Rudolf Wilhelm Janzen (* 3. Dezember 1907 in Bochum; † 22. Juni 1991 in Hamburg) war ein deutscher Neurologe. Ab 1958 war er ordentlicher, ab 1976 emeritierter Professor für Neurologie in Hamburg.

Leben Rudolf Wilhelm Janzen wurde als Sohn von Else Janzen, geborener Klatte, und des Handwerker-Kaufmanns Wilhelm Janzen geboren. Nach einem Studium der Philosophie und der Naturwissenschaften (Biologie) in Bonn und Kiel, wo er zum Dr. phil. promoviert wurde, studierte er Medizin in Kiel und Hamburg, wo er 1935 bei Heinrich Pette zum Dr. med. promoviert wurde. An der Universität Kiel war er Assistent am Zoologischen und am Physiologischen Institut, an der Universität Hamburg an der Neurologischen Klinik. Er war zudem als Assistent für die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Heidelberg und am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin tätig. In Hamburg habilitierte er sich zum Dr. med. habil. und begann 1941 seine Lehrtätigkeit als Privatdozent.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war von 1945 bis 1952 niedergelassener Nervenarzt in Husum an der Nordsee sowie Dozent in Hamburg, wo er 1949 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. 1952 war er als Chefarzt Gründer der Neurologischen Klinik der Städtischen Krankenanstalten in Dortmund. Am 1. Oktober 1958 übernahm er – als direkter Nachfolger von Heinrich Pette und Max Nonne – die Funktion eines Ordinarius für Neurologie und den Posten des Direktors der Neurologischen Universitäts- und Poliklinik Hamburg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. 1976 wurde er emeritiert, setzte aber seine wissenschaftliche und ärztliche Tätigkeit unverändert fort.

Seine Arbeitsgebiete umfassten unter anderem die experimentelle Hirnforschung, Epilepsie, Elektroenzephalographie (mit Alois Kornmüller), Schmerzanalyse, Schädelhirntrauma, neuromuskuläre Erkrankungen und Reaktionen des Nervensystems bei Allgemeinerkrankungen.

mini|hochkant|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Volksdorf Rudolf Janzen war evangelisch, verheiratet ab 1939 mit der Medizinerin Helene Janzen, geborene Carstensen, und hatte fünf Kinder. Zu ihnen gehörte der Neurologe Rudolf Wilhelm Christian Janzen. 83-jährig starb Rudolf Wilhelm Janzen in Hamburg und wurde auf dem dortigen Waldfriedhof Volksdorf beigesetzt.

Auszeichnungen 1943: Martini-Preis für Untersuchungen über epileptische Reaktionen 1968: Ehrenmitgliedschaft in der Deutschen EEG-Gesellschaft wegen besonderer Verdienste um Erforschung der bioelektrischen Hirntätigkeit 1977: Ehrenmitgliedschaft der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin 1978: Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 1979: Nonne-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Veröffentlichungen (Auswahl) Schmerzanalyse. 4. Auflage. 1966–1981 (auch in englischer, französischer und italienischer Sprache). Elemente der Neurologie. 1969. Entstehung von Fehldiagnosen. 1970 (auch in japanischer Sprache). Körper, Hirn und Personalität. 2. Auflage. 1972; 3. Auflage 1977. Neurologische Diagnostik, Therapie und Prognostik. 1975. mit Hans Adolf Kühn (Hrsg.): Neurologische Leit- und Warnsymptome bei inneren Erkrankungen. 1982.

Literatur Janzen, Rudolf-Wilhelm. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 581.

Weblinks Staatsarchiv Hamburg Nachlass 622-1/354

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