miniatur|Geburtshaus von Arturo Toscanini in Parma Das Geburtshaus von Arturo Toscanini befindet sich im Borgo Rudolfo Tanzi 13 in Stadtviertel Oltretorrente der Stadt Parma in der italienischen Region Emilia-Romagna. Dort wurde am 25. März 1867 der berühmte Dirigent und Orchesterleiter geboren.

Geschichte und Beschreibung Im geometrischen Kataster namens Atlante Sardi auf Geheiß von Ferdinand Bourbon 1767 sieht man, dass die Grundstücke Nr. 27 (das spätere Geburtshaus) und Nr. 28 (das Hofgebäude hinter dem späteren Geburtshaus) beide dem Herzog gehörten. Der Innenhof wird in dem Dokument „Polara Reale“ genannt: Er war mit einer großen Wasserwanne ausgerüstet und diente zur Aufzucht des Geflügels, das für die herzogliche Küche gebraucht wurde.

Ende des 18. Jahrhunderts kaufte die Familie Serventi, eine Dynastie von Bänkern und Unternehmern aus Parma, die Häusergruppe des Borgo San Giacomo. Im Haus Nr. 13 wohnte 1858 die Familie Montali (die Familie von Paolina, der Mutter des späteren Meisters) und es gehörte den Brüdern Enrico und Cesare Serventi. miniatur|Arturo Toscanini beim Dirigieren der Verdi-Oper La Forza del Destino

Anfang der 1960er-Jahre kauften die Söhne des Meisters das Haus von den Erben der Serventis und 1967 stifteten die Toscaninis es der Stadtverwaltung, die es umbaute und das Museum dort etablierte. 2007 wurden Struktur und Einrichtung erneuert.

In der Stiftungsurkunde stand:

Im Inneren des Hauses wurde das zeitgenössische Mobiliar restauriert und eine Dokumentation über das Leben des großen Meisters (Materialien hauptsächlich aus seiner Residenz in Mailand und der in Riverdale in New York City) hinzugefügt. Es handelt sich dabei um Fotografien, Kleidung und handsignierte Dokumente. Die Ausstellung ruft, auch mithilfe multimedialer Darstellungen, die künstlerischen und menschlichen Ereignisse dieses großen Künstlers aus Parma in Erinnerung.

Toscanini erzählte, dass er viele Male von einer eigenartigen Angst vor der Nummer 13 verfolgt worden sei: Wehe, er musste am 13. Tag ein Studium, Proben oder Aufführungen beginnen! Später zeigte sich einmal auf einer Geburtsurkunde, dass sein Geburtshaus im Borgo San Giacomo die Nummer 13 gehabt hatte, und von da an gab er den nervigen Aberglauben auf.

In diesem Haus wohnte der spätere Meister tatsächlich nur wenige Monate, weil sein Vater, Claudio, auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen als Schneider mit der Familie nach Genua umzog, aber, weil Arturo eine schwache Gesundheit hatte, brachte ihn seine Mutter, Paola Montani, nach Parma zurück, um ihn seinen Großeltern mütterlicherseits anzuvertrauen. Nach 1871 kehrten Paola und Claudio nach Parma zurück und begannen eine regelrechte Pilgerfahrt, bezeugt durch das historische Stadtarchiv von Parma, die vermutlich den wirtschaftlichen Problemen, in denen sich die Familie Toscanini befand, geschuldet war.

Innenräume miniatur|Im Geburtszimmer: Porträt von Arturo Toscanini, Gemälde von Giacomo Grosso, 1916, Öl auf Leinwand, 75 cm × 55 cm. miniatur|Klavierzimmer Eingangszimmer Im Eingangszimmer kann man eine Sammlung von Ehrungen sehen, die von der tiefen Wertschätzung des Meisters während seiner musikalischen Karriere zeugen, die ihn in alle Teile der Welt führte.

Geburtszimmer In diesem Zimmer im ersten Obergeschoss mit Fenstern zur Straße hinaus wurde Arturo Toscanini geboren und dort befinden sich Ausstellungsobjekte, Reisefotos, Porträts und kleine Aufnahmen der Familie Toscanini und Briefe von Musikerfreunden, darunter Giuseppe Verdi und Maurice Ravel.

Es finden sich auch einige persönliche Objekte, die Richard Wagner gehört haben: die Brille, einige Porträts, eine Mappe, eine Totenmaske, eine Tasse mit einem Henkel, der einen Schwan mit ausgebreiteten Flügeln darstellt, Toscanini von Wagners Tochter Eva geschenkt wurde und die Inschrift trägt: „Glorreicher und geschätzter Meister Arturo Toscanini, es liegt mir am Herzen, Ihnen diesen „Gobeled“ als Zeichen der Dankbarkeit und Freundschaft anzubieten. Ihn hat mein Vater Richard Wagner viele Jahre lang für seinen Abendgrog benutzt. Eva Chamberlain-Wagner.“, sowie ein Porträt von Cosima Wagner, das ihm die Tochter des großen Komponisten, Daniela Thode, schenkte und dort eine handschriftliche Widmung hinterließ.

Kaminzimmer In diesem Zimmer wollte man die Beziehungen des Meisters mit den großen Persönlichkeiten seiner Zeit unterstreichen: D’Annunzio, Carducci, Respighi, Einstein usw.

Unter den zahlreichen, dort aufbewahrten Dokumenten kann man auch einen handgeschriebenen Brief von Albert Einstein finden, den er an Toscanini sandte und in dem er dem Meister Komplimente über seine künstlerischen Fähigkeiten machte und vor allen Dingen über seine entschiedene Ablehnung gegenüber dem Faschismus:

Kochnische In der langen und schmalen Kochnische befindet sich eine Wanne zum Spülen des Geschirrs, die original aus 18. Jahrhundert stammt, sowie Sammlungen einiger Fotos und Karikaturen von Toscanini, die von Freunden und Musikern angefertigt wurden.

Klavierzimmer Dort findet man die Lebensgeschichte, die Kleidung, die Opernkostüme, die Gegenstände, die Wanderstöcke und die Hüte des Meisters. Auch ist dieser Raum reserviert für die Sammlung von Aureliano Pertile, dem Tenor und Freund von Toscanini, darunter auch ein Bechstein-Klavier, das dem lyrischen Sänger gehörte.

Einzelnachweise Toscanini, “grandi” di Parma in Gazzetta di Parma. Grafiche Step, 2007. nach Filippo Sacchi, zitiert in Davide Bassi: Museo Casa Natale Arturo Toscanini. Mazzotta, 2002. ISBN 88-202-1590-X. S. 19.

Toscanini, “grandi” di Parma in Gazzetta di Parma. Grafiche Step, 2007. S. 13. Marco Capra: Arturo Toscanini vita, immagini e ritratti. Grafiche Step, Parma. S. 21. Gaspare Nello Vetro: Il Giovane Toscanini. S. 16. Gustavo Marchesi: Toscanini. UTET, 1993. S. 13. Casa Toscanini riapre. Comune di Parma, 1987. Davide Bassi: Museo Casa Natale Arturo Toscanini. Mazzotta, 2002. ISBN 88-202-1590-X. Davide Bassi: Museo Casa Natale Arturo Toscanini. Mazzotta, 2002. ISBN 88-202-1590-X. S. 303.

Quellen Renzo Allegri: Toscanini dolce tiranno: la vita, l'arte, la fede nel racconto delle figlie e degli amici. Ancona 2007. Davide Bassi: Museo Casa Natale Arturo Toscanini. Mazzotta, 2002. ISBN 88-202-1590-X Gustavo Marchesi, Toscanini. UTET, 1993. Filippo Sacchi: Toscanini. Mondadori, Mailand 1951. Gaspare Nello Vetro: Il Giovane Toscanini. Grafiche Step, 1983. Casa Toscanini riapre. Comune di Parma, 1987.

Weblinks

Offizielle Website des Casa Natale Arturo Toscanini. Abgerufen am 7. Juli 2021. Francesca Fiorini Mattei: Fotos der Innenräume des Geburtshauses von Arturo Toscanini. Abgerufen am 7. Juli 2021.

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