mini|Wegkapelle nördlich des Dorfes
Schlockenau ist ein Gemeindeteil des Marktes Grafengehaig im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Der Ort liegt in der Gemarkung Schlockenau.
Geografie Das Dorf liegt auf einem Höhenzug des Frankenwaldes. Ein wenig nördlich des Dorfes steht eine Wegkapelle und eine Linde, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist. Die über die Landkreisgrenze hinweg von der Staatsstraße 2195 herführende Staatsstraße 2158 führt etwa 300 Meter nordwestlich des Ortes vorbei. Eine nördlich des Dorfes von dieser abzweigende Gemeindestraße durchquert den Ort, bevor sie südwestlich davon wieder in die Staatsstraße einbiegt.
Geschichte Das damals als „Slakenauv“ bezeichnete Dorf wurde 1384 zusammen mit dem Eigengut „Leugast“ (dem heutigen Marktleugast) vom Kloster Langheim an den bambergischen Fürstbischof Lamprecht von Brunn übereignet. Während des Zweiten Markgrafenkrieges wurde der Ort 1553 von den Truppen des brandenburg-kulmbachischen Markgrafen Albrecht II. Alcibiades geplündert, wodurch die örtlichen Bauern umfangreiche Verluste an Sachwerten und Vieh hinnehmen mussten. Im Jahr 1733 bestand das zu dieser Zeit als „Schlackenawe“ bezeichnete Dorf aus insgesamt sieben Einzelhöfen, die zur Ablieferung des aus Getreide bestehenden Zehnts an das Hochstift Bamberg verpflichtet waren.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 565. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schlockenau aus 11 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Marktschorgast aus. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Stadtsteinach (10 Halbhöfe) und die Gemeinde selbst (1 Tropfhaus).
1810 kam Schlockenau zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem Steuerdistrikt Eppenreuth zugewiesen. 1812 entstand die Ruralgemeinde Schlockenau, zu der Bromenhof gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Schlockenau zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 1,979 km². Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde in Grafengehaig eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Schlockenau Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 68 97 105 112 113 107 118 119 165 153 134 119 109 116 101 96 91 80 69 93 85 79 49 43HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 12 16 17 17 15 15 15 Quelle
Ort Schlockenau Jahr 1802 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 41 68 108 114 147 105 87 79 46 39 37Häuser 14 16 15 16 14 14 14 14Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 132.
Religion Schlockenau ist katholisch geprägt und Katholiken waren ursprünglich nach St. Jakobus der Ältere (Enchenreuth) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Grafengehaig) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1384