Bei den bayerischen AB Bay 64 bzw. B Bay 64 handelt es sich um zweiachsige Abteilwagen für den Einsatz in Personenzügen nach den Blättern 48 bzw. 96 aus dem Wagenstandsverzeichnis (WV) für die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen vom 31. März 1913 (weitere Angaben siehe untenstehende Liste), welche ursprünglich von den Königlich privilegierten Bayerischen Ostbahnen (B.O.B.) beschafft wurden.

Geschichte Für die Personenbeförderung auf den von ihr betriebenen Linien beschaffte die B.O.B. in den Jahren zwischen 1856 (erstes Geschäftsjahr) und 1875 (letztes Geschäftsjahr und Übernahme durch die K.B.E.) ca. 100siehe die Wagenverzeichnisse der B.O.B. von 1872 und 1875 Wagen der Gattung A.B. Von diesen wurden 1876 noch insgesamt 91 Stück von der K.B.Sts.B übernommensiehe Konrad, Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II, Seite 11 und in ihren Wagenpark ebenfalls als Gattung AB eingereiht.

Beschaffung Als zweite Serie von Personenwagen der Gattung AB wurden in den Jahren 1864 und 1865siehe Angaben in den Wagenverzeichnissen zu dem Wagentyp insgesamt fünfzehn ungebremste Wagen beschafft. Der Stückpreis der Wagen lag bei 4.385 Mark, Lieferant war die Fa. Eisengießerei Klett & Comp.siehe handschriftlicher Vermerk auf der Seite 25 des B.O.B.-Wagenverzeichnisses von 1875

Verbleib Im amtlichen Bestandsverzeichnis der K.B.Sts.B. von 1897 fehlte bereits ein Wagen (#426) und im Verzeichnis von 1913 waren nur noch zwei Wagen (#425 und 432) als Gattung A.B. verzeichnet unter der Blatt-Nr. 48. Für weitere neun Wagen erfolgte der Umbau zu Wagen der Gattung B unter Beibehaltung der Aufteilung. Auf Grund des Alters der Wagen und weil im amtlichen Verzeichnis der Reichsbahn von 1930 keine Wagen dieses Typs mehr verzeichnet sind, ist davon auszugehen, dass sie bis zu diesem Termin ausgemustert waren.

Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war bis auf die äußeren Längsträger komplett aus Holz aufgebaut. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen nach VDEV. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen in der Lieferversion Stangenpuffer der B.O.B.-Bauart mit einer Einbaulänge von 555 mm und 360 mm für die Pufferteller.

Laufwerk Die Wagen hatten aus Blechen und Winkeln genietete Achshalter der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper des bayerischen Typs 23 mit einem Durchmesser von 1.024 mm. Die jeweils 1.764 Millimeter langen Tragfedern hatten je sieben Blätter mit einem Querschnitt von 96 × 13 Millimeter. Alle Wagen der Lieferversion waren ohne Bremseinrichtungen. Beginnend mit dem Verzeichnis von 1897 wird dann für alle Wagen der Einbau von Leitungen für durchgehende Druckluftbremsen nachgewiesen.

Wagenkasten Der Rahmen des Wagenkastens bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Die Wände waren außen mit Blechen und innen mit Holz verkleidet. Die Blechstöße waren mit Holzleisten verkleidet. Die Stirnwände waren gerade, die Seitenwände ab der Höhe der Griffstangen für die Laufbretter leicht nach unten eingezogen. Das flache Tonnendach ragte nur geringfügig über die Seitenwände hinaus. Das Halbcoupeè der ersten Klasse war als Betard-Coupeèder Wagenkasten war an der Stirnseite ähnlich einer Kutsche gebaut mit einem besonderen Fußraum ausgebildet.

Ausstattung Insgesamt hatten die Wagen 3 ½ Abteile. Das Halbabteil und ein weiteres Abteil waren mit dreisitzigen Polsterbänken der Ersten Klasse zugeordnet. Die beiden übrigen Abteile hatten viersitzige, gepolsterte Sofas für die Zweite Klasse.

Beleuchtet wurden die Wagen in der Lieferversion mit Öl-Lampen. Ab dem Verzeichnis von 1897 wird für alle Wagen (siehe untenstehende Auflistung) eine Gasbeleuchtung nachgewiesen. Der für das Leuchtgas benötigte Gasbehälter von 520 Liter war in Längsrichtung mittig unter dem Untergestell aufgehängt. Ebenfalls ab dem Verzeichnis von 1897 ist für alle Wagen eine Dampfheizung eingetragen. Zur Belüftung gab es Lamellenlüfter über den Abteiltüren. Das Halbabteil hatte auch an der Stirnseite Fenster.

Skizzen, Musterblätter, Fotos

Wagennummern Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche (mit Direktionsangaben) Fahrwerk / Ausstattung / Zusatzinfos(siehe jeweilige Legende)Bau-jahrHer- stellerAnz.B.O.B.bis1872B.O.B.ab1872KBEab1876KBEab1884KBEab1893KBEab1894KBEab1907DR(ab 1923)Ausge-mustertAnz.Ach-sen Brem-sen Bl. Hz. Art u. Anz. Abteile(Sitze) Mil. Bemer-kung Blatt-Nr.aus WV vonGattung31872A.B.151875A.B.241879P.I./II.331891P.I./II.Plan1893A.B.411897A.B.961913B.B Bay 64fiktive Bezeichnung gemäß den Gattungskonventionen, da sehr wahrscheinlich nie ein Wagen zur Deutschen Reichsbahn kamA1.2.3.OMRadstand für alle Wagen 4.370 Millimeter1864Klett5315117 79017 790418418<19132(Ll)Öl(G)(D)1 ½(9)2(16)25325217 79117 791419419419<1920335317 79217 792420420420<1920345417 79317 793421421421<1920355517 79417 794422422422<1920365617 79517 795423423423<19201865Klett7375717 79617 796424<19132(Ll)Öl(G)(D)1 ½(9)2(16)25395917 79817 798426<1897406017 79917 799427427427<1920416117 80017 800428428428<1920426217 80117 801429429429<1920436317 80217 802430430<1913446417 80317 803431431431<1920 Blatt-Nr.aus WV vonGattung31872A.B.151875A.B.241879P.I./II.331891P.I./II.Plan1893A.B.411897A.B.481913AB.AB Bay 64A1.2.3.OMRadstand für alle Wagen 4.370 Millimeter1865Klett2385817 79717 797425425425<19202(Ll)Öl(G)(D)1 ½(9)2(16)25456517 80417 804432432432<1920

Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 48 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913 Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 96 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913

Literatur

Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Ostbahnen)