mini|Ann-Helén Laestadius (2019) Monika Ulrika Ann-Helén Laestadius (* 3. Dezember 1971 in Kiruna) ist eine samisch-tornedalfinnische Journalistin und Autorin.
Biografie Laestadius stammt aus einer mehrkulturellen samisch-tornedalfinnischen Familie aus Jukkasjärvi in Nordschweden, wo sie mit Schwedisch als einziger Muttersprache aufgewachsen ist. Ihr tornedalfinnischer Vater Ivar Jan-Erik Laestadius (* 1951) arbeitete als Gemeindeangestellter, ihre samische Mutter Ellen Sara Kristina, geborene Marainen (* 1948), als Verkäuferin.
Seit 1999 lebt Laestadius in Solna bei Stockholm und ist seit 2016 mit dem schwedischen Designer Mikael Hägg (* 1975) verheiratet. Die samische Regisseurin Liselotte Wajstedt ist ihre Cousine.
Werk Laestadius begann 1990 als Journalistin zu arbeiten und u. a. über sprachliche und kulturelle Diversität in Schweden zu schreiben. Im Jahr 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Jugendroman, SMS från Soppero (dt. SMS aus Soppero), der bereits mit einem Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Mehrere weitere Jugendromane und Kinderbücher folgten. Ihr Roman Tio över ett (dt. Zehn nach eins) gewann im Jahr 2016 den August-Preis in der Kategorie „Bestes Kinder- und Jugendbuch“ und im Jahr darauf Norrlands Literaturpreis. Bromsgatan ist eine Reportage über den Umzug der Bergbaustadt Kiruna. Der erste Roman für Erwachsene, Stöld (2021, „Diebstahl“) erschien in deutscher Übersetzung von Maike Barth und Dagmar Mißfeldt 2022 als Das Leuchten der Rentiere. Laestadius schreibt auch Theaterstücke, z. B. für Giron Sámi Teáhter und für das Radiotheater von Sveriges Radio P1. Mehrere Werke von Laestadius wurden übersetzt, u. a. in die Minderheitensprachen Schwedens Finnisch, Meänkieli, Nordsamisch, Südsamisch, Lulesamisch und Romani. Sie hat mehrere namhafte Auszeichnungen erhalten, darunter 2008 das Stipendium Rubus Arcticus. 2016 wurde sie zum Mitglied der Läsdelegation (schwedisch, dt. Leseabordnung) ernannt, einer von der schwedischen Regierung eingesetzten Abordnung zur Leseförderung unter Kindern und Jugendlichen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Deutsch: Straff. Romanus & Selling, Stockholm 2023, ISBN 978-91-89051362. Deutsch: Die Zeit im Sommerlicht. Roman. Aus dem Schwedischen übersetzt von Maike Barth und Dagmar Mißfeldt. Hoffmann & Campe, Hamburg 2024, ISBN 978-3-455-01708-3. Skam. Romanus & Selling, Stockholm 2025, ISBN 978-91-89771093. Deutsch: Die Rückkehr der Rentiere. Roman. Aus dem Schwedischen übersetzt von Maike Barth und Dagmar Mißfeldt. Hoffmann & Campe, Hamburg 2025, ISBN 978-3-455-02019-9.
Preise 2008 – Studieförbundet Vuxenskolans författarpris für SMS från Soppero 2016 – August-Preis in der Kategorie „Bestes schwedisches Kinder- und Jugendbuch des Jahres“ für ihr Werk Tio över ett. 2017 – Norrlands Literaturpreis in der Kategorie „Kinder- und Jugendliteratur“ für ihr Werk Tio över ett. 2021 – BMF-Plakette für Stöld
Literatur
Weblinks
Ann-Helén Laestadius, Profil bei Rabén & Sjögren (schwedisch) Ann-Helén Laestadius, Profil bei Författarcentrum (schwedisch) Ann-Helén Laestadius, Profil bei Ahlander Agency (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Journalist (Schweden) Kategorie:Samische Person Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Drama Kategorie:Literatur (Schweden) Kategorie:Literatur (Schwedisch) Kategorie:August-Preisträger Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau