mini|Rennszene auf dem Circuit of the Americas 2019 Die US-amerikanische Formel-Meisterschaft, auch bekannt als Indy Car Racing, ist eine Art des professionellen Automobilsports in Nordamerika. Seit 2008 wird die höchste amerikanische Formel-Meisterschaft in Form der IndyCar Series alleinig von IndyCar sanktioniert.
Wettbewerbsveranstaltungen für einsitzige, offene Rennwagen auf professionellem Niveau wurden seit 1905 unter der Schirmherrschaft fünf verschiedener Verbände durchgeführt. Dazu zählen die National Championship von AAA und USAC, die Indy Car World Series von CART, die Champ Car World Series von OWRS und die IndyCar Series von IndyCar. Eine saisonlange, auf Punkten basierende, nationale Fahrermeisterschaft wurde 1916 und seit 1920 offiziell anerkannt. Das Indianapolis 500, das 1911 zum ersten Mal ausgetragen wurde, ist die wichtigste Veranstaltung des Indy Car Racing.
Die offenen, geflügelten, einsitzigen Autos ähneln im Allgemeinen denen der Formel 1, obwohl es wesentliche Unterschiede gibt. Die Serien werden daher oft als US-Pendant zur Formel 1 bezeichnet. Der Ruhm des Indianapolis 500 führt dazu, dass viele die Autos, die in der Meisterschaft gefahren werden, umgangssprachlich als „Indy cars“ bezeichnen.
Diese Form des Rennsports hat im Laufe der Jahre ein hohes Maß an Popularität erfahren, insbesondere in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf die „goldene Ära“ der 1950er-Jahre folgte ein Jahrzehnt des Übergangs und der Innovation in den 1960er-Jahren, das eine verstärkte internationale Beteiligung einschloss. Während der steigenden Popularität der CART PPG Indy Car World Series in den 1980er und frühen 1990er Jahren erlebte der Sport ein beträchtliches Wachstum und eine größere Aufmerksamkeit. Zwei organisatorische Streitigkeiten, 1979 und 1996, führten jeweils zu einem „Split“, der die Teilnehmer (und Fans) auf zwei getrennte Sanktionierer aufteilte. Im Jahr 2008 fand jedoch eine offizielle Vereinigung statt, die den Sport wieder unter einem einzigen Veranstalter zusammenführte.
Sanktionierende Verbände AAA (1905–1955) mini|Die Startaufstellung des Indianapolis 500 1916, das erste Indy 500, das Teil der nationalen Meisterschaft war mini|Zeke Meyer beim Indianapolis 500 1932 Die ersten nationalen Meisterschaften wurden durch das Wettbewerbskomitee der American Automobile Association (AAA) sanktioniert. Das Komitee entstand noch im Gründungsjahr der AAA 1902. Die AAA sanktionierte erstmals 1904 eine Motorsportveranstaltung. Dabei handelte es sich um den Vanderbilt Cup. Die AAA führte 1905 die erste Rennstrecken-Saisonmeisterschaft für Rennwagen ein. Die Rennen auf Pferderennbahnen gingen über eine Distanz von 5 bis 10 Meilen. Barney Oldfield war der erste Meister. Die Saison wurde in den folgenden Jahren jedoch nicht mehr als offizielle Meisterschaft anerkannt. Auf die Bitte einer Gruppe Automobilhersteller richtete die AAA ab 1909 den „National Championship Trail“ aus. Anders als der Name es vermuten lässt wurde in den ersten Jahren allerdings kein Meistertitel vergeben. Nach den offizielle Aufzeichnungen ist die Saison 1916 die nächste bestrittene Meisterschaftssaison. Jahre später wurden rückwirkend Titel bis 1902 vergeben. Diese rückwirkenden Titelvergaben (1902–1915 und 1917–1920) werden von anerkannten Historikern als Geschichtsrevisionismus betrachtet.
Während des Ersten Weltkriegs wurde der Motorsport in den Vereinigten Staaten nicht eingestellt, aber die offizielle nationale Meisterschaft wurde ausgesetzt. Das Indianapolis 500 selbst wurde 1917 und 1918 wegen des Krieges freiwillig ausgesetzt. 1920 wurde die Meisterschaft offiziell wieder aufgenommen und trotz des schwierigen wirtschaftlichen Klimas, das später folgen sollte, wurde die Meisterschaft während der Depression fortgesetzt. Kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurden alle Autorennen während des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt. Von 1942 bis 1945 wurden keine Rennen ausgetragen, da die US-Regierung sie vor allem wegen der Rationierung verboten hatte. Der Rennbetrieb wurde 1946 wieder vollständig aufgenommen. Die Saison 1946 ist insofern bemerkenswert, als dass sie sechs Champ-Car-Veranstaltungen und 71 „Big-Car“-Rennen umfasste, da die Organisatoren anfangs unsicher über die Verfügbarkeit von Autos und die Teilnahme waren.
Die AAA beendete ihre Teilnahme an Autorennen zum Ende der Saison 1955. Als Gründe nannte sie eine Reihe tödlicher Unfälle, namentlich Bill Vukovich in Indianapolis, und der Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1955.
Bis 1922 und wieder von 1930 bis 1937 war es üblich, dass die Wagen zweisitzig waren, im Gegensatz zu der bereits erwähnten einsitzigen Standardform. Neben dem Fahrer fuhr zu der Zeit auch immer ein Mechaniker mit.
USAC (1956–1978) mini|Dan Gurney beim Indianapolis 500 1962 Die nationale Meisterschaft wurde vom United States Auto Club (USAC) übernommen, einem neuen Sanktionsverband, der vom damaligen Besitzer des Indianapolis Motor Speedway, Tony Hulman, gegründet wurde. Meisterschaftsrennen erfreuten sich in einem stabilisierten Umfeld über zwei Jahrzehnte lang immer größerer Beliebtheit auf den beiden traditionellen Streckenarten – den asphaltierten und den unbefestigten Ovalkursen. In den 1950er Jahren dominierten auf den asphaltierten Ovalstrecken die „Roadster“ mit Frontmotor, während auf den Dirt Tracks weiterhin die Champ Dirt Cars dominierten. In den 1960er Jahren begannen Fahrer und Teambesitzer mit Erfahrung auf permanenten Straßenkursen, sowohl aus Amerika als auch aus dem Ausland, sich in die Serie hineinzuwagen. Durch diesen Einfluss entwickelten sich die Fahrzeuge für die asphaltierten Ovalkurse von „Roadstern“ mit Frontmotor zu Rennwagen mit Heckmotor, wie sie bereits in der Formel 1 üblich waren. Die technische Entwicklung, die Geschwindigkeit und die Kosten stiegen in rasantem Tempo. Der Rennkalender wurde weiterhin von Ovalkursen dominiert, aber ein paar Straßenrennen wurden hinzugefügt, um die Neuankömmlinge zu beruhigen. Nach 1970 wurden die unbefestigten Ovale aus der nationalen Meisterschaft gestrichen.
In den 1970er Jahren begannen die steigenden Kosten, einige der angestammten USAC-Autobesitzer aus dem Sport zu vertreiben. Die dominierenden Teams wurden Penske, Patrick, Gurney und McLaren, die alle von Leuten mit Erfahrungen von den natürlichen Rundstrecken geführt wurden. Es gab einen wachsenden Zwiespalt zwischen diesen Teams und dem USAC-Management. Die Veranstaltungen außerhalb von Indianapolis litten unter geringen Zuschauerzahlen und schlechter Werbung. Das Indy 500 wurde am selben Tag zeitversetzt im Fernsehen auf ABC übertragen. Die meisten anderen Rennen wurden jedoch kaum oder gar nicht im Fernsehen gezeigt.
Gegen Ende des Jahrzehnts veranlasste die wachsende Unzufriedenheit mehrere Fahrzeugbesitzer dazu, die Gründung einer neuen Sanktionsbehörde für die Durchführung der Rennen in Betracht zu ziehen. Währenddessen wirkten sich zwei Ereignisse gleichzeitig auf die Situation aus. Tony Hulman, Präsident des Indianapolis Motor Speedway und Gründer der USAC, starb im Herbst 1977. Ein paar Monate später kamen acht wichtige USAC-Funktionäre bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ende 1978 spalteten sich die Besitzer ab und gründeten die Championship Auto Racing Teams (CART), um dem USAC die Kontrolle über die Meisterschaft zu entziehen.
CART & USAC (1979–1981): Der erste „Split“ Championship Auto Racing Teams (CART) wurde von den meisten der bestehenden Teambesitzer gegründet, mit anfänglicher Unterstützung durch den Sports Car Club of America (SCCA) um vom ACCUS anerkannt zu werden. Daher gab es zwei nationale Meisterschaften, die jeweils von USAC und CART ausgetragen wurden. Das Indianapolis 500 blieb unter USAC-Sanktion. Die Top-Teams verbündeten sich mit der CART, und die CART-Meisterschaft wurde schnell zur prestigeträchtigeren nationalen Meisterschaft. Der USAC führte 1979 eine „Rumpfsaison“ mit wenigen namhaften Fahrern durch – die einzige Ausnahme war A. J. Foyt. 1979 verweigerte der USAC mehreren CART-Teams die Teilnahme am Indianapolis 500 von 1979. Im Zuge der Kontroverse kam es zu einer gerichtlichen Verfügung, die den CART-verbundenen Teilnehmern die Teilnahme erlaubte.
1980 gründeten USAC und CART gemeinsam die Championship Racing League (CRL), um die nationale Meisterschaft zusammen auszutragen. Aber das Management von IMS lehnte die Idee ab. Der USAC zog sich im Juli aus der CRL-Vereinbarung zurück. CART fuhr mit dem Kalender den Rest der Saison fort. Sowohl CART als auch USAC vergaben in diesem Jahr getrennte nationale Meistertitel, die beide von Johnny Rutherford gewonnen wurden.
In den Jahren 1981 und 1982 wurde das Indianapolis 500 weiterhin vom USAC sanktioniert. Die maßgebliche nationale Meisterschaft wurde nun von CART sanktioniert. Das Indy-500-Feld bestand größtenteils aus CART-Teams sowie zahlreichen eigenständigen Teams, die nur für dieses eine Rennen antraten. Das Indianapolis 500 wurde nicht in den CART-Rennkalender aufgenommen und es konnten keine Punkte für die Meisterschaft gewonnen werden. Außerdem hatte der USAC zu diesem Zeitpunkt Indianapolis zu einem Einladungsrennen erklärt, an dem nur eingeladene Teams teilnehmen konnten. Dies geschah zum Teil, um den Aufruhr über die verweigerten Nennungen zu vermeiden, der 1979 aufgetreten war. Ein weiteres Rennen wurde vom USAC 1981 in Long Pond ausgetragen. Dieses Rennen wurde von vielen CART-Teams nicht unterstützt und bot ein gemischtes Feld, das durch umgebaute Dirt-Track-Autos aufgefüllt wurde. Der USAC hörte bald auf Meisterschaftsrennen außerhalb des Indianapolis 500 zu sanktionieren.
CART & USAC (1982–1995) mini|Indianapolis 500 1994, vom USAC veranstaltet Stabilität kehrte zurück und die nationale Meisterschaft wurde nun von CART in Vollzeit betrieben. Das Indianapolis 500 wurde weiterhin nur von USAC sanktioniert, aber es wurden Punkte für die CART-Meisterschaft vergeben. Die Autos und Motoren, die bei den CART-Rennen und dem von USAC sanktionierten Indy 500 verwendet wurden, waren die gleichen, mit nur relativ geringen Reglementunterschieden. Das Indy-500-Feld bestand aus den CART-Stammfahrern und zahlreichen einmaligen („Indy only“-)Teilnehmern. Gelegentlich entschieden sich einige der „Indy only“-Teilnehmer auch für die Teilnahme am Michigan 500 und am Pocono 500 (beide von der CART sanktioniert), da diese beiden Veranstaltungen einen höheren Stellenwert hatten und bekannter waren.
Eine der auffälligeren Regeländerungen durch den USAC war die Zulassung von „Stock-Block“-Motoren mit einem höheren Ladedruck des Turboladers. Während die meisten Vollzeit-CART-Teams in Indy ihre V8-Quadcam-Motoren einsetzten, entschieden sich einige der kleineren oder „Indy only“-Teams, die von den Ladedruckregeln angelockt wurden, für Stock-Block-Motoren.
1981 rief der USAC die Gold-Crown-Meisterschaft ins Leben. Für sie hatte man sich auf einen ungewöhnlichen Zeitplan von Juni bis Mai festgelegt. Dieser sah vor, dass das Indianapolis 500 das letzte Rennen der jeweiligen Saison sein würde. Nach den ersten drei Saisons beinhaltete die USAC-Gold-Crown-Meisterschaft jedoch nie mehr als ein Rennen (d. h. Indianapolis). Somit würde der Sieger des Indy 500 automatisch den USAC-Gold-Crown-Titel gewinnen. Diese Titel werden jedoch nicht als nationale Meistertitel anerkannt.
CART & IRL (1996–2003): Der zweite „Split“