Ferdinand Güterbock (* 8. Januar 1872 in Berlin; † 15. April 1944 in Engelberg)Güterbock, Ferdinand. In: Renate Heuer: Bibliographia Judaica: Verzeichnis jüdischer Autoren deutscher Sprache. Band 1. Kraus, München 1981. war ein deutscher Historiker.

Leben Ferdinand Güterbock war ein Sohn des Malers Leopold Güterbock und stammte aus einer vermögenden Familie. Er heiratete Mina Güterbock-Auer (1885–1970, Schwester von Grethe Auer) und lebte in einer Villa in Berlin-Steglitz, die als Treffpunkt für Historiker diente. Er war unter anderem mit Paul Fridolin Kehr, Erich Caspar und Robert Holtzmann befreundet.

1895 promovierte Güterbock bei Paul Scheffer-Boichorst über den Frieden von Montebello. Er lebte als Privatgelehrter und forschte insbesondere über Friedrich Barbarossa sowie die Geschichte Italiens und später der Schweiz. Daneben arbeitete er für das Neue Archiv und erledigte gelegentlich Aufgaben bezüglich der Monumenta Germaniae Historica als freier Mitarbeiter (ab etwa 1900).Personenverzeichnis MGH In dieser Reihe gab er 1930 „Das Geschichtswerk des Otto Morena und seiner Fortsetzer“ heraus.

Jüdischer Herkunft, emigrierte Güterbock in der Zeit des Nationalsozialismus 1937 in die Schweiz, wo er in Weggis lebte und kurz vor seinem Tod 1944 eingebürgert wurde.

Schriften (Auswahl) Der Friede von Montebello und die Weiterentwickelung des Lombardenbundes. Berlin 1895. Der Prozeß Heinrichs des Löwen. Kritische Untersuchungen. Berlin 1909.

Mussolini und der Fascismus. München 1923. Engelbergs Gründung und erste Blüte 1120–1223. Neue quellenkritische Forschungen. Zürich 1948. als Herausgeber: Das Geschichtswerk des Otto Morena und seiner Fortsetzer über die Taten Friedrichs I. in der Lombardei, MGH, SS rer. Germ. N. S. 7, 1930.

Außerdem erhielt er 1925 den Auftrag bei den MGH, die Faventiner Chronik des Tolosanus herauszugeben, was aber nicht publiziert wurde.

Literatur Nikola Becker: Ferdinand Güterbock (1872–1944). In: Martina Hartmann, Annette Marquard-Mois, Maximilian Becker (Hrsg.): Zwischen Vaterlandsliebe und Ausgrenzung. Die jüdischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Monumenta Germaniae Historica (= Monumenta Germaniae Historica. Studien zur Geschichte der Mittelalterforschung. Band 2). Harrassowitz, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-447-11975-7, S. 181–189.

Weblinks

mittelalter.hypotheses.org

Biographie bei den MGH

Anmerkungen

Kategorie:Historiker Kategorie:Deutscher Emigrant in der Schweiz Kategorie:Deutscher Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann