La buona figliuola oder La Cecchina (moderne Schreibweise: La buona figliola, deutscher Titel: Das gute Mädchen) ist eine Opera buffa (Originalbezeichnung: „Dramma giocoso“) in drei Akten von Niccolò Piccinni (Musik) mit einem Libretto von Carlo Goldoni nach Samuel Richardsons Roman Pamela, or Virtue Rewarded. Sie wurde am 6. Februar 1760 im Teatro delle Dame in Rom uraufgeführt und erfreute sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts größter Beliebtheit in ganz Europa.

Handlung

Kurzfassung

Erster Akt. Die junge Cecchina ist als Findelkind bei der Marchesa Lucinda und deren Bruder, dem Marchese, aufgewachsen und arbeitet dort jetzt als Gärtnerin. Der Bauer Mengotto umwirbt sie vergeblich, da Cecchina in den Marchese verliebt ist. Diese Liebe wird erwidert. Komplikationen gibt es jedoch durch die Eifersüchteleien und Intrigen der Bäuerin Sandrina und des Zimmermädchens Paoluccia. Sandrina informiert den Verlobten ihrer Herrin, den Cavaliere Armidoro, über die unstandesgemäße Affäre seines künftigen Schwagers mit der Gärtnerin. Armidoro kann dies nicht akzeptieren. Falls die beiden tatsächlich heiraten sollten, müsste er mit Rücksicht auf die Familienehre seine Verlobung mit der Marchesa lösen. Diese entlässt Cecchina daraufhin unter einem Vorwand. Der Marchese setzt sich zwar für seine Geliebte ein, kann jedoch nichts ausrichten. Als Cecchina sich traurig von ihren vermeintlichen Freundinnen Sandrina und Paoluccia verabschieden will, spielen die beiden Mengotto und den Marchese gegeneinander aus, sodass sich beide von ihr abwenden.

Zweiter Akt. Cecchina soll im Auftrag Armidoros von einer Gruppe bewaffneter Männer in die Stadt gebracht werden. Mengotto verhindert dies mit Hilfe einiger Jäger. Er kann seinen Erfolg aber nicht genießen, da der Marchese eingreift und Cecchina auf sein Gut zurückführt. Mengotto will sich nun in seiner Verzweiflung selbst töten. Glücklicherweise erscheint ein deutscher Kürassier namens Tagliaferro, der ihm dies mit der Aussicht auf einen sinnvolleren Tod im Krieg ausredet. Tagliaferro ist im Auftrag seines Obristen in der Gegend, um nach dessen Tochter zu suchen, die als Kind während eines früheren Feldzugs zurückgelassen werden musste. Es stellt sich heraus, dass es sich um Cecchina handelt, die somit adliger Abstammung ist. Der Marchese führt Tagliaferro zu der im Garten schlafenden Cecchina und lässt die beiden für einen Augenblick allein. Sandrina und Paoluccia sehen, wie Cecchina im Schlaf ihre Arme in Richtung Tagliaferros öffnet. Als der Marchese zurückkehrt, versuchen sie ihm einzureden, die beiden hätten ein Verhältnis.

Dritter Akt. Der Marchese erzählt seiner Schwester und Armidoro von seiner baldigen Hochzeit mit einer deutschen Baronin. Die Freude der beiden wird jedoch getrübt durch die Nachricht Sandrinas, dass der Marchese eine Heirat mit Cecchina plane. Sandrina teilt dies auch Mengotto mit und erinnert ihn an ihre unveränderte Liebe zu ihm. Der Marchese neckt Cecchina damit, dass er eine Adlige heiraten wolle. Er klärt dies aber schnell auf und erzählt ihr von ihrer Herkunft. Anschließend legt er den anderen Beweise für Cecchinas Identität vor. Er kann sie nun ohne weitere Konflikte heiraten. Mengotto entscheidet sich für Sandrina, und alle feiern.

Erster Akt

Lieblicher Garten mit verschiedenen Blumen und Blick auf den Palast des Marchese

Szene 1. Die Gärtnerin Cecchina genießt die Natur im morgendlichen Garten (Arie Cecchina: „Che piacer, che bel diletto“).

Szene 2. Der Bauer Mengotto macht Cecchina den Hof und weist dabei besonders auf seine Redlichkeit hin (Strophe Mengotto: „Quel che d’amore si chiama il fiore“). Cecchina antwortet ausweichend, dass Treueschwüre im Allgemeinen schnell vergessen seien (Rezitativ und Strophe Cecchina: „Eh, Mengotto, Mengotto“ – „Ogni amatore“). Mehr als schwesterliche Freundschaft kann sie ihm nicht bieten. Das reicht Mengotto nicht aus (Arie Mengotto: „Non comoda all’amante“).

Szene 3. Der Grund für Cecchinas Zurückhaltung ist ihre heimliche Liebe zum Marchese, dem sie deshalb aus dem Weg gehen will, als er in den Garten kommt. Er hält sie jedoch auf und gesteht ihr seine Liebe. Das Gespräch wird durch das Nahen der Bäuerin Sandrina unterbrochen, und Cecchina läuft davon.

Szene 4. Der Marchese glaubt, dass Cecchina seine Liebe erwidert.

Szene 5. Sandrina trägt schwer an zwei Fruchtkörben (Strophe Sandrina: „Poverina, tutto il dì“). Der Marchese sucht ihre Unterstützung bei seiner Werbung um Cecchina, da er weiß, dass die beiden befreundet sind. Sandrina glaubt zunächst, er wolle um sie selbst werben. Daher ist sie enttäuscht, als er Cecchinas Namen nennt. Dennoch bittet er sie, in seinem Namen mit ihr zu sprechen (Arie Marchese: „È pur bella la Cecchina!“).

Szene 6. Der Cavaliere Armidoro trifft auf dem Weg zu seiner Verlobten, der Marchesa Lucinda, auf Sandrina, die ihm sogleich boshaft das unpassende Verhältnis Cecchinas mit dem Marchese andeutet (Arie Sandrina: „Sono una giovane“).

Szene 7. Armidoro denkt über seine eigene Beziehung zur Marchesa nach. Ihm ist neben der Liebe auch die Ehre sehr wichtig (Arie Armidoro: „Della sposa il bel sembiante“).

Ebenerdige Zimmer am Garten

Szene 8. Das Zimmermädchen Paoluccia meldet der Marchesa die Ankunft des Cavaliere.

Szene 9. Armidoro erzählt der Marchesa von der Verbindung ihres Bruders mit dem Bauernmädchen. Er erklärt, dass er auf die Ehre seiner Familie achten und sich trotz aller Liebe von ihr trennen müsse, falls der Marchese Cecchina tatsächlich heiraten sollte.

Szene 10. Die Marchesa ist äußerst empört über diese Nachricht. Sie lässt Cecchina kommen, um sie zur Rede zu stellen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen (Arie Paoluccia: „Che superbia maledetta“).

Szene 11. Die Marchesa teilt Cecchina mit, dass sie von nun an für ihre Schwester Aspasia arbeiten müsse. Sie soll das Haus sofort verlassen und darf sich nicht einmal von dem Marchese verabschieden. Cecchina bricht in Tränen aus.

Szene 12. Da erscheint der Marchese und will den Grund für ihre Verzweiflung erfahren. Seine Schwester fragt ihn direkt, ob er Cecchina heiraten wolle. Er antwortet zunächst ausweichend. Cecchina zeigt ihre ganze Not und Einsamkeit in einer Arie („Una povera ragazza“).

Szene 13. Der Marchese erklärt seiner Schwester, dass er keine Rücksicht auf sie nehmen werde.

Szene 14. Die Marchesa will sich an ihrem Bruder rächen (Arie Marchesa: „Furie di donna irata“).

Wäldchen mit Blick auf die Landschaft

Szene 15. Paoluccia und Sandrina lästern über Cecchina. Sie halten sie für ein Flittchen, das mit allen Männern des Dorfes anbändele. Sandrina ärgert es vor allem, dass sie ihr Mengotto abspenstig gemacht habe.

Szene 16. Cecchina verabschiedet sich von den beiden, die sie noch immer für Freundinnen hält (Quintett, Finale I: „Vo cercando, e non ritrovo“). Mengotto will sie zum Bleiben überreden. Als ihm aber Sandrina und Paoluccia von ihrem Verhältnis mit dem Marchese erzählen, gibt er sie auf. Kurz darauf erscheint der Marchese, dem gegenüber die beiden Mädchen behaupten, Cecchina sei die Geliebte Mengottos. Der Marchese verstößt sie daraufhin enttäuscht.

Zweiter Akt

Wald in der Nähe der Villa

Szene 1. Den Marchese reuen seine harten Worte zu Cecchina bereits. Er hat sich auf die Suche nach ihr begeben (Arie Marchese: „Dov’è Cecchina, oh ciel?“).

Szene 2. Armidoro befiehlt einer Gruppe bewaffneter Männer, Cecchina in die Stadt zu bringen, und zieht sich zurück.

Szene 3. Cecchina will wissen, wohin sie geführt wird.

Szene 4. Mengotto erkennt die Situation und bittet eine Gruppe vorbeikommender Jäger, die Entführer zu vertreiben. Diese fliehen. Dabei verliert einer von ihnen sein Schwert.

Szene 5. Cecchina dankt ihren Rettern. Sie ist bereit, sich von Mengotto, in seine Hütte bringen zu lassen. Da erscheint der Marchese, ergreift ihre Hand und läuft mit ihr davon.

Szene 6. Verzweifelt will sich Mengotto in das zurückgelassene Schwert stürzen (Rezitativ mit Violinen und Arie Mengotto: „Ah, povero Mengotto“ – „Ah, Cecchina… il tuo Mengotto…“). Der deutsche Kürassier Tagliaferro verhindert dies. Er überredet Mengotto, sein Leben stattdessen der Armee zu widmen (Arie Tagliaferro: „Star trompette, star tampurri“).

Ebenerdige Loggien

Szene 7. Armidoro versichert der Marchesa, dass Cecchina endgültig fort sei, und versichert ihr seine Liebe (Arie Armidoro: „Cara, s’è ver ch’io v’ami“).

Szene 8. Sandrina und Paoluccia berichten den beiden von Cecchinas Rückkehr in Gesellschaft des Marchese (Duett: „Per il buco della chiave“).

Szene 9. Die Marchesa hofft, dass Armidoro ihr weiterhin die Treue hält (Arie Marchesa: „So che fedel m’adora“).

Szene 10. Der Marchese warnt die beunruhigte Cecchina vor dem Zorn seiner Schwester. Er versucht, sie zu beruhigen, und verspricht ihr die Ehe. Cecchina fühlt sich dennoch unsicher (Arie Cecchina: „Alla larga, alla larga, signore“). Sie zieht sich zurück.

Szene 11. Tagliaferro informiert sich beim Marchese über Cecchinas Herkunft. Er sucht im Auftrag seines Obristen nach dessen Tochter Mariandel, die bei einem früheren Feldzug in dieser Gegend zurückgelassen werden musste. Der Marchese ahnt, dass es sich um Cecchina handelt, die er damals als Findelkind in sein Haus aufgenommen hatte. Tagliaferro bestätigt, dass sie ein Muttermal auf der Brust hat. Der Marchese schwärmt ihm von Cecchinas großer Schönheit vor (Arie Marchese: „Vederete una figliola“).

Abgelegener Ort mit Bäumen

Szene 12. Cecchina versucht, ihren Seelenfrieden wiederzufinden. Sie sehnt sich nach ihrer echten Familie, von der sie nichts weiß (Rezitativ und Arie Cecchina: „Almen fra queste piante“ – „Vieni, il mio seno“) und schläft ein.

Szene 13. Der Marchese führt Tagliaferro zu der schlafenden Cecchina und lässt die beiden für einen Moment allein, um Vorbereitungen für die Hochzeit zu treffen.

Szene 14. Tagliaferro hört, wie Cecchina im Schlaf von ihrem Vater spricht. Sie öffnet die Arme, um diesen an ihr Herz zu schließen. Tagliaferro nähert sich ihr.

Szene 15. Sandrina und Paoluccia beobachten die Szene und sprechen Tagliaferro an. Cecchina erwacht. Die beiden Mädchen necken sie mit ihrem vermeintlichen Rendezvous im Garten (Quintett, Finale II: „Sì, signora, di lassù“). Cecchina weiß natürlich von nichts. Der Marchese lässt sich nach seiner Rückkehr durch die fortgesetzten Lügen der Mädchen nicht beirren.

Dritter Akt

Ebenerdige Zimmer am Garten

Szene 1. Paoluccia erzählt Armidoro und der Marchesa von Cecchinas angeblichem Stelldichein mit dem Soldaten – ein Beweis für die notorische Untreue der Männer.

Szene 2. Der Marchese teilt seiner Schwester und Armidoro mit, dass er bald eine Baronin, die Tochter eines deutschen Hauptmanns, heiraten werde. Außerdem habe er bereits einen Ersatz für Cecchina gefunden, die nicht mehr als Gärtnerin in seinem Haus arbeiten werde.

Szene 3. Armidoro und die Marchesa jubilieren über diese Nachricht (Arie Armidoro: „Chi più di me contento“).

Szene 4. Die Freude der Marchesa wird getrübt, als Sandrina ihr mitteilt, dass ihr Bruder bereits seine Hochzeit mit Cecchina vorbereite. Sie fühlt sich betrogen (Arie Marchesa: „Sento che il cor mi dice“).

Szene 5. Auch Mengotto ist verwirrt über die widersprüchlichen Gerüchte. Sandrina versichert ihm, dass es sich bei der Braut des Marchese um Cecchina handle. Sie tröstet Mengotto damit, dass sie selbst ihn noch immer liebe (Arie Sandrina: „Son tenera di pasta“).

Szene 6. Mengotto glaubt, dass er über den Verlust Cecchinas hinwegkommen wird (Arie Mengotto: „Vedo la bianca“).

Szene 7. Der Marchese und Tagliaferro freuen sich auf den Zeitpunkt, an dem sie Cecchina über ihre Herkunft aufklären können (Arie Tagliaferro: „Ah, comme tutte je consolar“).

Szene 8. Der Marchese neckt Cecchina damit, dass er bald eine wunderschöne deutsche Baronin namens Marianna heiraten werde. Ihren Schrecken darüber nimmt er aber schnell durch die Offenbarung, dass sie selbst diejenige sei, und erzählt ihr die Geschichte ihrer Herkunft (Duett: „La baronessa amabile“).