mini|hochkant|Stammwappen der Abel von Minden im Wappenbuch des Westfälischen Adels Abel von Minden (auch Abell) ist der Name eines ursprünglich aus Westfalen stammenden, später in den Ostseeprovinzen angesiedelten Adelsgeschlechts.
Geschichte Die Familie stammt ursprünglich aus dem westfälischen Minden und breitete sich nach Schweden und Finnland aus. Im Jahre 1568 ist bereits ein Hans Abel als Admiral der schwedischen Flotte in Kalmar festzustellen, Henrik (Heinrich) Abel von Minden trat unter Regierung Johanns III. in schwedische Dienste und erhielt 1569 Stockeryd mit untergeordneten Gütern in der Kirchspielgemeinde Järsnäs, Schweden, und 1571 Kjuloholm in Kimito, Finnland. Kjuloholm musste er 1576 an Julius Gyllenhielm abtreten. Henrik Abel von Minden erhielt am 7. April 1574 den Befehl, mit Herman Fleming am Narva-Feldzug teilzunehmen. Am 1. Mai 1574 nahm Johann III. Henrik Abel von Minden in den schwedischen Adelsstand auf. Nach königlichem Schreiben hatte er sich ab dem 29. September desselben Jahres, sich um alles Kriegsmaterial in Finnland zu kümmern, da er bereits Knechte unter seinem Befehl hatte. Außerdem wurde er zum Feldzeugmeister der Artillerie ernannt. Im Jahre 1575 reisten Henrik Abel von Minden und ein Baumeister nach Nyböle, um dort Bauarbeiten zu überwachen. Später, im Jahre 1580 war er Befehlshaber bei der Belagerung von Kexholm, 1584 Statthalter der Wittenstein-Feste in Livland, 1587 erhielt er als Ausgleich für seine zahlreichen Schenkungen an den König den Hof Åttu, 1591 Schlossvogt in Reval (heutiges Tallinn), Livland, 1593 unterschrieb er als Adliger auf dem Reichstag in Uppsala, 1594 übergab Henrik Abel von Minden den Hof Åttu zurück an den König. Verheiratet war er mit Elin Ryting, einer Tochter des Schlossvogts von Åbo Thomas Jönsson Ryting und Karin Fincke, einer Nachfahrin des alten Adels. Elin entstammte somit eines vornehmen Geschlechts aus Kimito. Henrik Abel von Minden hatte zwei Söhne mit Elin; Erik und Johan Abel. Vor dem 7. Januar 1598 starb Henrik Abel von Minden, vermutlich zu Gesterby, da er sich dort endgültig niederließ. Im Jahre 1599 erhielt Elin ein Schutzschreiben für ihre Güter von Herzog Karl. Vier Jahre zuvor, 1595 begleitete Erik Abel Henrik Tott und Nils Olofsson von Narva nach Meldola und von dort nach Åbo. Erik Abel soll auch in Gesterby gelebt haben. Mehr ist nichts über Erik Abel bekannt. Der andere Sohn Henriks und Elins, Johan von Abel, lebte in Stockeryd und war Rittmeister. Da er den „Feind des Reiches“ erfolgreich bekämpfte, wurden durch ihn sein und der erbliche Adelsstand seiner Neffen am 20. Juni 1604 ohne Introduktion erneut bestätigt.Gritzner (1901), S. 1. Später war er in dänischer Gefangenschaft, wurde 1613 nach dem Frieden von Knäred gegen 60 Reichstaler freigelassen. Er zahlte 60 Reichstaler, da er ein gutes Pferd besaß. Johan und Erik Abel blieben kinderlos, somit starb das Geschlecht mit ihnen aus.
Erwähnenswert ist außerdem, dass noch 1749 eine zwei Ellen hohe Sonnenuhr aus Sandstein auf dem Kirchhof Kimitos stand, auf der das Wappen der Abel von Minden abgebildet war. Dieses Wappen wurde 1670 in die berühmte Sammlung „Wappenschilde ehemals in den Kirchen Finnlands (Vapensköldar fordom uppsatte i Finlands kyrkor)“ aufgenommen.
Wappen Blasonierung: In Silber zwei gekreuzte blaue Hellebarden mit schwarzen Stangen, in den Winkeln jeweils von einem roten Herzen begleitet. Auf dem blau-weiß bewulsteten Helm rechts ein silbernes Büffelhorn, links eine rot über grün geteilte, nach links wehende Fahne mit weißer Stange und Spitze.Spießen (1901–1903), S. 1 u. Tfl. 1.
Literatur Maximilian Gritzner (Bearb.): J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, Band 3, 11. Abteilung (= Der Adel der Russ. Ostseeprovinzen, 2. Teil: Der nichtimmatrikulirte Adel), Nürnberg 1901, S. 1 (uni-goettingen.de) und Tfl. 1 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 1 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 1 (uni-duesseldorf.de). Jully Ramsay: Frälsesläkter i Finland intill stora ofreden, Helsingfors 1909, S. 1 (Digitalisat bei runeberg.org) (schwedisch).
Weblinks Abel von Minden bei finskheraldik.blogspot.com (finnisch)
Einzelnachweise
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