Günter Schewe (* 12. November 1930; † 5. Februar 1997 in KielKurzer Abriss der Geschichte der Rechtsmedizin in Frankfurt am Main. Universitätsklinikum Frankfurt, abgerufen am 25. Juni 2021) war ein deutscher Rechtsmediziner, Jurist und Hochschullehrer. Er wirkte unter anderem als Professor und Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Gießen.
Ausbildung und Beruf Schewe absolvierte zwei Studiengänge, Rechtswissenschaft und Medizin; seine Studienorte waren Freiburg im Breisgau, München und Hamburg. In Hamburg promovierte er mit einer Arbeit zum Verbotsirrtum in Rechtswissenschaften, bevor er 1960 die zweite juristische Staatsprüfung bestand. Ein Jahr später hatte er auch das Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen. Er wechselte an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu Wilhelm Hallermann und erwarb mit einer Arbeit zu Vorsatz unter Berücksichtigung des Bewusstseinszustands 1964 den medizinischen Doktorgrad.
In seiner Zeit als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Gerichtliche und Soziale Medizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main habilitierte er sich 1969 in Rechtsmedizin; er hatte zu strafrechtsdogmatischen Aspekten des Willensproblems aus dem Blickwinkel von Medizin und Psychologie gearbeitet. Ab 1971 war Schewe Leiter des rechtsmedizinischen Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen, zunächst kommissarisch ab 1973 auf dem Lehrstuhl für Rechtsmedizin. 1988 wechselte er auf den Lehrstuhl in Kiel in Nachfolge Oskar Grüners.
Forschungsinteressen Die Interessen Schewes lagen im Grenzbereich zwischen Medizin und Recht.Vgl. etwa Günter Schewe: Forensische Psychopathologie. In: Wolfgang Schwerd (Hrsg.): Kurzgefaßtes Lehrbuch der Rechtsmedizin für Mediziner und Juristen mit vollständiger Berücksichtigung des Gegenstandskatalogs 1979 für die Ärztliche Prüfung und entsprechenden Texthinweisen. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln-Lövenich 1979, ISBN 3-7691-0050-6, S. 223–280. Es sind zu nennen:
Todesdefinition in Zusammenhang mit Organspenden rechtlich-medizinische Fragen der Sterbehilfe Haftung von Krankenpflegern Leistungs- und Arbeitsfähigkeit von Dialysepatienten Nachweis von Alkoholmissbrauch Festlegung einer Grenze von Alkohol- und Drogenrausch sowie von Medikamentwnwirkungen für die Fahrtüchtigkeit
Mitgliedschaften Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM); Vorsitzender von 1990 bis 1992
Literatur Harald Schütz (Hrsg.): Medizinrecht – Psychopathologie – Rechtsmedizin: Diesseits und Jenseits der Grenzen von Recht und Medizin. Festschrift für Günter Schewe. Springer, Berlin 1991, ISBN 978-3-642-76290-1
Weblinks
Harald Schütz, Marcel A. Verhoff, Günter Weiler und Reinhard Dettmeyer: Geschichte der Rechtsmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen.Justus-Liebig-Universität Gießen
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Jurist Kategorie:Rechtsmediziner Kategorie:Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen) Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann