mini|Poldi Müller (1911) Leopoldine “Poldi” Müller (* 1. November 1873 in Wien, Österreich-Ungarn; † 18. Jänner 1946 in Wien, Österreich)Poldi Müller auf pmb.acdh.oeaw.ac.atPoldi Müller im Register von: Arthur Schnitzler. Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931Die von G. P. Straschek genannten und oftmals im Internet (beispielsweise auf cyranos.ch) zu lesenden Lebensdaten 1888–1967 wären demzufolge nicht zutreffend. war eine österreichische Schauspielerin bei Bühne und Film in Österreich wie in Deutschland.
Leben und Wirken Leopoldine „Poldi“ Müller erhielt ihre künstlerische Ausbildung an Wiens Akademie der Darstellenden Kunst und erhielt anschließend zunächst kleine Rollen (1903 ist sie mit Parts wie Zofen und Dienerinnen am Znaimer Stadttheater nachzuweisen). In ihrem frühen künstlerischen Lebensabschnitt (vor 1910) gehörte sie kurzzeitig auch dem Ensemble des Burgtheaters ihrer Heimatstadt Wien an. Am 11. Dezember 1909 war sie bei der Wiener Premiere von Arthur Schnitzlers Stück Der Ruf des Lebens Mitglied der Besetzung.Poldi Müller in Der Ruf des Lebens Aufgrund von Unterbeschäftigung verließ Poldi Müller diese Spielstätte und ihr Land und ließ sich nach Frankfurt am Main engagieren. Ihr frühes Rollenfach war die jugendliche Naive.Kurzporträt in Der Humorist, Ausgabe vom 1. September 1915, S. 5 Bald ging die junge Künstlerin nach Berlin, wo sie jedoch nur kurz blieb (Ensemblemitglied des Lustspielhauses 1910). 1911 sammelte sie in der deutschen Hauptstadt dank des Regisseurs Adolf Gärtner auch ihre erste Erfahrung beim (deutschen) Stummfilm als Partnerin des späteren Leinwandlieblings Erich Kaiser-Titz. 1912 wechselte die Wienerin kurzzeitig an das Königliche Hoftheater in DresdenPoldi Müller in Der Humorist, Ausgabe vom 1. Mai 1912, S. 6. und anschließend an Stuttgarts Friedrichsbautheater, das damals unter der Leitung ihres älteren Bruders Gustav Müller stand.Stuttgarter Theaterbrief in Der Humorist, Ausgabe vom 20. Februar 1915, S. 7. Wiens Theaterdirektor Josef Jarno holte Poldi Müller noch im selben Jahr 1915 zurück in die österreichische Hauptstadt, um sie an dem von ihm geleiteten Theater in der Josefstadt einzusetzen. Zu ihren Partnern zählte auch der gefeierte Kollege Max Pallenberg, dessen Tochter sie verkörperte.Poldi Müller in Der Humorist, Ausgabe vom 1. September 1915, S. 2.
Im Krieg und unmittelbar danach wirkte die Künstlerin nicht nur an heimischen Bühnen wie dem Deutschen Volkstheater (bevorzugt in Lustspielen und Schwänken wie Der letzte JunggesellePoldi Müller (mit Abb.) in Der letzte Junggeselle), sondern auch in einer Reihe von österreichischen Stummfilmen mit. 1916 erhielt sie gute Kritiken für ihre darstellerische Leistung in der Nestroy-Verfilmung Einen Jux will er sich machen.Das Neue Wiener Journal merkte in seiner Ausgabe vom 31. Oktober 1916 auf Seite 9 an: „Zum erstenmal wird Nestroy im Film gezeigt, und durch die glänzende Darstellung, allen voran Fräulein Poldi Müller vom Deutschen Volkstheater, wird der Beweis erbracht, daß Nestroy im Film ebenso schlafkräftig und wirkungsvoll ist wie auf dem Theater.“ In diesen Jahren kam es mehrfach zu Kollaborationen mit dem Kollegen Fritz Kortner, sowohl in seiner Eigenschaft als Schauspieler (Der Sonnwendhof) als auch als Regisseur (Gregor Marold). Auch vor der Kamera war Poldi Müller bevorzugt auf Töchterrollen und „liebreizendste junge Mädchen“ abonniert. 1919 wieder nach Berlin zurückgekehrt, reüssierte Poldi Müller sowohl am Theater (das „süße Mädel“ in der ersten Berliner Fassung (1920) von Schnitzlers Reigen) als auch (bis 1921) beim Film. Im letztgenannten Medium wirkte sie allerdings durchgehend in bedeutungslosen Produktionen mit. Seit ihrer Heirat mit dem jüdischen Baurat Ing. Bruno Bauer Anfang Oktober 1923Vermeldung ihrer Eheschließung in Der Humorist, Ausgabe vom 8. Oktober 1923, S. 3. wirkte Poldi Müller nur noch sporadisch am Theater, beispielsweise noch im selben Jahr in Wiens Stadttheater in der Operette Ein Jahr ohne Liebe an der Seite ihres Bruders Gustav und 1927 mit einer Mutterrolle an der Seite von Peter Lorre in der Komödie Sie darf keinen Sohn haben. Zum Jahresbeginn 1946 starb sie, inzwischen längst vergessen, in ihrer Heimatstadt Wien.
Filmografie 1911: Das gefährliche Alter 1915: Das Kriegspatenkind 1916: Einen Jux will er sich machen 1916: Abendsonne 1917: Wenn die Frau nicht kochen kann 1917: Der Mann mit der Maske 1917: Das Glück der schönen Creszenz 1917: Wem gehört das Kind? 1918: Gregor Marold 1918: Der Sonnwendhof 1919: Alte Zeit – neue Zeit 1919: Die Else von Erlenhof 1919: De profundis 1920: Brigantenliebe 1920: Lepain (2 Teile) 1920: Der Apachenlord 1920: Monte Carlo 1921: Der König von Golconda (3 Teile)
Weblinks Biografie Poldi Müller
Einzelnachweise
Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Person (Österreich-Ungarn) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Frau