mini|Sam Altman auf der TED-Konferenz 2025rahmenlos|hochkant|zentriertUnterschrift (2024) Samuel Harris Altman (* 22. April 1985 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Investor und Softwareentwickler. Er war von 2014 bis 2019 Präsident des Gründerzentrums Y Combinator. Seit 2019 ist Altman CEO des Softwareunternehmens OpenAI. Im November 2023 wurde er überraschend entlassen, aber wenige Tage später wieder im Amt bestätigt.

Leben Kindheit Samuel Altman wurde als Ältester von vier Geschwistern – den Brüdern Jack und Max und der Schwester Annie – in eine jüdischen Familie geboren und wuchs in Clayton, einem wohlhabenden Vorort von St. Louis, Missouri, auf. Die Familie besuchte eine reformjüdische Synagoge. Seine Mutter ist Dermatologin, während sein Vater Immobilienmakler war.Sam Altman: billionaire ChatGPT creator, startup guru and prohet of the apcalypse?, El Pais, 26. Mai 2023. Abgerufen am 17. Dezember 2023. Seine jüdische Identität und das jüdische Prinzip Tikun Olam, also die Verbesserung der Welt, sieht Altman als prägend für seine Lebenseinstellung an. Seit seiner Kindheit ist Altman Vegetarier. Im Alter von acht Jahren bekam er seinen ersten Computer, einen Apple Macintosh. Mit 16 Jahren outete sich Altman als homosexuell, was im Mittleren Westen der USA nicht einfach war und dazu führte, dass er sich oft in virtuelle Chaträume flüchtete. Nachdem eine christliche Gruppe eine Versammlung zum Thema Sexualität an seiner John Burroughs School in Ladue boykottierte, wandte sich Altman an die gesamte Gemeinde und verkündete, dass er schwul sei. Als Jugendlicher wurde er in einem überwiegend schwulen Viertel von St. Louis homophob beschimpft und körperlich angegriffen.

Studium und Anfänge im Silicon Valley bei Y Combinator Nach seiner Schulzeit studierte Altman zwei Jahre Informatik an der Stanford University und brach das Studium 2005 dann zusammen mit zwei Kommilitonen ab, um Vollzeit am von ihm mitgegründeten Unternehmen Loopt, Inc. zu arbeiten, dessen Chief Executive Officer er wurde.Melchior Poppe: Der Chat-GPT-Pate Sam Altman: Wer ist der Mann, der Menschen mit Maschinen verschmelzen will? In: NZZ, 25. Januar 2023. Abgerufen am 27. Januar 2023. Während seiner Studienzeit nahm Altman regelmäßig an Pokerrunden außerhalb des Campus teil, die er später als prägend für sein Verständnis von Geschäft und Verhandlung beschrieb. Loopt gehörte zum ersten Förderjahrgang von Y Combinator, in dem auch spätere Gründer von Reddit und Twitch vertreten waren. Das Softwareunternehmen, das Apps für Android und iOS entwickelte, mit deren Hilfe Nutzer ihren Standort selektiv mit anderen Personen teilen können, verkauften er und die anderen Unternehmer schließlich 2012 für 43,4 Millionen US-Dollar an die Green Dot Corporatio Company, was allerdings eine negative Rendite für die am Unternehmen bis dato beteiligten Venture-Capital-Gesellschaften bedeutete. Laut VentureBeat besaß Loopt zum Zeitpunkt des Verkaufs weltweit lediglich 500 „täglich aktive“ Nutzer, was die Vermutung einer schadensminimierenden „Zwangsfusion“ von Loopt und Green Dot auf Anregung des beidseitigen Investors Sequoia Capital aufwarf. Altman widersprach vehement, legte jedoch entgegen der Ankündigung keinen Nachweis für die „100-mal höheren“ Nutzerzahlen vor. mini|Sam Altman, 2009 2011 wurde Altman Partner bei Y Combinator (YC), einem der bedeutendsten Gründerzentren der USA. Im April 2012, einen Monat nach dem Verkauf von Loopt, gründete er zusammen mit seinem Bruder Jack zudem Hydrazine Capital, einen kleinen Risikofonds. Er sammelte dafür 21 Millionen Dollar, darunter eine bedeutende Investition von Peter Thiel und einen Großteil der fünf Millionen Dollar, die er durch den Verkauf von Loopt verdient hatte, und investierte dann 75 Prozent des Fonds in YC-Unternehmen. Altman war dadurch in gleich zweifacher Funktion an Start-up-Accelerators, also Unternehmen oder Einrichtungen, die sehr junge Start-ups betreuen und finanziell mit Risikokapital fördern und dadurch als Beschleuniger (Accelerator) wirken, beteiligt. Im Februar 2014 wurde er von seinem Mitbegründer Paul Graham schließlich zum Präsidenten von Y Combinator ernannt. Im selben Jahr gab er bekannt, dass die Gesamtbewertung der Y-Combinator-Unternehmen 65 Milliarden US-Dollar überschritten habe, darunter befanden sich Start-ups wie Airbnb, Dropbox, Reddit, Coinbase und Stripe. Unter Altman expandierte Y Combinator von einigen Dutzend auf Hunderte geförderte Start-ups. In seiner Zeit bei YC war Sam Altman zudem acht Tage lang CEO von Reddit, nachdem CEO Yishan Wong zurückgetreten war. Am 10. Juli 2015 gab er schließlich die Rückkehr von Steve Huffman als CEO von Reddit bekannt. Im Oktober 2015 stellte Altman Y Combinator Research, ein gemeinnütziges Forschungslabor, vor und spendete 10 Millionen US-Dollar zur Finanzierung. Der Wert seines Risikofonds Hydrazine hatte sich in der Zwischenzeit in nur vier Jahren verzehnfacht, doch trotz seines Erfolgs schreckte Altman vor Risikokapital zurück und gab im September 2016 eine erweiterte Rolle als Präsident der YC-Group bekannt, zu der auch Y Combinator gehörte. Laut Altman sollte Y Combinator erweitert werden, um 1.000 neue Unternehmen pro Jahr zu unterstützen und das Spektrum der von YC finanzierten Unternehmen zu erweitern. Zugleich wollte er den durch Risikofonds erzeugten Druck auf YC-Unternehmen mindern und kündigte daher YC-Continuity an, einen 700-Millionen-Dollar-Aktienfonds, der in YC-Unternehmen investiert. Altman führte bei Y Combinator einen KI-Bot, Hal9000, ein, um Zulassungsanträge zu sichten. Das neuronale Netz des Bots trainiert sich dabei selbst, indem es frühere Bewerbungen und die Ergebnisse dieser Unternehmen bewertet. Im März 2019 kündigte er an, dass Geoff Ralston ihn als Präsident von YC ablösen werde, um sich auf OpenAI konzentrieren zu können. Beim Übergang zu OpenAI blieb seine Rolle bei Y Combinator zunächst unklar; ein Blogeintrag bezeichnete ihn 2019 vorübergehend noch als Chairman, bevor spätere Fassungen jede formale Funktion verneinten.

OpenAI Zusammen mit Greg Brockman, ehemaligem Chefentwickler von Stripe, dem Multiunternehmer Elon Musk und Ilya Sutskever, einem ehemaligen Experten von Google für Maschinenlernen, gründete Sam Altman 2015 OpenAI, Inc. In der Anfangsphase war OpenAI organisatorisch im gemeinnützigen Arm von Y Combinator angesiedelt. Altman warb frühe Mitarbeiter damit an, dass er ihnen Y-Combinator-Anteile überließ. Die Gründer beschrieben das Vorhaben wiederholt als eine Art „Manhattan-Projekt“ für Künstliche Intelligenz. Das Ziel von OpenAI bestand darin, Künstliche Intelligenz auf Open-Source-Basis in einer Non-Profit-Organisation zu entwickeln, um zu verhindern, dass ein so mächtiges Werkzeug wie KI den Interessen einzelner Geldgeber unterliege. Zu den frühen Geldgebern gehörte auch Open Philanthropy, das dem Labor 30 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellte. Laut New Yorker soll Altman 2017 ein geheimes chinesisches ‚KI‘-Großprojekt erfunden haben, um US-Geheimdienste zu täuschen und staatliche Subventionen zu erhöhen. Die 2018 formulierte OpenAI-Charta enthielt die Zusage, im Fall eines früheren Durchbruchs eines anderen sicherheitsorientierten Projekts nicht weiter zu konkurrieren, sondern dieses zu unterstützen. Ab 2019 war Altman CEO von OpenAI. Im Zuge des stark wachsenden Kapitalbedarfs wurde OpenAI 2019 in eine sogenannte capped profit-Struktur überführt, bei der eine gewinnorientierte Einheit unter Kontrolle der gemeinnützigen Mutterorganisation operierte. In der Folgezeit veröffentlichte OpenAI mehrere KI-Systeme und stellte im November 2022 schließlich den Chatbot ChatGPT vor. Die Veröffentlichung von ChatGPT löste einen weltweiten Boom aus, da erstmals jedermann mit Künstlicher Intelligenz interagieren konnte, ohne Computer-Kenntnisse besitzen zu müssen. Binnen weniger Tage nutzten mehr als 100 Millionen Menschen weltweit das Programm. Damit war ChatGPT die am schnellsten wachsende Plattform aller Zeiten. 2023 kündigte OpenAI zudem ein Superalignment-Team an, das die Kontrolle besonders leistungsfähiger künftiger KI-Systeme vorbereiten sollte. 2024 wurde dieses Team nach dem Weggang führender Sicherheitsforscher wieder aufgelöst. mini|Sam Altman am 4. Mai 2023 bei einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus mini|Sam Altman am 24. Mai 2023 zu Besuch beim britischen Premierminister Rishi Sunak in London mini|Sam Altman am 5. Juni 2023 zu Besuch beim israelischen Präsidenten Isaac Herzog in Jerusalem Durch den Erfolg von ChatGPT wurde Altman auf einen Schlag zu einer der gefragtesten und bekanntesten Personen der Welt. Im Frühsommer 2023 besuchte Altman 22 Länder und traf dabei diverse Staats- und Regierungschefs, darunter den britischen Premierminister Rishi Sunak, den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den spanischen Premierminister Pedro Sánchez, den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz, den indischen Premierminister Narendra Modi, den südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk-yeol, den israelischen Staatspräsident Isaac Herzog und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In den Gesprächen ging es vor allem um die Fähigkeiten von KI sowie deren mögliche Risiken und einen geeigneten Umgang mit diesen.

Entfernung und Wiedereinstellung als CEO von OpenAI Am 17. November 2023 gab der Vorstand von OpenAI bekannt, dass beschlossen wurde, Sam Altman und Greg Brockman als CEO bzw. aus dem Vorstand zu entfernen. In einer öffentlichen Ankündigung auf dem OpenAI-Blog wurde begründet, dass Altman „in seiner Kommunikation nicht konsequent offen gewesen sei“. Als Reaktion darauf trat Brockman von seiner Rolle als Präsident von OpenAI zurück. Im Vorfeld hatten einzelne Verwaltungsratsmitglieder umfangreiche interne Unterlagen mit Slack-Nachrichten, Personalunterlagen und Erläuterungen erhalten. Die Unterlagen enthielten Vorwürfe, Altman habe Führungskräfte und Board-Mitglieder wiederholt unzutreffend oder unvollständig informiert sowie interne Sicherheitsprozesse irreführend dargestellt. Späteren Recherchen zufolge habe dies auch eine geheime Abmachung Altmans mit Brockman und Sutskever umfasst, mit der Altman de facto ein „eigenes Schatten-Board installiert hatte, das die offizielle Corporate Governance massiv untergrub“.

Einen Tag nach Altmans Absetzung berichtete The Verge, dass er und der Vorstand in Gesprächen seien, um ihn zurückzuholen. Am 20. November gab Microsoft-CEO Satya Nadella bekannt, dass Altman zu Microsoft – das selbst mehr als zehn Milliarden Dollar in OpenAI investiert hatte – wechseln werde, um ein neues Team für fortgeschrittene KI-Forschung zu leiten. Auch die Venture-Capital-Gesellschaft Thrive setzte eine bereits vorbereitete Finanzierungsrunde vorübergehend aus und machte deren Fortsetzung von einer Rückkehr Altmans abhängig.

Zwei Tage später veröffentlichten die Mitarbeiter von OpenAI einen offenen Brief an den Vorstand, in dem sie drohten, OpenAI zu verlassen und ebenfalls zu Microsoft zu wechseln, wo allen Mitarbeitern Jobs angeboten worden waren. Später wuchs die Zahl auf über 700 von insgesamt 770 Mitarbeitern, darunter auch Ilya Sutskever. Dieser hatte sich zuvor für Altmans Entlassung eingesetzt, entschuldigte sich jedoch nun und erklärte auf X: „Ich bedaure meine Beteiligung an den Handlungen des Vorstands.“