Die Tafel-Umlagerung ist eine Namensreaktion in der Organischen Chemie, die erstmals 1907 von Julius Tafel beschrieben wurde. Bei der Tafel-Umlagerung werden substituierte Acetessigsäureethylester unter einer Umlagerung zu Kohlenwasserstoffen reduziert.
Reaktion Bei dieser Reaktion handelt es sich um eine elektrochemische Reduktion von substituierten Acetessigsäureethylestern in alkoholischer Schwefelsäure an einer Bleikathode, bei der eine Gerüstumlagerung stattfindet.
Reaktionsmechanismus Bei der Tafel-Umlagerung wandert die Acylgruppe des β-Ketoesters an das Kohlenstoffatom der ursprünglichen Carbonsäureestergruppe. Dies konnte 1937 von Friedrich Fichter durch die Untersuchung der elektrochemischen Reduktion von Methylbenzylacetessigester gezeigt werden.
Als Reaktionsprodukt findet man (2-Methylpentyl)benzol, ein C12H18-Kohlenwasserstoff.
Untersuchungen zum Reaktionsmechanismus der Tafel-Umlagerung wurden 1976 publiziert. Demnach wird zunächst der β-Ketoester 1 zur Zwischenstufe 2 protoniert und anschließend zum Diradikal 3 reduziert, das wiederum zu einem Cyclopropanderivat 4 cyclisiert. Dieses steht im Gleichgewicht mit dem Hydroxycyclopropanon 5. In einer Retroaldolreaktion bildet sich das α-Diketon 6 das abschließend zum Kohlenwasserstoff 7 reduziert wird.
Einzelnachweise
Kategorie:Namensreaktion Kategorie:Radikalische Reaktion