Die Abendpost war eine Tageszeitung aus Weimar und erschien vom 19. März 1946 bis zum 31. März 1951.

Geschichte Am 19. März 1946 erschien die erste Ausgabe der Abendpost (Lizenz 34 der SMAD),Vgl. Barbara Baerns: Deutsch-deutsche Gedächtnislücken: Zur Medienforschung über die Besatzungszeit. In: Rolf Geserick & Arnulf Kutsch (Hg.): Publizistik und Journalismus in der DDR. Acht Beiträge zum Gedenken an Elisabeth Löckenhof. K. G. Saur, München u. a. 1988, S. 62. es existierten eine Ausgabe für Weimar (A), eine für Erfurt (B) und eine weitere für Restthüringen (C).Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 7 bzw. S. 113. Herausgeber war Carl-Herbert Kramer (geb. 1907)Vgl. Jürgen John: Die »Ära-Paul« in Thüringen 1945 bis 1947. Möglichkeiten und Grenzen landespolitischen Handelns in der frühen SBZ. Teilband 2. Böhlau-Verlag, Wien/Köln 2023, S. 1658. bzw. der von ihm gegründete Abendpost Verlag als Einzelunternehmung, der später zur Abendpost GmbH Weimar umfirmiert wurde.Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 7. Einer der ersten Mitarbeiter war der Bildjournalist und Bildredakteur Ernst Schäfer, erster Chefredakteur war Erich Anspach, der unter dem Pseudonym »Lynkeus« schriebVgl. Jürgen John: Die »Ära-Paul« in Thüringen 1945 bis 1947. Möglichkeiten und Grenzen landespolitischen Handelns in der frühen SBZ. Teilband 2. Böhlau-Verlag, Wien/Köln 2023, S. 1106, Fn. 277 bzw. S. 1218, Fn. 124.. Ab dem 14. Juli 1947 fungierte Walther Griepernau als Chefredakteur und ab dem 9. Oktober 1948 auch als Lizenzträger.Vgl. Barbara Baerns: Deutsch-deutsche Gedächtnislücken: Zur Medienforschung über die Besatzungszeit. In: Rolf Geserick & Arnulf Kutsch (Hg.): Publizistik und Journalismus in der DDR. Acht Beiträge zum Gedenken an Elisabeth Löckenhof. K. G. Saur, München u. a. 1988, S. 62. Im Interview vom 4. März 1997 zählt Ernst Schäfer folgende Personen als Mitarbeiter der Abendpost auf : „C. H. Kramer, Herausgaber; Walter Griepernau, Chefredakteur; Dr. Rudolf Röhr, Ghostwriter von Kramer; Richard oder Paul Kühn; Günther Deicke, Kulturredakteur; Arnd Römhild,Vgl. Gabriele Baumgartner: Arnd Römhild. In: Gabriele Baumgartner/Dieter Hebig (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR 1945-1990 (Bd. 2). K. G. Saur, München 1997, S. 730. Informationsredakteur; Willy Lohfelder; Dr. Helga Bährecke, Kulturredakteuerin; Herybert Baum, Wirtschaftsredakteur; A. von Heinemann; Dr. Anspach; Erich Brandt, Sportredakteur; Christa-Marie Gräter, Chefsekretärin; Frau Sternbeck, Sekretärin; Frau Fuchs, Sekretärin.“Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 132.

Die Zeitung war eine der wenigen scheinbar unabhängigen Periodika in der Sowjetischen Besatzungszone, die offiziell keiner Organisation oder Partei angehörte. Zwei Drittel der Anteile der Verlags-GmbH befanden sich jedoch treuhänderisch über die Strohmänner Heinz Leitel und Conrad Wallmüller (Kommunist, NS-Widerstandskämpfer)Gertrud Glondajewski & Heinz Schumann:·Die Neubauer-Poser-Gruppe: Dokumente und Materialien des illegalen antifaschistischen Kampfes (Thüringen 1939 bis 1945). Dietz-Verlag, Berlin 1957, S. 57. im Besitz der SED.Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 31f. Das Blatt erschien seit dem 18. November 1946 sechsmal wöchentlich.Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 113. Zur Auflagenhöhe existieren unterschiedliche Angaben: 35.000 Exemplare im Jahr 1946,Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 23. etwa ein Jahr später sollen es ca. 120.000 gewesen sein.Vgl. Stefan Matysiak: Die Entwicklung der ostdeutschen Tagespresse nach 1945. Bruch oder Übergang? Georg-August-Universität Göttingen (Diss.), Göttingen 2004, S. 295. Für das Jahr 1951 gibt Arnd Römhild an, dass von 44.000 Exemplaren 12.500 in Weimar, 23.000 in Erfurt, 800 in Apolda, 600 in Jena, 500 in Bad Berka und 400 in Gera vertrieben wurden.Vgl. Arnd Römhild: Zur Rolle und Funktion überparteilicher Tageszeitungen in der Periode der antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung auf dem heutigen Territorium der DDR, untersucht am Beispiel der Weimarer »Abendpost«. Karl-Marx-Universität Leipzig (Dissertation, Journalistik), Leipzig 1969, Anm. 68, Anhang, S. 17. Die Abendpost war u. a. Stifterin des Radrennens Rund um Belvedere (1948).

Am 31. März 1951 erschien die letzte Ausgabe.Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 105. Die Thüringer Neuesten Nachrichten, die erstmals am 30. April/1. Mai 1951 als Regionalzeitung der National-Demokratischen Partei Deutschlands in Thüringen herausgegeben wurden, waren in weitgehender personeller, zeitungsgestalterischer und örtlicher Kontinuität das Nachfolgeblatt der Abendpost: Mitbegründer der Thüringer Neuesten Nachrichten war der ehemalige Abendpost-Informationsredakteur Arnd Römhild, Layout, Rubriken und Blattaufteilung entsprachen der Abendpost, die Anschrift »Weimar, Goetheplatz 9a« war die Redaktionsadresse beider Zeitungen.Vgl. Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, S. 102 bzw. 103.

Literatur Matthias Weidner: Die Weimarer Abendpost (1946–1951). Fallstudien zur Thüringer Presselandschaft. Kocks + Reimann, Leipzig 2012, ISBN 978-1-4776-0839-5. Arnd Römhild: Zur Rolle und Funktion überparteilicher Tageszeitungen in der Periode der antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung auf dem heutigen Territorium der DDR, untersucht am Beispiel der Weimarer »Abendpost«. Karl-Marx-Universität Leipzig (Dissertation, Journalistik), Leipzig 1969. Wilfried Geißler: Rolle und Funktion der nichtparteigebundenen demokratischen Presse beim Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, nachgewiesen am Berliner »Nacht-Expreß« und der Weimarer »Abendpost« in den Jahren 1945/1946. Karl-Marx-Universität Leipzig (Diplomarbeit, Journalistik), Leipzig 1958, 69 S.

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Einzelnachweise

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