mini|Tamara Makarowa in Utschitel (1939)

Tamara Fjodorowna Makarowa (; * in Sankt Petersburg; † 19. Januar 1997 in Moskau) war eine sowjetische Film-Schauspielerin und Schauspiellehrerin.

Leben und Leistungen Makarowa war die Tochter eines Militärarztes, der kurz nach der Oktoberrevolution starb. Zur Familie gehörten außerdem ein jüngerer Bruder und eine Schwester.

Bereits während ihrer Schulzeit nahm Makarowa Ballettstunden. 1924 bewarb sich die junge Frau beim Schauspielstudio von Nikolai Foregger, wo sie auch Sergei Gerassimow kennenlernte, bei dem sie studierte und der ihr Ehemann wurde. Das Paar lebte anfangs in bescheidenen Verhältnissen. Auf dessen Anraten besuchte Makarowa die Leningrader Hochschule für darstellende Kunst.Biografie Makarowas auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 9. Juli 2021

1927 gab sie ihr Filmdebüt in der von Lensowkino produzierten Komödie , einer Adaption von Weniamin Kawerins Erzählung , in der ihr Mann die Hauptrolle spielte. In der Komödie (, 1934) trat sie erstmals als Hauptdarstellerin in Erscheinung, zugleich war es ihr ersterFilmografie Makarowas auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 10. Juli 2021 von 16 Filmen unter der Regie Gerassimows. Zwei Jahre später folgte mit dessen Werk Makarowas Durchbruch als Schauspielerin.

Nach dem Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges bat das Ehepaar um einen Einsatz in der Heimatverteidigung. Makarowa erhielt zunächst die Stelle einer Ausbilderin in der politischen Frontverwaltung, ehe sie in der neurochirurgischen Abteilung eines Krankenhauses Dienst tat. 1943 wurden beide nach Taschkent evakuiert, wo sie der KPdSU beitraten und Makarowas Neffen Artur adoptierten. Leibliche Kinder hatte das Paar nicht.

Die erste Filmrolle nach dem Krieg spielte Makarowa als Herrin des Kupferberges in Alexander Ptuschkos Die steinerne Blume (1946). Aufgrund ihres Auftritts in dem preisgekrönten Werk wurde ihr die Titelrolle in einer ausländischen Adaption von Anna Karenina angeboten, die sie jedoch ablehnte.

Seit 1945 war Makarowa auch als Lehrerin am Staatlichen All-Unions-Institut für Kinematographie beschäftigt und leitete dort mit ihrem Ehemann das Studio für Schauspiel und Regie. 1968 wurde sie in den Rang einer Professorin erhoben und wirkte bis in die 1980er Jahre hinein als Pädagogin. Zu ihren Schülern zählten namhafte Darsteller und Filmschaffende wie Ljudmila Gurtschenko, Natalja Belochwostikowa, Sergei Bondartschuk, Inna Makarowa, Tatjana Liosnowa und Nikolai Gubenko.Nachruf anlässlich ihres 100. Geburtstages auf tvkultura.ru (russisch), abgerufen am 10. Juli 2021 Ab den 1960er Jahren trat die dunkelhaarige Mimin daher nur noch selten vor die Kamera, spielte jedoch weiterhin exponierte Rollen. Letztmals war sie 1984 in der sowjetisch-tschechoslowakischen Koproduktion als Sofja Tolstaja zu sehen. Gerassimow, zugleich Regisseur des Films, gab die Titelfigur. Makarowa spielte im Laufe ihrer Karriere auch unter bekannten Filmemachern wie Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg, Iossif Cheifiz, Alexander Sarchi und Micheil Tschiaureli.

Zusammen mit ihrem Ehemann schrieb sie außerdem die Drehbücher zu Tatjana Liosnowas (, 1956) und Gerassimows Sozialdrama Menschen und Tiere (1962).

Makarowa starb 89-jährig in Moskau und wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.

Ehrungen Tatjana Makarowa war Trägerin folgender Auszeichnungen:

Sie wurde bereits Anfang der 1980er Jahre in einer Dokumentation porträtiert, 2006 folgte ein ihr gewidmeter Beitrag der Fernsehreihe .

Filmografie (Auswahl) 1929: Das neue Babylon (Nowy Wawilon) 1933: Der Deserteur (Desertir) 1938: Stadt der Jugend – Komsomolsk (Komsomolsk) 1941: Maskerade (Maskarad) 1946: Die steinerne Blume (Kamenny zwetok) 1946: Der Schwur (Pitsi) 1948: Ihr großer Tag (Perwoklassniza) 1948: Die junge Garde (Molodaja gwardija) 1948: Der wahre Mensch (Powest o nastojaschtschem tscheloweke) 1949: Und wieder zusammen (Tri wstretschi) 1952: Aus dem Tagebuch einer Ärztin (Selski wratsch) 1956: Weg der Wahrheit (Doroga prawdi) 1962: Menschen und Tiere (Ljudi i sweri) – auch Drehbuch 1967: Журналист (Schurnalist) 1973: Den Menschen lieben (Ljubit tscheloweka) 1975: Töchter und Mütter (Dotschki-materi) 1980: Peters Jugend (Junost Petra)

Weblinks

Foto des Grabes auf moscow-tombs.ru

Einzelnachweise

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