Johann Gottfried Hoyer, ab 1784 von Hoyer (* 1726 in Dresden; † 28. März 1802 ebenda) war ein kursächsischer Generalleutnant sowie langjähriger Direktor der sächsischen Artillerieschule. Im Jahr 1784 wurde er vom Kaiser in den Reichsadelsstand erhoben.
Leben Herkunft Er war der Sohn des kurfürstlich-sächsischen Hofjägers Gottfried Hoyer und dessen Ehefrau Johanna Sophie Schramm. Der preußische Generalmajor Johann Gottfried von Hoyer (1767–1848) war sein Neffe.
Werdegang Er trat 1743 freiwillig als Unteroffizier in das sächsische Artilleriekorps ein. Dort wurde er 1746 zum Stückjunker, 1762 zum Hauptmann und 1771 zum Major befördert. Nachdem er den Prinzen des kurfürstlichen Hauses Unterricht in der Artillerierwissenschaft erteilt hatte, wurde er im Jahre 1772 zum Direktor der 1766 gegründeten Artillerieschule. In dieser Position wurde er 1777 zum Oberstleutnant, 1784 zum Obersten und 1792 zum Generalmajor befördert. Nachdem er bereits 1784 in den Adelstand erhoben worden war, wurde er 1793 zum Oberzeugmeister befördert. Er trat 1799 als Direktor und Generalleutnant zurückAllgemeine Literatur-Zeitung, Band 1, S. 501. und starb 1802.Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte, S. 734.
Hoyer hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der sächsischen Artillerie. Als Schuldirektor war er um eine Verbindung von theoretischem und praktischen Unterricht bemüht. Außerdem führte er zahlreiche Veränderungen beim Material ein, dabei wurde er vom späteren Hauptmann Friedrich Wilhelm Raabe unterstützt. Durch Hoyer wurden die 4-Pfund-Granaten und die 4-Pfünder-Artillerie eingeführt, außerdem die Richtschraube bei Mörsern, wo man zuvor einen einfachen Holzkeil verwendete.
1775 schrieb er zur Einführung der Granatstücke:Handbuch der Erfindungen, Band 5, S. 320.
1780 erfolgte die Einführung von Protzenkästen und 4-rädigen Munitionswagen. Außerdem wurde die Feldbatterien in zwei Linien reorganisiert. Dazu erhielten die Brigaden 3 Batterien, dazu kam eine zusätzliche Reservebatterie mit 4 Batterien zur freien Disposition. Viele weitere Ideen von Hoyer wurden nicht umgesetzt, da er im Gegensatz zum Kommandeur der Feldartillerie, dem General Freiherr Johann Friedrich von Hiller (1723–1803) stand.
Familie Hoyer heiratete am 9. September 1761 in Dresden Eleonora Christiane von Langen (1736–1794). Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter: Johann Gottfried (1766–1812), Major der Artillerie Karl Gottfried (1770–1825), Kapitän der Kavallerie (Stammvater der österreichischen und russischen Linie) ⚭ 1799 Marie Katharine Karoline Riedel (1775–1813) ⚭ 1819 Johanna Gottliebe Juliane von Uechtritz (1783–1832) Gustav Gottfried (1772–1821), Oberst der ArtillerieMilitär-Wochenblatt, Band 6, S. 1944. ⚭ 1797 Karoline von Schönberg (1776–1833)
Literatur Hanns Eggert Willibald von der Lühe: Militair-Conversations-Lexikon, Band 3, S. 793f
Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1910, S. 331f
Einzelnachweise
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