaltung in das Flusskreuzfahrtgeschäft und das Tagesausflugsgeschäft – im Januar 2000 an Viking River Cruises (übernahmen das Flusskreuzfahrtgeschäft) und Premicon (Tagesausflugsgeschäft) veräußert. Beiden ist es gelungen, ihre Beteiligungen in die Gewinnzone zu bringen und erfolgreich am Markt zu präsentieren.
mini|Noch als RheinEnergie mit Benedikt XVI. am 18. August während des Weltjugendtags 2005 Zu der Münchener Beteiligungs-GmbH Premicon gehörend setzte das Unternehmen verstärkt auf eine Rolle als „Schifffahrtsveranstaltungsunternehmen“. Mit dem Angebot von saisonalen Events an Bord der Schiffe wurden neue Akzente gegenüber dem reinen Ausflugsverkehr gesetzt. Schiffe wie der moderne Katamaran Rheinenergie, der größte Veranstaltungskatamaran Europas, mit seinem Atrium samt von zwei Ebenen aus einsehbarer 35 m² Bühne, begünstigten Aktivitäten im Event-Geschäftsfeld. Im Rahmen des Weltjugendtags 2005 nutzte Papst Benedikt XVI. dieses Schiff zur Pilgerfahrt auf dem Rhein.
Heute ist die KD ganzjährig im Einsatz. Die klassischen Linienfahrten auf dem Rhein finden von Ostern bis Ende Oktober statt. Dabei bedient die KD den Rheinabschnitt von Köln bis Linz (Siebengebirge) sowie das UNESCO-Welterbe Mittelrhein zwischen Koblenz und Mainz mit täglich bis zu 400 Abfahrten. In den Städten Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Cochem bietet die KD täglich mehrfach Panorama-Rundfahrten an. Ein großes Adventsprogramm an Bord der KD findet in den Rheinmetropolen Köln, Düsseldorf und Mainz statt. Sogar im Winter gibt es inzwischen Linienfahrten entlang der Loreley. Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld bildet die Vercharterung von Schiffen.