mini|Offizielles Logo der Stadt Langen mini|Blick auf die Altstadt von Langen Langen (Hessen) ist eine Mittelstadt mit rund 40.000 Einwohnern im südhessischen Landkreis Offenbach zwischen Darmstadt und Frankfurt am Main. Langen ist Hauptsitz der Deutschen Flugsicherung und des Paul-Ehrlich-Institutes.
Geografie Geografische Lage Die Stadt Langen liegt im westlichen Landkreis Offenbach und im südlichen Rhein-Main-Gebiet, einem der wirtschaftsstärksten Gebiete Deutschlands. Die Stadt liegt mittig zwischen den Großstädten Frankfurt am Main und Darmstadt. Langen wird vom Sterzbach durchflossen.
Stadtgliederung Langen umfasst nur die Gemarkung Langen (Gmk.-Nr. 60743) und hat keine offiziellen Stadtteile. Gegliedert ist das Stadtgebiet in: die Altstadt im Osten. Sie liegt innerhalb der ehemaligen östlichen Stadtmauer, die teilweise noch sichtbar ist. Hier gibt es viele Fachwerkhäuser. das Zentrum, das von den anderen Stadtteilen umgeben wird. im nordwestlichen Stadtteil Neurott befindet sich u. a. der Hauptsitz der Deutschen Flugsicherung sowie das Paul-Ehrlich-Institut. Hier entstand 1958 eine Siedlung für US-Truppen der Rhein-Main Air Base (2005 geschlossen). Im September 2008 hat die US-Army die Langen-Terrace-Family-Housing-Area an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Die Wohnungen wurden von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vermietet. das Nordend, ein Wohnviertel Langens, in dem sich teils moderne Wohnblocks und Wohnhochhäuser wie das Alpha-Hochhaus (ehemals Hessens höchster Wohnturm) befinden. den Stadtteil Linden und Oberlinden im Westen (reine Wohngebiete). den Steinberg im Südosten auf einer Anhöhe. Das Bild ist geprägt durch Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Gärten sowie seit den späten 90er Jahren auch Reihenhäuser und Wohnblocks. das Wohngebiet Im Loh im Außenbereich zwischen Linden/Oberlinden und der Nachbarkommune Egelsbach.
Geschichte Urgeschichte Schon in der Mittelsteinzeit haben in der Gemarkung Langen Menschen gelebt. Dies wurde durch Funde bei Ausgrabungen auf dem Areal des Neuen Rathauses und des Hallenbades/Stadthalle belegt. In der Koberstadt wurden Funde aus der Hallstattzeit gemacht.
Antike Vor rund 2000 Jahren ist für Langen eine bäuerliche Kleinstsiedlung anzunehmen, die am Handelsweg in Richtung Frankfurt lag, wo man den Main ganzjährig durchqueren konnte. Man kann auch die Einrichtung eines römischen Hilfskastells in Langen annehmen. Ein Beweis zur Existenz eines Legionslagers wird nicht zuletzt durch die Wegführung der Stadtanlage erbracht, die heute durch die Auswertung von Luftbildern möglich ist. Während germanische Stadtanlagen sich durch runde Stadtmauern und unregelmäßige Wege auszeichneten, waren römische Siedlungen planvoll und rechteckig angelegt.
Mittelalter Eine erste größere Siedlung entstand vermutlich in der Zeit zwischen 500 und 600 durch fränkische Zuwanderer. Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung des Ortes enthält eine Schenkungsurkunde König Ludwigs II. an das Kloster Lorsch von 834. Dort wird Langen als Langungon erwähnt und der Umfang der Markgenossenschaft Langen beschrieben mit Drieichlahha, dem heutigen Dreieich als Nachbargemeinde im Norden. Zum Wildbann Dreieich, der durch die Herren von Hagen als Vögte verwaltet wurde, gehörten im Mittelalter auch die Wälder rund um Langen. Zwei der dreißig Wildhuben des Wildbannes befanden sich hier.
1414 brannte das Dorf Langen ab, als es zwischen der Stadt Frankfurt und dem Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein zum Streit kam. Als 1418 die Herren von Falkenstein ausstarben, erbten die Isenburger den Ort. Aus dem Mittelalter erhalten geblieben sind Reste der Ortsbefestigung mit dem spitzen Turm und dem stumpfen Turm.
Neuzeit Aus der Renaissance-Zeit ist der Vierröhrenbrunnen von 1553 erhalten. 1600 wurde Langen mit dem Amt Kelsterbach vom Isenburger Grafen an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt verkauft. Seither gehört Langen zu Hessen. Bei der Aufteilung der Länger Markgenossenschaft 1732, deren Oberhof Langen war, erhielt der Ort zwei Drittel des Bodens, Egelsbach ein Drittel.
1813 wurde Langen zum Marktflecken erhoben und 1821 Sitz des Landratsbezirks. Damit war Langen de facto Kreisstadt, musste diese Funktion jedoch bereits 1832 an Groß-Gerau und Offenbach abgeben. 1834 hatte Langen 2368 Einwohner. 1846 wurde die Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg und der Bahnhof Langen (Hessen) eröffnet. 1862 kam der Ort zum Landkreis Offenbach. 1883 wurden ihm mit der Einweihung der Stadtkirche durch Großherzog Ludwig IV. die Stadtrechte verliehen.Jürgen Bremer, in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Langen und der Langener Initiative für Geschichte und Kultur: Langen, im Herzen Europas. Langen 2010, Stadtkirche S. 20–25 mini|Gedenkstein zur Erinnerung an den Grenzverlauf des Brückenkopfs Mainz in der Gemarkung von Langen„Dieser „Franzosenstein“ ist 130 cm hoch, 43 cm breit und 40 cm tief. Der Kopf des Steines besitzt Facetten an den vier Ecken, so dass sich in der Aufsicht fast ein Oval ergibt. Der Stein wurde aus unbekannten Gründen beim Bau der Autobahn A661 an die B 458 versetzt (um 1970). Der ursprüngliche Standort befand sich an der Dieburger Straße, ca. 7 Meter westlich der Grundstücksecke des Anwesens, das auf der Ostseite der Autobahn an der alten Dieburger Straße liegt. Die UTM-Koordinaten: 478109, 5537241. [..]Der „Franzosenstein“ wurde im Juni 2014 von dem recht unglücklichen Standort an der B 486 entfernt und nach einer gründlichen Reinigung von einem Team der Kommunalen Betriebe Langen an der Gasstation der Stadtwerke Langen an der Offenthaler Straße wieder aufgestellt [..]. Er steht somit nicht genau an der ursprünglichen Stelle; der neue Standplatz befindet sich ca. 50 m weiter östlich auf der anderen Straßenseite auf städtischem Gelände. Auf dem neuen Standplatz ist der Franzosenstein besser zugänglich als vorher.“ (Wilhelm Ott: Steine in der Dreieich) () Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war Langen – im Rahmen der Alliierten Rheinlandbesetzung als Teil des Mainzer Brückenkopfes – bis 1930 von französischen Truppen besetzt. Während dieser Zeit wurde Langen zusammen mit den ebenfalls besetzten Gemeinden Buchschlag und Egelsbach aus dem weitgehend unbesetzten Landkreis Offenbach (siehe: Landkreis Offenbach während der Weimarer Republik) aus- und dem zum Besatzungsgebiet gehörenden Landkreis Groß-Gerau angegliedert.
Am 10. November 1938, während der reichsweiten Novemberpogrome, gab der NSDAP-Ortsgruppenleiter von Langen die Anweisung, die jüdische Synagoge in Langen in Brand zu stecken und seitdem gibt es keine jüdische Gemeinde mehr in Langen. Heute steht an dieser Stelle ein Denkmal mit einer Gedenkplatte und den Resten der ehemaligen Mikwe (jüdisches Tauchbad).langen.de: Gedenkstätte ehemalige SynagogeKim Maurus: . faz.net vom 2. August 2023.Synagoge Langen. 3D Computer Rekonstruktion (PDF; 0,5 MB) Anschließend zogen NS-Gewalttäter durch Langen, drangen in Häuser und Wohnungen jüdischer Mitbürger ein, misshandelten diese und demolierten Inventar.www.jüdische-gemeinden.de: Langen Die meisten flüchteten nach Frankfurt, wurden später von dort in Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.siehe auch Liste der Stolpersteine in Langen (Hessen).
Im Zweiten Weltkrieg wurde Langen nicht zerstört. 1959 wurde die Wohnstadt Oberlinden erbaut.Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 13. Dezember 2011: 50 Jahre Oberlinden: Langens grüner Stadtteil feiert Jubiläum Langen blieb während der hessischen Gebietsreform in den 1970er Jahren unverändert.
Bevölkerungsentwicklung Die Gründe für den starken Bevölkerungszuwachs im 19. Jahrhundert liegen im Machtverlust der Isenburger Grafen sowie in der Gebietsübernahme durch die hessischen Landgrafen und späteren Großherzöge von Hessen-Darmstadt. Mit der Ernennung Langens 1821 zum großherzoglichen Verwaltungsort kam es in den Gemeinden der Gemarkung Dreieich dazu, dass verstärkt Verkehrswege ausgebaut wurden und so die Erreichbarkeit Langens verbessert wurde. Weiterhin bedeutend für den Bevölkerungszuwachs ist der Bau der Main-Neckar-Bahn ab 1846, bei der Langen als einzige Gemeinde zwischen Frankfurt und Darmstadt einen Bahnhof erhielt. Auch wenn zwei Jahre später die alten Landkreise aufgelöst wurden, blieben in Langen das Amtsgericht und das Finanzamt – und damit die Funktion als Verwaltungsort. 1861 lebten „[…] 54 % der Langener Bürger von der Industrie und vom Handwerk […]“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es mit der Errichtung des Stadtteils Oberlinden zu einem starken Anstieg der Bevölkerungszahl (Wohnraum für Heimatvertriebene und Schlesier). In den 1980er und 1990er Jahren kam es zur Schaffung von weiterem Wohnraum im Nordend, in welchem sich das Landesflüchtlingslager befand – mit 1100 Bewohnern das größte Übergangswohnheim für Spätaussiedler in Hessen.
Folgende Einwohnerzahlen sind dokumentiert:
Jahr EinwohnerJahrEinwohnerJahrEinwohnerJahrEinwohner18041.47718854.706196120.957201436.05818171.85918904.827196729.511201537.02618282.55218955.007198328.500201637.25218342.36819005.632199033.112201737.52718362.68019056.309200435.269201837.902, zuletzt aufgerufen am 10. Februar 202018402.74519107.630200535.156201938.229 Hessische Gemeindestatistik 2020.pdf18463.08319257.891200635.184202038.524 Hessische Gemeindestatistik 202118523.24219338.613200735.177202138.651 Hessische Gemeindestatistik 202218583.19519399.077200835.260202237.16918612.985194612.093200935.430202340.35118643.039195013.351201035.570202440.83918713.636195617.097201136.031202541.02718754.087195919.802201235.64418804.475196021.252201335.845
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Langen erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Langen 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 25,7 11 25,9 12 28,1 13 27,5 13 35,5 16 37,9 17 24,9 11 25,0 11 17,0 8 24,4 11 14,7 7 14,7 7 13,3 6—————————— 12,6 6 15,8 7 22,9 10 26,3 12 31,4 14 32,0 14 FWG-NEV Freie Wählergemeinschaft – Nicht-parteigebundene Einwohner-Vertreter 9,6 4 15,3 7 14,9 7 11,6 5 12,0 5 9,8 4 5,3 2 5,0 2 4,4 2 3,0 1 — — — — WiLa Wählerinitiative Langen 3,6 2 3,8 2———————— 3,6 2 6,4 3 7,8 3 4,2 2 6,4 3 5,5 3 Offenbach-Post vom 15. März 2011: Freie Wähler vs. Freie Wähler. Die UWFB-FW-Liste trat 2011 als UWFB an 1,4 1 2,8 1 4,9 2 3,0 1 — — — — Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in %44,644,141,239,937,346,2
Bürgermeister und Magistrat mini|Das neue Rathaus in Langen Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Langen neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich acht weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2020 der als CDU-Mitglied parteiunabhängig angetretene Jan Werner. Er wurde als Nachfolger von Frieder Gebhardt (SPD), der nach zwei Amtszeiten in den Ruhestand treten wollte und gegen den er zweimal erfolglos kandidiert hatte, am 15. März 2020 in einer Stichwahl gegen den Ersten Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) bei 40,3 Prozent Wahlbeteiligung mit 58,9 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im Januar 2026.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 18. Januar 2026 in Langen
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: nur Einzelergebnisse 2014 (1. Wahlgang), 2008 und 1996 sind archiviert – Votemanager: Wahltermine Stadt Langen (Hessen), seit 2003; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2014 sind nicht aufbereitetWiki-Langen.de: Bürgermeister von Langen, zuletzt aufgerufen am 17. Dezember 2018