Die Streitkräfte Ruandas (; kurz: RDF, , , ) sind das Militär der Republik Ruanda.
Geschichte Im Jahr 1960 wurde die Nationalgarde gegründet, welche noch stark von der belgischen Kolonialmacht abhängig war und vorwiegend aus Soldaten der Hutu bestand. Schon ein Jahr vorher hatte Belgien begonnen, eine geringe Anzahl an ruandischen Kämpfern auszubilden, um rasch eine Stärke von 1300 Soldaten zu erreichen. Nach der Unabhängigkeit im Jahre 1962 bestand die Garde aus 950 Soldaten, welche größtenteils von belgischen Offizieren geführt wurden. Die erste Kampferfahrung sammelte die Einheit ein Jahr später, als Tutsi versuchten, die Kontrolle über Ruanda zu erhalten. Im Jahr 1969 bestand die Armee aus insgesamt 3700 Soldaten, wovon 1200 Angehörige auf die Nationalpolizei entfielen.
Völkermord
Nach dem Abschuss des Präsidentenflugzeugs in Ruanda am 6. April 1994 töteten Angehörige der Hutu in etwa 100 Tagen mehr als 800.000 Menschen. Ein großer Teil der Täter kamen von den Streitkräften. Nachdem die von Tutsi beherrschte, oppositionelle Ruandische Patriotische Front (RPF) im Juli 1994 die Macht über Ruanda übernommen hatte, endete der Genozid und viele Delinquenten flohen in die Nachbarländer. Dies gab der künftigen Regierung, welche von der RPF gebildet wurde, den Grund, des Öfteren in den Nachbarstaat Kongo einzufallen (siehe Kongokrieg). Der militärische Arm der RPF wurde in Rwanda Defence Force umbenannt und bildete somit die neue Streitkraft des Landes.
Kontroversen Zeugen berichteten, dass bei Rekrutierungen oft Benachteiligungen auftreten. Chancen auf einen Offiziersposten haben meistens nur junge Tutsi und in den Reihen der Garde und den Spezialeinheiten findet man ebenfalls größtenteils aus Uganda stammende Tutsi. Hutu haben meistens nur die Möglichkeit, einfache Soldaten zu werden. Wenn nicht genug Rekruten gefunden wurden, wurden Männer verhaftet, und gezwungen in die Streitkräfte einzutreten. Auch von Kindersoldaten wurde des Öfteren berichtet.
Heer Das Heer von Ruanda () verfügt über 32.000 Soldaten und wird von Generalleutnant Mubarakh Muganga geführt.
Organisation Die RLF gliedert sich in folgende Bestandteile:
Kampfverbände Kampfunterstützung Kampfdienstunterstützung Spezialeinheiten Militärschulen
Ausrüstung Die RDF verfügt über folgende Ausrüstung:
Fahrzeuge + Typ Herkunft Funktion Version Anzahl Anmerkungen T-54T-55 KampfpanzerBergepanzer24+ Die Modifikation als Bergepanzer wurde berichtet Tiran Kampfpanzer Tiran-510 Panhard AML Spähpanzer AML-60AML-90ca. 90 Véhicule Blindé Léger Spähpanzer16 BMP Schützenpanzer Ratel Schützenpanzer Ratel-23Ratel-60Ratel-9013+2015 BTR Mannschaftstransporter Panhard VCR Mannschaftstransporter WZ551 Mannschaftstransporter20 berichtet RG-31 MRAP Nyala40 Otokar Cobra Mehrzweckfahrzeug76 zum Teil bewaffnet mit chinesischen HJ-9A Raketenwerfern
Artillerie + Typ Herkunft Kaliber Funktion Anzahl CS/SH1 122 mm Selbstfahrlafette6 SH3 122 mm Selbstfahrlafette6 ATMOS 2000 155 mm Selbstfahrlafette5 105 mm Haubitze D-30 122 mm Haubitze6 Typ-54 152 mm Haubitze29 RM-70 122 mm Raketenwerfer5 LAR-160 160 mm Raketenwerfer5 Des Weiteren verfügt die RDF über 115 Mörsern, 9K32 Strela-2 MANPADS und ungefähr 150 weiteren Flugabwehrwaffen.
Luftstreitkräfte mini|180x180px|Kokarde der ruandischen Luftstreitkräfte Die Luftstreitkräfte der Republik Ruanda (Force Aérienne Rwandaise, ) haben eine Personalstärke von ungefähr 1.000 Angehörigen und werden vom Generalleutnant Jean-Jacques Mupenzi geleitet.
Ausrüstung mini|Ruandischer Mil Mi-17 Die Luftstreitkräfte verfügen über folgende Flugzeug- und Hubschraubertypen: SpezifikationHerkunftFunktionVersionAktivBestelltTransportflugzeuge Cessna 208 Transportflugzeug2 Diamond DA42 Verbindungsflugzeug2Hubschrauber Mil Mi-8 Mehrzweckhubschrauber Mi-1712 Mil Mi-24 Kampfhubschrauber5 Aérospatiale SA 342 Mehrzweckhubschrauber3
Einsätze Die ruandischen Streitkräfte beteiligen sich mit zwei Infanteriebataillon und einen Feldlazarett (2.148 Soldaten) an der MINUSCA. Des Weiteren hat die Regierung weitere 2.642 Soldaten unter der UNMISS und 3 Wehrdienstleistende aufgrund der UNISFA im Ausland stationiert. Am 9. Juli 2021 gab die Regierung bekannt, dass die RDF 1.000 Angehörige nach Mosambik entsendet, um dort islamistische Gruppen zu bekämpfen. Laut dem International Institute for Strategic Studies hat Ruanda mittlerweile 1.500 Soldaten in Mosambik stationiert.
Weblinks
Offizielle Internetseite der RDF
Einzelnachweise
Kategorie:Streitkräfte Streitkrafte Kategorie:Gegründet 1960