+ Erfüllung des ProgrammsStand 31. März 1941. MGFA: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 4, S. 184.Waffe%Pistolen95MPi163Schußwaffen 98106MG123Pz. Büchse 38/3986s. Pz.Büchse 4192cm Flak1002cm Flak Vierling752cm Kw.K.1885cm Kw.K.807,5cm Kw.K10Granatwerfer 36110Granatwerfer 34114Nebelwerfer96Nebelwerfer d77l.I.G. 1884s.I.G. 3391Gebirgsgesch. 36169l. Feldkanone 1829l. Feldhaubitze9410cm Kanone 1898Feldhaubitze 1811021cm Mörser 1895 Das Rüstungsprogramm B (auch: Rüstungsprogramm »Kriegsheer 1941«) war der Plan für die Aufrüstung der Wehrmacht für den Krieg gegen die Sowjetunion. Es wurde im August 1940 entworfen, und am 28. August 1940 vom Chef der Heeresrüstung Friedrich Fromm angeordnet und sah die Schaffung eines Heeres von 180 Divisionen vor.

Entstehung und Wirkung des Rüstungsprogramm B Zum Ende des Westfeldzugs wurde geplant, die Anzahl der Divisionen der Wehrmacht von 159 Divisionen um 39 Divisionen auf 120 Divisionen zu verringern und den Rüstungsschwerpunkt auf Luftwaffe und U-Boote zu verlagern zum Krieg gegen Großbritannien. Generalstabschef Franz Halder notierte am 15. Juni 1940, dass die Voraussetzung für diese Weisung, und der die Aufgabe zufällt, .Franz Halder: Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabes des Heeres 1939–1942. Stuttgart 1962, Band 1, S. 357. Dabei wurde geplant, das Personal so zu demobilisieren, dass es kurzfristig wieder einberufen werden konnte.Kroener: Die Personellen Ressourcen. S. 834.

Am 28. Juli 1940 beriet Hitler mit dem Chef der Heeresrüstung Fromm die Erweiterung auf 180 Divisionen. Eine stichwortartige Aufzeichnung vermerkte als Position Fromms dazu: und .Bernhard R. Kroener: Generaloberst Friedrich Fromm. Eine Biographie. Paderborn 2005, S. 383 f. Am 31. Juli 1940 gab Hitler den Generälen seinen Entschluss bekannt, die Sowjetunion anzugreifen.Nach Heinrich Uhlig berichtete Walter Buhle den Mitgliedern der „Europäischen Publikation e.V.“ am 17. April 1956, dass er aus jener Konferenz einen Anruf von Walther von Brauchitsch erhalten habe, dass die Demobilmachung der 3. Welle sofort abgestoppt werden müsse. Buhle datiert allerdings den Anruf auf Sonntag 10 Uhr, der 31. Juli 1940 war ein Mittwoch. Heinrich Uhlig: Das Einwirken Hitlers auf Planung und Führung des Ostfeldzuges. In: Europäische Publikation e.V. (Hrsg.): Vollmacht des Gewissens. München 1965, S. 168. Der oft zitierte Tagebucheintrag Halders vermerkte diesen Entschluss mit den Worten:

Als Kräftebedarf notierte Halder in derselben Notiz 180 Divisionen, davon 120 Divisionen für den , 50 Divisionen für Frankreich, 7 Divisionen für Norwegen und 3 Divisionen für Holland und Belgien.Halder: Kriegstagebuch. Band 2, S. 50. Am 20. Juni 1941 verfügte die Wehrmacht über 183 Divisionen.MGFA: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 4, S. 270. Für die Zeit nach Barbarossa hielt man 136 Divisionen für notwendig, darunter 33 mit Tropenausstattung.Halder: Kriegstagebuch. Band 2, S. 354. Eintrag 7. April 1941. Am Tag nach Hitlers Verkündung besprach sich Halder mit Walter Buhle und Hans von Greiffenberg über .Halder: Kriegstagebuch. Band 2, S. 52.

Am 17. August 1940 ordnete Wilhelm Keitel an, das Rüstungsprogramm von 120 auf 180 Divisionen bis April 1941 umzuarbeiten.Aktennotiz der Besprechung gedruckt in: Erhard Moritz: Fall Barbarossa. Berlin 1970, S. 200 ff. Weitere 20 Divisionen waren für das Ersatzheer, Heeres-, Armee- und Korpstruppen geplant.Moritz: Fall Barbarossa. S. 210. Am 26. August 1940 trug Fromm Hitler den Plan vor, der ihn billigte. Damit waren die gefallen, wie Bernhard R. Kroener urteilt.Kroener: Die Personellen Ressourcen. S. 838.

Am 5. September wurde der Befehl den Wehrmachtsteilen zugeleitet.

Am 28. September erfolgte ein Führerbefehl der die grundlegenden Anweisungen für den materiellen Aufbau enthielt.Erlass über die „Steigerung der Rüstung“. Gedruckt in: Erhard Moritz: Fall Barbarossa. Berlin 1970, S. 212 ff.

Durchführung Am 13. September äußerte der Chef des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamtes Georg Thomas auf einer Inspekteur-Beratung, dass es darauf ankomme ein möglichst hohen Stand in der Heeresrüstung für das Feldheer zu erreichen. Dies sei und müsse erfüllt werden.Zit. n. Wagner: Die kriegsökonomische Vorbereitung. S. 273.

Die Grundstoffindustrien, die Synthetischen Kraftstoff, Aluminium, Buna und Pulver- und Sprengstoffe herstellten, wurden stark erweitert.Eichholtz: Geschichte. Band 2, S. 9. Hans Kehrl erklärte im März 1941, dass die Textil- und Bekleidungsindustrie zu 99 % für den Kriegsbedarf arbeitet, gemessen an der verarbeiteten Gesamtspinnstoffmenge.Willi A. Boelcke: Die deutsche Wirtschaft 1930-1945. Düsseldorf 1983, S. 252. Da der Munitionsverbrauch im Westfeldzug überraschend gering ausfiel, wurde die Munitionsfertigung zu Gunsten anderer Vorhaben stark gedrosselt.Burkhart Müller-Hillebrand: Das Heer 1933-1945. Frankfurt am Main 1956, Band 2, S. 91.

Die Fertigungslisten für die Waffen, z. B. die Liste „Fertigung Waffen Heer 1.8.40 - 1.4.41“ sind mit Hitler außerordentlich genau durchgesprochen worden. Zu jedem Vorschlag, der nicht Hitlers völlige Billigung fand, wurden seine diesbezüglichen Äußerungen vermerkt.Hartmut Schustereit: Vabanque. Herford 1988, S. 34.

Zur Auftragslenkung wurde im November 1940 der „Sonderausschuß X Waffen“ unter Leitung des Krupp-Direktors Erich Müller gebildet. Organisiert in 5 Hauptgruppen und 36 Arbeitsgruppen, wuchs mit der Fertigungskontrolle der Einfluss der Großbetriebe.Karl-Heinz Ludwig: Technik und Ingenieure im Dritten Reich. Düsseldorf 1974, S. 368 f.

Für Barbarossa wurden im Oktober 1940 mit der 11. Aufstellungswelle, die 121., 122., 123., 125., 126., 129., 131., 132., 134. und die 137. Infanteriedivision und im November 1940 mit der 12. Aufstellungswelle die 97., 99., 100., 101., 102., 106., 110., 111., 112. und die 113. Infanteriedivision neu aufgestellt. Die Erweiterung auf 180 Divisionen erforderte die Geburtenjahrgänge 1919 und 1920 vom Ersatzheer in das Feldheer zu übernehmen.Müller-Hillebrand: Das Heer. Band 2, S. 101. Am 11. Februar 1941 meldete Buhle an Halder: .Halder: Kriegstagebuch. Band 2, S. 277.

Dafür wurden 160 neue Generalstabsoffiziere benötigt, für die man 4 Hörsäle à 20 Mann in 2 Kursen brauchte.Halder: Kriegstagebuch. Band 2, S. 52. Über 100 ehemalige Generalstabsoffiziere aus dem Ersten Weltkrieg wurden wiederverwendet.Müller-Hillebrand: Das Heer. Band 2, S. 103. Für den Aufmarsch wurden mit dem Otto-Programm die nötigen Eisenbahnkapazitäten im besetzten Polen aufgebaut.

Der Umbau auf 180 Divisionen wurde sofort eingeleitet und betraf fast alle Truppen des Feldheeres, denn die neuen Divisionen wurden aus den erfahrenen Stämmen der alten Divisionen gebildet, die wiederum durch Neubildungen ersetzt wurden. Dadurch waren im November 1940 51 Divisionen nicht einsatzbereit. Aus diesem Grund musste die Entscheidung für oder gegen das Unternehmen Seelöwe bis Mitte Oktober getroffen werden.Müller-Hillebrand: Das Heer. Band 2, S. 101. Die im Westen stehenden Divisionen wurden in Bezug auf personelle Zusammensetzung, Bewaffnung, Beweglichkeit usw. so stark zurückgestellt, sodass sie nicht „ostfähig“ waren.Müller-Hillebrand: Das Heer. Band 2, S. 80.

In einem abschließenden Bericht vom 10. Juli 1941 über die Erfüllung des Rüstungsprogramms B stellte das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt fest, dass das Programm allerdings unter .Zit. n. Eichholtz: Kriegswirtschaft. S. 6.

Im Juli 1941 beurteilte das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt die Munitionslage als allgemein zufriedenstellend, bis auf einige Mangelsorten sei ein Vorrat für 12 Großkampfmonate vorhanden.Wolfram Fischer: WASAG. Die Geschichte eines Unternehmens 1891–1966. Berlin 1966, S. 150.

Im Winter 1940/41 führte Fehlen an Transportraum und die bevorzugte Verwendung von Kohle zu Rüstungszwecken zu einem akuten Mangel an Kohle für den Hausbrand.Hans-Erich Volkmann: Ökonomie und Expansion. München 2003, S. 319.

Mit dem Göring-Programm vom 23. Juni 1941 sollte der Rüstungsschwerpunkt wieder auf Luftwaffe und Marine verlegt werden.

Ausnutzung Europas + Wehrmachtsaufträge bis Ende 1941Unmittelbare und mittelbare Wehrmachtsaufträge. Georg Thomas: Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft. Boppard am Rhein 1966, S. 224.LandWert in 1000 RMFrankreich3.101.713Belgien558.720Nordfrankreich209.750Niederlande921.665 Die kriegswirtschaftliche Umorientierung für das Unternehmen Barbarossa betraf nicht nur das Rüstungsprogramm, sondern auch die deutsche Außenhandelspolitik, für die ab Sommer 1940 ein Zentralclearing aufgebaut wurde. Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 1940 überstieg die deutsche Einfuhr allein aus den europäischen Staaten den Gesamtimport des Rekordjahres 1938. Dies war verbunden mit einem Anstieg der deutschen Verschuldung von 308 Millionen Reichsmark im November 1939 auf 1 Milliarde Reichsmark im Mai 1941, und bis Ende 1941 auf 2 Milliarden Reichsmark.Volkmann: Ökonomie und Expansion, S. 173 ff. Laut Thomas war die Erfüllung des Rüstungsprogramms nur möglich durch die großen Beutebestände an Rohstoffen in Holland, Belgien und Frankreich. Bis Ende 1940 erbeutete man an Metallen: 135.000 t Kupfer, 20.000 t Blei, 9.500 t Zinn, 9.000 t Nickel, 9.000 t Aluminium. Thomas: Geschichte. S. 245. Außerdem wurden bis Ende 1941 bedeutende Wehrmachtsaufträge an die besetzten Gebiete vergeben.Thomas: Geschichte. S. 224. Siehe Tabelle rechts. Das Vichy-Regime lieferte aus seinen Beständen und über Schiffe aus seinen Kolonien große Mengen an Kautschuk, Eisenerz, Aluminium, Graphit, Kobalterz, Magnesium, Bauxit und Hochofenphosphaten.Wagner: Die kriegsökonomische Vorbereitung. S. 281. Die belgische Regierung beschloss am 15. Mai 1940, die Industrie unter deutscher Besatzung wieder arbeiten zu lassen. Die großen Bankiers unter Führung des Präsidenten der Société générale de Belgique Alexandre Galopin schloss sich dieser Entscheidung unter der „Galopin-Doktrin“ an, die sich auf einen berief. Dies kam dem deutschen Militärverwaltungschef Eggert Reeder entgegen. Die belgische Industrie lieferte fortan Produkte, auch halbmilitärischer Art nach Deutschland.Luc De Vos und Pierre Liemeux: Der Fall Belgien 1914 bis 1918 und 1940 bis 1944. In: Bruno Thoß, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Erster Weltkrieg Zweiter Weltkrieg. Ein Vergleich. Paderborn 2002, S. 540.

Nach einer sowjetischen Berechnung stieg durch die besetzten Länder und die Satellitenstaaten die Zahl der Industriearbeiter von 10 auf 28 Millionen, die Kohleförderung von 235 auf 400 Millionen Tonnen und die Stahlerzeugung von 22 auf 45 Millionen Tonnen.Leo Stern: Die Gesetzmässigkeit und die historische Bedingtheit der Niederlagen des Deutschen Imperialismus in den beiden Weltkriegen. In: Leo Stern u. a.: Der deutsche Imperialismus und der zweite Weltkrieg. Berlin 1960, Band 1, S. 92 f.

Debatte Alfred Jodl meinte in einer Rede vor Gauleitern im November 1943, dass die richtige Einschätzung des Gegners zum gehört und das man erst einen beim Gegner erkannt habe, der Deutschland zum Totalen Krieg und zu einer technischen Gegenleistung gezwungen habe, die man aus eigenem Antrieb kaum hervorgebracht hätte.Hans-Adolf Jacobsen: 1939-1945. Der Zweite Weltkrieg in Chronik und Dokumenten. Darmstadt 1961, S. 436 f.

Bei einer Rede zur Gründung der Reichsvereinigung Eisen im Juni 1942 äußerte Hermann Röchling, dass man bis zum Beginn des russischen Krieges davon überzeugt gewesen sei, die deutsche Wirtschaftsführung sei gut. Aber angesichts der ungeheuren Mengen an Waffen und Munition der Roten Armee, sei man stutzig geworden und kam erst da auf den Gedanken, dass man aus der deutschen Wirtschaft wesentlich mehr Leistung herausholen könne.Wolfgang von Hippel: Hermann Röchling. Göttingen 2018, S. 680.