mini|„Das 12 Uhr Blatt“ vom 22. November 1932 Das 12 Uhr Blatt (bis 1931 Neue Berliner Zeitung. Das 12 Uhr Blatt) war eine Tageszeitung in Berlin von 1919 bis 1945.

Geschichte Am 16. Januar 1919 erschien die erste Ausgabe der Neuen Berliner Zeitung. Das 12 Uhr Blatt. Sie wurde von ehemaligen Redakteuren des 8 Uhr-Abendblatts als Konkurrenz zur B.Z. am Mittag des Ullstein Verlages gegründet und erschien mittags im Straßenverkauf. Erster Eigentümer war Ludwig Nürnberg.

Die Neue Berliner Zeitung war als Boulevardblatt konzipiert, mit vielen Fotos und dicken Überschriften. Es wurde über aufregende Themen berichtet, viel über Sport und Kultur. Die Sensation der ersten Ausgabe war die Nachricht von der Ermordung der KPD-Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

1924 übernahm Walter Steinthal die Herausgeberschaft. In den folgenden Jahren entwickelte sich besonders die Kulturredaktion zu einem anspruchsvollen Niveau.

Besonders die Theater- und Filmkritiken von Walter Steinthal und Paul Marcus (Pem) wurden stark beachtet. Das Erscheinen der Zeitung wurde von der Mittagszeit immer weiter in die Morgenstunden vorverlegt, sodass die Kritiken zu Vorstellungen vom Vorabend die ersten in einer Zeitung waren und damit noch Einfluss auf spätere Autoren haben konnten.Paul Marcus: Heimweh nach dem Kurfürstendamm. Aus Berlins glanzvollsten Tagen und Nächten, Berlin 1952. (= Zwischen zwei Kriegen. Aus Berlins glanzvollsten Tagen und Nächten, Berlin 2013. S. 117 Neuauflage)

1931 übernahm der Ullstein Verlag die Zeitung. Diese wurde in Das 12 Uhr Blatt umbenannt, die Grundausrichtung blieb erhalten. In der politischen Berichterstattung wurden zuweilen auch deutliche politische Positionen bezogen, besonders gegen die Nationalsozialisten.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 mussten alle jüdischen Mitarbeiter das Das 12 Uhr Blatt verlassen. Der Verlag ging in NSDAP-Besitz über, neuer Herausgeber wurde Wilhelm Fanderl, ein Vertrauter des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels. Die Zeitung berichtete weiter über Boulevardthemen, über Sport, Kultur und NS-Prominente. 1943 wurde das ehemalige Konkurrenzblatt B.Z. am Mittag mit übernommen. Das 12 Uhr Blatt erschien bis Frühjahr 1945 als eine der letzten Zeitungen des Deutschen Verlages.

Persönlichkeiten Leiter Ludwig Nürnberg, Herausgeber 1919– Walter Steinthal, Chefredakteur 1924–1933 Wilhelm Fanderl, Chefredakteur 1934–etwa 1945

Weitere Journalisten Rolf Nürnberg, Kulturredaktion Curt Riess, Kultur Paul Marcus (Pem), Kultur, mit Theater- und Filmkritiken, 1929–1933 Bella Fromm, Sport, 1929–1933 Werner Höfer, nach 1933

Zitate Bericht über die Reeperbahn in Hamburg von 1929

Literatur Karsten Schilling: Das zerstörte Erbe. Berliner Zeitungen der Weimarer Republik im Portrait. Dissertation 2011. S. 388–399.

Weblinks Das 12 Uhr Blatt in der Zeitschriftendatenbank Titelseiten 1919–1930 in der Deutschen Digitalen Bibliothek Titelseiten 1931–1944 in der Deutschen Digitalen Bibliothek Titelblatt vom 7. November 1932 DHM

Einzelnachweise

Kategorie:Deutschsprachige Tageszeitung Kategorie:Zeitung (Berlin, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Ersterscheinen 1919 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1945 Kategorie:Zeitung (Weimarer Republik) Kategorie:Zeitung (Nationalsozialismus)