Als Pillewizer wurde zwischen 1988 und 2026 ein Gratsporn mit einer Höhe von Salzburger Geographisches Informationssystem SAGIS (zeitweise Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichische Karte 1:50.000) in der Venedigergruppe der Hohen Tauern in Salzburg bezeichnet.
Geografie Der Gratsporn liegt am östlichen Ende des Keeskogelkamms, der vom westlich benachbarten Keeskogel () über mehrere Nebengipfel bis zum Zwischensulzbachtörl () verläuft. Wie der gesamte Bergstock des Keeskogels liegt der Gratsporn auf dem Gebiet der Gemeinde Neukirchen am Großvenediger.
Der Gratsporn kann aus dem Pinzgauer Sulzbachtal bestiegen werden.
Geschichte Er wurde im September 1988 nach dem Glaziologen Wolfgang Pillewizer benannt. Am 25. September wurde dazu in Anwesenheit von Pillewizer, Hans Katschthaler, dem damaligen stellvertretenden Landeshauptmann von Salzburg, weiteren Vertretern der regionalen und kommunalen Politik, des ÖAV sowie dem akademischen Umfeld von Pillewizer eine Gedenktafel mit seinem Namen am Gipfel angebracht. Da der Berg ursprünglich die Höhe von 3000 Metern nicht erreichte, wurden zugleich von Bergsteigern Steine auf den Gipfel getragen, um so die 3000-Meter-Grenze zu erreichen.Anton Kaindl: Nationalpark Hohe Tauern: Berg erhöht und nach SA-Mitglied benannt. In: Salzburger Nachrichten. 15. Juni 2025, abgerufen am 8. September 2026.NS-Vergangenheit: Salzburg verliert einen Dreitausender. In: salzburg.orf.at. 28. August 2026, abgerufen am 28. August 2026.
Am 28. August 2026 entfernte der Alpenverein aufgrund Pillewizers NS-Vergangenheit die Gedenktafel, und der Punkt ist offiziell wieder namenlos. Ebenso wurden die Steine entfernt und der Gratsporn wieder auf seine natürliche Höhe reduziert.
Literatur Thomas Hofmann: Abenteuer Wissenschaft. Forschungsreisende zwischen Alpen, Orient und Polarmeer. Böhlau Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-205-21104-4, Kapitel „Sagt Ihnen der Name Pillewizer etwas?“ Worüber sich Archivare freuen, S. 11–25 ().
Einzelnachweise
Kategorie:Berg in der Venedigergruppe Kategorie:Neukirchen am Großvenediger