Heinz Tamm (* 28. August 1922 in Zehdenick; † 17. März 2017) war ein deutscher Fußballspieler und Autor.

Leben Heinz Tamm absolvierte eine Verwaltungslehre in der Stadtverwaltung von Zehdenick und arbeitete im Anschluss zwölf Jahre als Standesbeamter. Von 1960 bis 1987 war er ebendort als Jugendfürsorger tätig.

Besondere Verdienste um seine Heimatstadt erwarb er sich mit mehreren Büchern zur Zehdenicker Sport- und Fußballgeschichte. Laut der Laudatio anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde verfügt keine andere, von der Größenordnung her mit Zehdenick vergleichbare Stadt, „über eine so fundierte fußballsportliche Chronik. Noch im Alter von 93 Jahren recherchierte Dr. Tamm für das Festbuch zur 800-Jahr-Feier Zehdenicks 2016 und schrieb in einem umfangreichen Beitrag über die 100-jährige Sportgeschichte der Havelstadt.“

Im Jahr 2016 wurde er aufgrund seines gesellschaftlichen Engagements zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt ernannt.

Sportlicher Werdegang

Von 1932 bis 1995 war Tamm aktiver Spieler im SV Zehdenick 1920 e. V. und dessen rechtlichen Vorgängern; gewann dort 4 Meisterschaften und erzielte 1950 den heute noch gültigen Torschützenrekord mit 96 Toren. Er war in den 1940er Jahren, besonders kurz vor Kriegsende, an der Seite des reaktivierten Hanne Sobek Mittelstürmer der 1. Mannschaft von Hertha BSC und hatte dort 25 Einsätze. Mitspieler wie Emil Krause, Bram Appel, Fritz Balogh und andere würdigt er in seinem Buch Lebenselixier Fußball (vgl. Literatur) einzeln und ausführlich.

Im Kompendium von Tragmann/Voß über Hertha BSC wird Tamm in den Kriegsrunden 1943/44 und 1944/45 aufgeführt. Zwar kam er in der Gauliga Berlin-Brandenburg 1943/44 - diese endete am 26. März 1944 mit einem 3:2-Heimerfolg von Hertha gegen Tennis Borussia - noch nicht zum Einsatz, aber in den folgenden Pokalspielen wird er aufgeführt. Seinen ersten Einsatz hatte er am 14. Mai 1944 auf dem Herthaplatz an der Plumpe bei einem 3:2-Erfolg gegen KSG Hella-Nordwest wo er als Mittelstürmer zwei Tore beisteuerte. Unter Trainer Hans Sauerwein lief er neben Mitspielern wie Joseph Engeländer, Emil Krause, Gerhard Hinz und Lutz Rosenzweig dabei auf. Beim 7:3 am 4. Juni gegen Union Oberschöneweide stürmte er auf Rechtsaußen und hatte die Angriffskollegen Hanne Sobek, Franz Islacker, Rolf Rohrberg und Hermann Hahn an seiner Seite. Mit einer 0:3-Niederlage gegen SGOP Berlin endeten die Pokalspiele am 2. Juli und Tamm bildete dabei mit Bram Appel den rechten Flügel von Hertha.Harald Tragmann, Harald Voß: Das Hertha-Kompendium. Verlag Harald Voß, Berlin 2017. ISBN 978-3-935759-27-4. S. 203

Mit Anfang 30, fast zehn Jahre nach seinen Spielen in der Gauliga, kam Tamm 1954 noch zu zwei Einsätzen in der DDR-Oberliga im Trikot von Rotation Babelsberg.Andreas Baingo/Michael Horn: Die Geschichte der DDR-Oberliga, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-428-6, S. 292 Mehr konnten es nicht werden, weil er „aus familiären Gründen wohnungs- und arbeitsmäßig in Zehdenick verblieb“ (und kein Auto besaß).

Bücher 1994: Rund um den Zehdenicker Fußball. Chronologische Darstellung der 73 Jahre fußballsportlicheer Entwicklung der Havelstadt. SV Zehdenick 1920 e. V., Zehdenick 1999: Die Jahre vor 2000 – Quo vadis Zehdenicker Fußball? SV Zehdenick 1920 e. V., Zehdenick 2009: Das dritte Zehdenicker Fußballbuch. SV Zehdenick 1920 e. V., Zehdenick. 2007: Legenden des Fußballs: Berühmte Spieler und große Mannschaften des 20. Jahrhunderts. ‎ Bussert u. Stadeler, Quedlinburg, ISBN 978-3-932906-68-8. 2013: Lebenselixier Fußball. Bussert u. Stadeler, Quedlinburg, ISBN 978-3-942115-24-7.

Weblinks Zehdenicks Ehrenbürger Heinz Tamm gestorben

Einzelnachweise

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