miniatur|Sterne der Satire – Walk of Fame des Kabaretts Nr. 21 Eckart Hachfeld Eckart Hachfeld (* 9. Oktober 1910 in Mörchingen, Lothringen; † 5. November 1994 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarett- und Liedtexter, Satiriker sowie Drehbuchautor. Er schrieb die Drehbücher für zahlreiche deutsche Filmkomödien der 1950er- und 1960er-Jahre und die langjährige satirische Wochenkolumne Amadeus geht durchs Land. Außerdem ist er der Textdichter mehrerer Songs von Udo Jürgens, darunter Aber bitte mit Sahne.

Leben und Werk Eckart Hachfeld war ein Sohn des Offiziers Willibald Hachfeld und seiner Frau Anna, geb. Schwarzwäller aus Obliwitz (Pommern). Sein Geburtsort Mörchingen (französisch Morhange) in Lothringen gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Deutschen Reich. Er besuchte das Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim und studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg (wo er Mitglied des Corps Rhenania Heidelberg wurde), Leipzig und Kiel. Nach dem Referendarexamen (1934) und der Promotion zum Dr. jur. (Marburg 1935) arbeitete Hachfeld als Volontär und Anzeigen- und Werbeleiter beim Verlag Julius Waldkirch sowie als Direktionssekretär bei den Chemischen Fabriken Knoll AG, beide in Ludwigshafen am Rhein. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Offizier. In der britischen Kriegsgefangenschaft gründete er eine Kabarett-Truppe namens Waschbrettl.Claudia Karner: Eckart Hachfeld im Porträt, Deutsche Songtexte schreiben lernen und schreiben lassen, 31. Oktober 2016.

Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft ließ sich Hachfeld mit seiner Familie 1946 als freier Schriftsteller zunächst in Hamburg, 1952 in Berlin und später in Tutzing nieder, bis er 1973 nach Berlin zurückkehrte. Er arbeitete hauptsächlich als Texter für das Kabarett, unter anderem für die Bonbonnière in Hamburg, die Stachelschweine in Berlin und die Mausefalle in Stuttgart. Er war Hausautor des Düsseldorfer Kom(m)ödchens.

Unter dem Titel Amadeus geht durchs Land veröffentlichte er ab 1954 eine wöchentliche Zeitsatire in Reimform in der Welt. Wegen Einflussnahmeversuchen der Zeitungsredaktion auf seine Texte wechselte Hachfeld mit seiner Glosse 1964 zum Magazin Stern, wo sie – nach einem gerichtlichen Streit um die Rechte am Titel Amadeus geht durchs LandAmadeus: Nur noch unter »A...«, in: Der Spiegel, Nr. 43/1964, 20. Oktober 1964. – bis 1990 erschien. Insgesamt hatte die Kolumne über 2000 Ausgaben, die auch in Buchform gesammelt veröffentlicht wurden. Er schrieb Drehbücher für Filme mit Heinz Rühmann, Heinz Erhardt und Willy Millowitsch. Als Songtexter wurde er besonders mit seinen Liedern für Udo Jürgens bekannt. Sein bekanntester Titel ist Aber bitte mit Sahne, den Udo Jürgens 1976 aufnahm.

Hachfeld war mit Erika Levin aus Erfurt verheiratet. Der älteste Sohn Eckart (Künstlername Volker Ludwig) wurde als Dramatiker und Leiter des Berliner Grips-Theaters bekannt, der zweite Sohn Rainer Hachfeld arbeitete als Karikaturist und der dritte Sohn Tilman war evangelisch-reformierter Theologe und bis zu seinem Ruhestand Pfarrer an der Französischen Kirche in Berlin (Hugenottengemeinde).

Eckart Hachfelds künstlerischer Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin. Ihm ist ein Stern auf dem Walk of Fame des Kabaretts gewidmet. mini|Grab Eckart Hachfelds auf dem Böhmischen Gottesacker Rixdorf

Werk Drehbücher 1953: Per Saldo mortale (TV) 1955: Wenn der Vater mit dem Sohne 1956: Ein Mann muß nicht immer schön sein 1957: Jede Nacht in einem anderen Bett 1957: Kindermädchen für Papa gesucht 1957: Das einfache Mädchen 1957: Heute blau und morgen blau 1958: Ihr 106. Geburtstag 1958: Der Maulkorb 1958: Der Pauker 1959: Hier bin ich – hier bleib ich 1959: Was eine Frau im Frühling träumt 1959: Nicht zu ernst nehmen (TV) 1959: Menschen, Lire, Vollpensionen – Ein Urlaubskabarett ohne Paß und Visum (TV) 1959: Erledigt – Papierkorb (Eine 10-Jahres-Bilanz mit kleinen Fehlern) (TV) 1960: Kein Engel ist so rein 1960: Ich zähle täglich meine Sorgen 1960: Marina 1960: Der letzte Fußgänger 1961: Der Hochtourist 1962: Dicke Luft 1962: Kohlhiesels Töchter 1965: … und sowas muß um 8 ins Bett 1965: Prost Wahlzeit (TV) 1965: Die eigenen vier Wände (TV) 1965: So gut wie morgen ging es uns nie (TV) 1967: Liebling, Kurven schneidet man... (TV) 1967: Nachtgespenster (TV) 1969: Auch schon im alten Rom (TV) 1970: Was ist denn bloß mit Willi los? 1972–1976: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Serie) 1974: Gift-Affäre (TV) 1977: Wilhelm Busch – Die Trickfilm-Parade: Max und Moritz und andere Streiche

Liedtexte Lieder für Udo Jürgens:

Lieb Vaterland (1970) Zeig mir den Platz an der Sonne (1971) Bruder warum hilfst du mir nicht (1971) Du allein (1971) Wie nennt man das Gefühl (1972, mit Walter Brandin) Geschieden (1974) Tante Emma (1976, mit Wolfgang Spahr) Aber bitte mit Sahne (1976) Verlangt ihr nicht zuviel (1976) Wärst du nicht du (1977) Deine besten Jahre (1977) Als die Musik erklang Auf der Straße der Vergessenheit Der Zirkus darf nicht sterben

Sonstiges Der Struwwelpeter neu frisiert. Scherz Verlag für Rütten + Loening, München/Bern/Wien 1969 (gemeinsam mit seinem Sohn Rainer Hachfeld)

Literatur Florian Hoffmann: „Aber bitte mit Sahne!“. Der Autor und Liedtexter Eckart Hachfeld Rhenaniae Heidelberg wurde vor 100 Jahren geboren. In: CORPS 4/2010 Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 469.

Weblinks

Deutsches Kabarettarchiv (PDF; 55 kB) Akademie der Künste

Eckart-Hachfeld-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Einzelnachweise

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