mini|Jeanne Dillschneider auf der re:publica 2026 Jeanne Marie Aline Dillschneider (* 27. Dezember 1995 in Saarlouis) ist eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist seit 2023 Vorsitzende des saarländischen Landesverbands der Grünen und seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben Dillschneider wuchs in Orscholz auf und besuchte ab 2006 das Gymnasium Saarburg, wo sie 2014 ihr Abitur erlangte. Sie studierte von 2015 bis 2021 Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes, wo sie ihr erstes Staatsexamen absolvierte. 2023 beendete sie ihr Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Saarbrücken und ist seitdem Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Datenschutzrecht und Cybersecurity.

Politik Dillschneider trat 2016 den Grünen bei. Von 2017 bis 2019 war sie Sprecherin der Grünen Jugend Saarland.Neuer Vorstand bei der Grünen Jugend Saar, Saarbrücker Zeitung vom 23. Februar 2017, abgerufen am 19. Juli 2021 Dieses Amt hatte sie von 2020 bis 2023 erneut inne.Neuer Vorstand der Grünen Jugend Saar ist weiblich, Saarbrücker Zeitung vom 28. September 2020, abgerufen am 19. Juli 2021 Von 2019 bis 2026 war sie Mitglied des Stadtrats von Saarbrücken. Außerdem war sie von 2021 bis 2025 Mitglied des Bezirksrats von Saarbrücken-Mitte.Tobias Fuchs: Ex-Landesvize Dillschneider kehrt Grünen in Saarbrücken den Rücken, Saarbrücker Zeitung vom 5. Juli 2021, abgerufen am 19. Juli 2021 2023 wurde sie zur Vorsitzenden der Saar-Grünen gewählt.

Bundestagswahl 2021 Nachdem die Kandidatur der bis dato amtierenden Landesvorsitzenden der Grünen, Tina Schöpfer, für den ersten Landeslistenplatz zur Bundestagswahl beim Landesparteitag vom 20. Juni 2021 drei Mal scheiterte, nominierte der scheidende Bundestagsabgeordnete Markus Tressel Dillschneider für die Spitzenkandidatur der Saar-Grünen. Sie trat in einer Kampfabstimmung gegen den ehemaligen Landesvorsitzenden Hubert Ulrich an, der sich gegen sie durchsetzen konnte und damit zunächst als Spitzenkandidat gesetzt war.Constanze von Bullion: "Rückfall in alte, längst überwunden geglaubte Zustände", Süddeutsche Zeitung vom 21. Juni 2021, abgerufen am 19. Juli 2021 Im Zuge des Parteitags verlor Dillschneider auch ihr Amt als stellvertretende Landesvorsitzende, das sie seit 2018 ausgeübt hatte.Daniel Kirch: Schwere Krise der saarländischen Grünen: „Ja, wir haben einen Scherbenhaufen“, Saarbrücker Zeitung vom 21. Juni 2021, abgerufen am 18. Juli 2021

Infolge der Kontroversen um die Nominierung Ulrichs traten mehrere Landesvorstandsmitglieder, darunter die beiden Landesvorsitzenden Barbara Meyer und Ralph Rouget, von ihren Ämtern zurück. Nachdem das zuständige Landesschiedsgericht der Grünen dem Landesvorstand untersagte, die am 20. Juni gewählte Landesliste bei der Landeswahlleiterin einzureichen, da nach dem Bundeswahlgesetz nicht stimmberechtigte Mitglieder an der Wahl teilgenommen hatten und gegen das parteiinterne Frauenstatut verstoßen worden war, wurde für den 17. Juli 2021 ein Sonderparteitag anberaumt. Dillschneider kündigte zunächst an, wegen einer sich abzeichnenden Kandidatur einer Vertrauten Ulrichs bei diesem Parteitag weder für einen Posten im Landesvorstand noch für einen Listenplatz zu kandidieren.Michael Thieser, Axel Wagner: Dillschneider kandidiert beim Grünen-Parteitag für kein Amt, Saarländischer Rundfunk vom 15. Juli 2021, abgerufen am 19. Juli 2021 Nach einem Urteil des Bundesschiedsgerichts der Grünen vom 16. Juli wurde den Delegierten von Ulrichs Ortsverband Saarlouis, die ein Drittel des Landesverbands repräsentieren, wegen Zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Delegiertenaufstellung das Stimmrecht entzogen. Dillschneider wurde mit 65 Prozent Zustimmung zur neuen Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl gewählt.Christoph Schmidt-Lunau: Saar-Grüne mit Spitzenfrau, Taz vom 18. Juli 2021, abgerufen am 19. Juli 2021

Wegen des Ausschlusses der Saarlouiser Delegierten vom Landesparteitag ließ der Landeswahlausschuss die Liste der Grünen in seiner Sitzung vom 30. Juli 2021 nicht zur Bundestagswahl zu.Grüne im Saarland vorerst von Bundestagswahl ausgeschlossen, Der Spiegel vom 30. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2021Hans von der Burchard: Greens and far-right AfD excluded from election ticket in two German states , Politico Europe vom 30. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2021 Der Bundeswahlausschuss bestätigte die Entscheidung des Landeswahlausschusses am 5. August 2021,Birgit Baumann: Entscheidung über Ausschluss der saarländischen Grünen bei Bundestagswahl, Der Standard vom 5. August 2021, abgerufen am 5. August 2021 sodass die Grünen erstmals in ihrer Geschichte im Saarland nicht mit der Zweitstimme wählbar waren.Daniel Kirch: Grüne im Saarland schieben sich Schwarzen Peter für Wahllisten-Desaster zu, Saarbrücker Zeitung vom 31. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2021

Bundestagswahl 2025 Zur vorgezogenen Bundestagswahl 2025 war sie erneut Spitzenkandidatin der saarländischen Grünen und Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Saarbrücken. Sie erreichte über die Landesliste ein Bundestagsmandat.

Dillschneider ist Obfrau der Grünen im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung sowie ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss. Sie ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt. Zudem ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union.

Privates Jeanne Dillschneider ist seit 2024 mit dem ehemaligen Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen und heutigen CDU-Kommunalpolitiker Julien Simons verheiratet.

Weblinks Jeanne Dillschneider auf bundestag.de

Jeanne Dillschneider auf der Website von Bündnis 90/Die Grünen Saarland Jeanne Dillschneider auf der Website der Grünen Stadtratsfraktion Saarbrücken

Einzelnachweise

Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Saarland) Kategorie:Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saarland Kategorie:Kommunalpolitiker (Regionalverband Saarbrücken) Kategorie:Absolvent der Universität des Saarlandes Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1995 Kategorie:Frau