Camilla Kallab, bürgerlich Kamilla Maria Kallab (* 22. Dezember 1906 in Brüx, Böhmen; † 3. September 1967 in Berlin-Charlottenburg),Standesamt Berlin-Charlottenburg, Sterbeurkunde Nr. 2808 vom 5. September 1967 (Landesarchiv Berlin) war eine österreichische, später deutsche Opernsängerin der Stimmlage Alt.
Leben und Werk Camilla Kallab studierte an der Musikhochschule Frankfurt am Main und in Berlin, debütierte 1930 am Badischen Staatstheater Karlsruhe und war von 1930 bis 1934 an der Staatsoper Dresden verpflichtet. Bei den Münchner Opernfestspielen des Jahres 1932 erregte sie als Adriano in Wagners Rienzi Aufsehen. In Dresden sang sie 1933 die Adelaide in der Uraufführung von Arabella von Richard Strauss. Sie gastierte 1934 in Amsterdam, am Teatro Colón in Buenos Aires sowie in der Walküre an der Oper in Rio de Janeiro. Von 1934 bis 1944 war sie am Opernhaus Leipzig engagiert. Dort war sie an zwei Uraufführungen beteiligt – am 12. Mai 1941 in Winfried Zilligs Windsbraut und am 1. November 1942 in Franz Petyreks Garten des Paradieses. Das Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper verzeichnet bislangStand Juli 2021 nur zwei Auftritte der Künstlerin, am 19. September 1938 als Fricka im Rheingold und am 22. Mai 1946 als Carmen. Während des Zweiten Weltkriegs sang sie bei den Bayreuther Festspielen (Waltraute und erste Norn im Ring des Nibelungen und Magdalene in den Meistersingern von Nürnberg) sowie ein Carmen-Gastspiel 1944 an der Wiener Volksoper.
Von 1946 bis 1949 war Kallab am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert, ab 1949 an der Komischen Oper Berlin. 1946 war sie in Graz zu sehen und zu hören. Gastspiele führten sie nach Berlin, Brüssel und Amsterdam sowie an das Teatro de São Carlos von Lissabon.
Kallab blieb unverheiratet. Sie starb im Alter von 60 Jahren in einem Berliner Krankenhaus.
Zu ihrem Repertoire zählten Ortrud im Lohengrin und Kundry im Parsifal, die Eboli in Verdis Don Carlos und die Amneris in Aida, Octavian im Rosenkavalier, Amme in der Frau ohne Schatten, Herodias in der Salome und Klytämnestra in Elektra sowie der Silla in Pfitzners Palestrina. An der Komischen Oper Berlin übernahm sie überwiegend Charakterrollen, die Marcellina in Figaros Hochzeit, die Berta im Barbier von Sevilla, die Agnes in der Verkauften Braut, die Försterin im Schlauen Füchslein oder die Zita in Gianni Schicchi.
Parallel zu ihren Bühnenauftritten war sie Konzertsolistin. Sie sang beispielsweise unter Leitung von Fritz Busch, Wilhelm Furtwängler und Richard Strauss.
Tondokumente Während ihrer Karriere stand die Sängerin nicht in einem Schallplattenstudio. Es wurden aber Mitschnitte mit ihr von den Bayreuther Festspielen 1942 und 1943 veröffentlicht. Götterdämmerung, aufgenommen am 21. Juli 1942, mit Set Svanholm, Martha Fuchs und Kallab als Waltraute und Erste Norn, Dirigent Karl Elmendorff (Preiser Records 90164, Wien 1993). Und vom Festspielsommer 1943 die Meistersinger von Nürnberg in zwei verschiedenen Besetzungen, in beiden sang sie die Magdalene. Ihre Partner waren Paul Schöffler, Ludwig Suthaus, Erich Kunz, Friedrich Dalberg, Erich Witte und Hilde Scheppan, Dirigent Hermann Abendroth vom 16. Juli 1943 (Preiser Records 90174, Wien 1993) bzw. Jaro Prohaska, Josef Greindl, Eugen Fuchs, Max Lorenz, Erich Zimmermann und Maria Müller unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler, aufgenommen zwischen dem 15. und 24. Juli 1943 (Electrola-LP von 1976, mehrere CD-Veröffentlichungen).
Literatur Kallab, Camilla. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände). S. 2310 f
Weblinks
Isoldes Liebestod, Kurzbiographie mir drei Porträts und fünf Rollenbildern
Anmerkungen, Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Alt Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Frau