Walberngrün ist ein Gemeindeteil des Marktes Grafengehaig im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Der Ort liegt in der Gemarkung Walberngrün. Zum Gemeindeteil Walberngrün zählt der Wohnplatz Loh.

Geografie Das aus drei Siedlungen bestehende Dorf liegt auf einem Höhenzug des Frankenwaldes. Das Walberngrüner Bächlein entspringt ein wenig östlich der Siedlungen und durchfließt das Ortsgebiet in Ost-West-Richtung. Am nordöstlichen Ortsrand liegt ein Sportplatz mit dazu gehörendem Sportheim.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 742. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße KU 26 (1 km östlich) bzw. an Hüttenbach vorbei nach Weißenstein (2 km südlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Gösmes zur Staatsstraße 2195 (1,1 km nordöstlich).

Geschichte Der an der Grenze des ehemaligen markgräflich-bayreuthischen Amtes Schauenstein gelegene Ort wurde früher auch „Walpotengrune“ genannt. Dieser Ortsname erinnert an das Ministerialengeschlecht der Walpoten und deren Rodungstätigkeit, die der Urbarmachung des Landes dienten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Walberngrün aus 24 Anwesen. Das Hochgericht übte das Burggericht Guttenberg aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Marktschorgast auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Burggericht Guttenberg. Grundherren waren das Burggericht Guttenberg (1 Hof, 8 Halbhöfe, 4 Viertelhöfe, 6 Tropfhäuser) und das Rittergut Guttenberg-Schlößlein (2 Güter, 2 Halbgüter, 1 Haus).

1810 kam Walberngrün zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Eppenreuth zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Walberngrün, zu der Hetzenhof, Hintererb, Hüttenbach und Mesethmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. Von 1819 bis 1848 übernahm das Herrschaftsgericht Guttenberg weitestgehend die Befugnisse, die das Landgericht hatte. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und 1853 an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Walberngrün zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,780 km². Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Walberngrün in Grafengehaig eingegliedert.

Ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 5: Eingeschossiges, verputzt massives Halbwalmdachhaus, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.K.-L. Lippert: Landkreis Stadtsteinach, S. 114. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 6: Eingeschossiges, verputzt massives Halbwalmdachhaus (ehemals Wohnstallhaus), erste Hälfte des 19. Jahrhunderts; zwei Türrahmungen mit Scheitelstein. Haus Nr. 8: Am erneuerten Satteldachhaus profilierte Sandsteintürrahmung mit Scheitelstein, bezeichnet „1797“.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Walberngrün Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 204 302 326 307 325 352 346 354 363 363 305 332 294 250 274 242 239 215 211 276 249 231 203 190HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 38 41 39 38 41 38 40 Quelle

Ort Walberngrün Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 204 258 272 280 241 197 215 168 169 133Häuser 28 33 31 33 31 33 45Quelle

Religion Walberngrün ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Zum Heiligen Geist (Grafengehaig), die Katholiken zur Pfarrei St. Jakobus der Ältere (Enchenreuth).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Grafengehaig) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971