mini|Ortsdurchfahrt des Dorfes

Eppenreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Grafengehaig im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Der Ort liegt in der Gemarkung Eppenreuth.

Geografie Das Dorf liegt auf einem Höhenzug des Frankenwaldes. Die Staatsstraße 2158 führt nach Grafengehaig (0,9 km südwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2195 bei Enchenreuth (4,2 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schindelwald (0,9 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde 1398 schriftlich erwähnt, als der Besitz eines Hofes durch die Herren von Guttenberg beurkundet wurde. Im 1609 verfassten Urbar des Amtes Kupferberg wurde vermerkt, dass es 19 Untertanen von Hans Wilhelm von Guttenberg, Wolf Wilhelm von Guttenberg und Wolf von Guttenberg in Eppenreuth gab.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 111f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Eppenreuth aus 27 Anwesen (4 Höfe, 7 Halbhöfe, 3 Söldengüter, 11 Tropf- und Wohnhäuser, 1 Schmiede, 1 Wirtshaus mit Brau). Das Hochgericht übte das Burggericht Guttenberg aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Marktschorgast auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Burggericht Guttenberg.

1810 kam Eppenreuth zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Eppenreuth gebildet. Neben dem Hauptort gehörten dazu Gösmes, Grünlas, Hetzenhof, Hintererb, Horbach, Hüttenbach, Mehlthaumühle, Mesethmühle, Oberweißenstein, Rappetenreuth, Schindelwald, Vollauf, Vollaufmühle, Walberngrün, Waldhermes und Weißenstein und Zegast. Zugleich entstanden folgende Ruralgemeinden: Eppenreuth mit Mehlthaumühle, Schindelwald und Vollauf; Gösmes; Grünlas mit Oberweißenstein und Waldhermes; Horbach mit Mesethmühle, Vollaufmühle und Weißenstein; Rappetenreuth mit Zegast; Walberngrün mit Hetzenhof, Hintererb, Hüttenbach und Mesethmühle. Die Gemeinde Eppenreuth unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. Am 1. Oktober 1840 erfolgte die Überweisung an das Landgericht Stadtsteinach und das Rentamt Stadtsteinach. Von 1819 bis 1848 übernahm das Herrschaftsgericht Guttenberg weitestgehend die Befugnisse, die das Landgericht hatte. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und 1853 an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Eppenreuth zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Am 21. September 1866 wurde Mehlthaumühle an die Gemeinde Grafengehaig überstellt. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,986 km². Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Eppenreuth in Grafengehaig eingegliedert.

Baudenkmäler In Eppenreuth gibt es fünf Baudenkmäler, unter anderem eine ehemalige Brauerei, zwei frühere Gasthäuser und eine Türrahmung.

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 21: Zweigeschossiges, verputzt massives Walmdachhaus; Erdgeschoss 1838, Obergeschoss wohl im späteren 19. Jahrhundert erneuert: Haustürrahmung in Sandstein, mit Zierpilastern, waagrechtem Abschlussgesims und Scheitelstein, bezeichnet „JHG 1838“ (=Johann Georg Horn).K.-L. Lippert: Landkreis Stadtsteinach, S. 20. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Eppenreuth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 234 327 330 329 317 302 316 325 310 314 282 262 298 298 299 264 268 258 242 283 297 274 243 226HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 37 39 31 41 51 48 52 Quelle

Ort Eppenreuth Jahr 1800 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 132 234 264 269 250 246 221 248 210 191 125Häuser 26 31 32 32 42 39 43 44Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 28.

Religion Eppenreuth ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Protestanten sind nach Zum Heiligen Geist (Grafengehaig) gepfarrt, die Katholiken sind nach St. Jakobus der Ältere (Enchenreuth) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Grafengehaig) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1398