Die Jakowlew Jak-50 () war ein allwettertaugliches Abfangjagdflugzeug. Es entstand als logische Fortsetzung einer ganzen Reihe von Versuchs-Strahlflugzeugen aus dem OKB Jakowlew und war das Konkurrenzmuster zur Lawotschkin La-200, Mikojan-Gurewitsch I-320 und Suchoi Su-15.

Entwicklung Im Gegensatz zu seinem unmittelbaren Vorgänger Jak-30 hatte man den Rumpf um über zwei Meter verlängert und anstelle des Bugrad-Fahrwerkes erstmals in der Geschichte des Konstruktionsbüros ein Tandemfahrwerk installiert. Serienmäßige Anwendung fand diese Fahrwerksanordnung später in der Jak-25. Das Flugzeug wurde ebenfalls mit einem Funkmessvisier Korschun ausgestattet, welches seinen Platz im Bug über dem Lufteinlasskanal des Triebwerkes bekam.

Am 15. Juli 1949 begann die Werkserprobung mit Rolltests am Boden. Sergei Anochin, der auch schon andere Modelle von Jakowlew getestet hatte, flog die Jak-50 am 9. August erstmals und erprobte sie bis zum 22. März nächsten Jahres bei insgesamt 43 Flügen mit 18 Stunden Flugzeit. Im Januar 1950 stellte er mit 1170 km/h einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf. Bei insgesamt ausgezeichneten Flugleistungen wies die Jak-50 aber einige Mängel auf, wie mangelnde Stabilität im schallnahen Geschwindigkeitsbereich und ein kompliziertes Verhalten bei Start und Landung, was insbesondere auf die zur Masseeinsparung gewählte Fahrwerksvariante zurückzuführen war, für die das Muster offensichtlich zu klein und zu leicht war. Für die staatliche Erprobung entstand noch ein zweites Exemplar. Letztlich entschied man sich für die MiG-17PF in der Rolle des Allwetterjägers.

Die gleiche Typenbezeichnung erhielt erheblich später ein Sportflugzeug. Siehe hierzu Jakowlew Jak-50.

Aufbau Die Jak-50 war ein freitragender Mitteldecker in Ganzmetallbauweise. Der Tragflügel besaß pro Seite drei Grenzschichtzäune und war um 45° gepfeilt. Das Normalleitwerk war ebenfalls freitragend und gepfeilt. Das Fahrwerk bestand aus einem doppelt bereiften Hauptrad in der Rumpfmitte und einem Bugrad. Zur Gewährleistung der Standfestigkeit am Boden befanden sich an den Tragflächen je ein kleines an Streben befestigtes Stützrad, das im Flug nach hinten geklappt wurde. Die Bewaffnung bestand aus zwei Maschinenkanonen im Rumpfbug.

Technische Daten mini|Dreiseitenriss Kenngröße Daten Verwendung Versuchsjagdflugzeug Besatzung 1 Spannweite 7,98 m Länge 11,18 m Höhe 3,90 m Flügelfläche 16,00 m² Flügelstreckung 4,0 Rüstmasse 3.085 kg Startmasse 4.155 kg Flächenbelastung 256,00 kp/m² Triebwerk ein Strahltriebwerk Klimow WK-1A Leistung 2.650 kg Standschub Höchstgeschwindigkeit 1.135 km/h in 10.000 m Höhe1.125 km/h in 5.000 m Höhe1.170 km/h in Bodennähe Landegeschwindigkeit 200 km/h Steigleistung 68,00 m/s in Bodennähe Steigzeit 1:30 min auf 5.000 m Höhe3:30 min auf 10.000 m Höhe7 min auf 15.000 m Höhe Gipfelhöhe 16.600 m Reichweite 1.100 km Flugdauer 1 h Startrollstrecke 587 m Landerollstrecke 965 m Bewaffnung 2 Maschinenkanonen Nudelman-Richter NR-23, Kaliber 23 mm mit je 80 Schuss

Literatur

Wilfried Bergholz: Jakowlew. Seit 1927. Motorbuch, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-613-04024-3, S. 88/89. Rainer Göpfert: Jakowlew Jak-30 und Jak-50. In: Fliegerrevue. Nr. 3/2023, PPV Medien, Bergkirchen, , S. 46–53.

Weblinks

Jak0050 1949 Kategorie:Abfangjäger Kategorie:Jagdflugzeug (1940–1949) Kategorie:Einstrahliges Flugzeug Kategorie:Erstflug 1949 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Sowjetunion)