mini|Sektion-Küche in einer amerikanischen IKEA-Niederlassung

Metod (schwedisch für „Methode“; in Nord- und Mittelamerika: Sektion) ist ein Küchenschranksystem des schwedischen Einrichtungskonzerns IKEA. IKEA nahm das System am 2. Juni 2014 in sein Programm und ersetzte damit sein bisheriges Küchensystem Faktum.

Im Unterschied zu den Küchensystemen der meisten anderen Hersteller sind Metod und Sektion für Käufer entwickelt, die ihre Küche nach dem Do-it-yourself-Prinzip selbst einbauen wollen, wobei die Montage – anders als bei den meisten anderen Produkten des Herstellers – in der Regel auch die Verwendung von grundlegendem Tischlerwerkzeug wie z. B. einer Kreissäge erfordert. In vielen Ländern bietet IKEA auch Montageservice an bzw. vermittelt einen solchen Service. Auch viele unabhängige Handwerksunternehmen haben Erfahrung und Expertise beim Einbau von IKEA-Küchen.

Übersicht Das Metod-System umfasst ausschließlich Schränke und deren Zubehör. IKEA vermarktet zwar auch Artikel wie Küchengroßgeräte, Spülen und Wasserhähne, die sich zum Einbau in Metod-Korpusse eignen, doch sind sie nicht Teil des Systems. Die Elektrogeräte werden nicht von Ikea hergestellt, sondern sind baugleich mit Geräten einschlägiger Hersteller; so entspricht etwa das in Nordamerika vermarktete Mikrowellengerät Huvudsaklig einem Modell von Frigidaire (= Electrolux). Schubladen für das Metod-System (in Nordamerika: Sektion-System) werden unter den Namen Maximera und Exceptionell verkauft. Zahlreiche weitere technische Elemente, wie Scharniere und Zwischenböden, sind im Utrusta-Programm zusammengefasst. Ein weiteres Element mit eigenem Namen sind die Fixa-Leisten, die auf die Oberkanten von Unterschränken aufgeschraubt werden müssen, um sie für die Belastung mit einer Arbeitsplatte ausreichend zu stabilisieren. Auch die Frontelemente (Türen, Schubladenfronten) werden nicht unter den Namen Metod vermarktet, sondern unter dem des jeweiligen Designs.

Der Name Förbättra wird zur Bezeichnung von Dekorleisten und Deckseiten verwendet. Die Letzteren sind nicht nur an den beiden Seiten, sondern auch an allen vier Kanten vollständig furniert bzw. abgeschlossen, sodass sie an beliebigen extra benötigten Bauteilen verwendet werden können. Ihre Stärke variiert je nach SKU-Nummer zwischen 1,3 und 1,5 mm.

Geschichte Das erste Küchenschranksystem, das IKEA aus Spanplatte produzierte, war die von Krister Nilsson 1974 entwickelte Küche System 210. Auf sie folgte 1995 das Faktum-System, das in Nordamerika bald durch das zöllige, ansonsten aber baugleiche Akurum-System ersetzt wurde.

Ein Grund für den Wechsel zu Metod war das Bestreben, die Modularität der Schränke flexibler zu machen, mit mehr Optionen für die Dimensionen, damit sie auch in Räume eingebaut werden können, in denen IKEA-Küchen bisher nicht gepasst hätten. Metod umfasst, verglichen mit Faktum, auch mehr Wahlmöglichkeiten für die Innenausstattung der Schränke; unter anderem werden verschiedene Müllsortiersysteme und LED-Beleuchtung für Schubladen angeboten.

Schranktypen mini|Die Module von Metod sind in Inkrementen von 20 Zentimetern gestaffelt. Das System umfasst Unter-, Ober- und Hochschränke, deren Standardkorpusse in 20-cm-Schritten gestaffelt sind. Bei der Schranktiefe haben Käufer die Wahl zwischen 60 und 37 Zentimetern; Oberschränke sind allerdings immer 37 Zentimeter tief. Außer den in der Abbildung dargestellten Einheiten umfasst das Sortiment auch eine Auswahl von Eckschränken.

Beim nordamerikanischen System Sektion beträgt die Staffelung drei Zoll; wegen der in Nordamerika üblichen sehr breiten Kühlschränke umfasst Sektion Oberschränke, die bis zu gut 91 cm (36 Zoll) breit sind, während Metod, außer bei Eckschränken, nicht über 80 cm hinausgeht.

mini|Die Metod-Eckschränke (Frontseiten grau dargestellt); Schrank A kann auch spiegelverkehrt montiert werden Die Auswahl an Eckschranktypen ist bei Metod und Sektion, verglichen mit den Systemen anderer Hersteller, klein. An Unterschränken wird nur ein langer Schrank (mit optionalem Halbkarussell; Abbildung A; das Produkt kann wahlweise mit links- oder rechtsliegender Tür montiert werden) und ein spiegelsymmetrischer Schrank mit Falttür (mit wahlweisem Dreiviertelkarussell; Abbildung B) angeboten, und an Oberschränken nur ein spiegelsymmetrischer Schrank (mit wahlweisem Vollkarussell; Abbildungen C–D) in unterschiedlichen Höhen.

Weiterhin umfasst das Sortiment speziell ausgerüstete und dimensionierte Korpusse, die verschiedene Typen von Spülbecken sowie Elektrogroßgeräte wie Kühl- und Gefrierschränke, Herd, Kochfelder, Backöfen und Mikrowellengeräte aufnehmen können. Spülmaschinen können hinter speziellen Frontelementen verborgen werden. Obwohl das nordamerikanische Sektion-System grundlegend dieselben Schranktypen umfasst, tendieren Amerikaner von jeher dazu, ihre oft sehr teuren Küchengroßgeräte nicht von außen unsichtbar in Schränke einzubauen, sondern vorzuzeigen.

Es ist nicht nötig, Spülbecken und Elektrogeräte von IKEA zu verwenden; je nach gewähltem Element können jedoch Modifikationen der Korpusse erforderlich werden, die nur handwerklich Versierte leisten können.

Materialien und Konstruktion Korpus Konstruktion, Materialien, Montage IKEA-Küchenschranksysteme sind, wie in Europa üblich, rahmenlos, was sie etwa von der in den Vereinigten Staaten üblichen Rahmenbauweise unterscheidet. „Rahmung“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass den Schränken eine Vorderseite aufgesetzt wird, mit eingelassenen Öffnungen für Schubladen und Türen. Die Schränke gewinnen dadurch an Stabilität, verlieren aber, insbesondere bei Schubladen, an nutzbarem Innenraum. Bei Metod und Sektion haben die Korpusse keine Vorderseite. Die rahmenlose Konstruktionsweise erlaubt es, das Produkt zerlegt (RTA, „ready to assemble“) in flach gepackten Kartons zu vertreiben.

Die Korpusse der Schränke sind aus Spanplatte gefertigt, die mit Melaminfolie beschichtet und in Kunststoff eingefasst ist, bei einer Gesamtdicke von 18 Millimetern (= knapp 3/4 Zoll). Die Rückwände sind aus Hartfaserplatte, der Acrylfarbe aufgetragen ist. Die Querleisten, die die Unterschränke nach oben abschließen, sind aus verzinktem Stahl. Die Querleisten müssen mit separat zu kaufenden zusätzlichen Leisten aus galvanisiertem Stahl (Produktname Fixa) ergänzt werden. Während die Unterschränke oben offen sind, weil sie durch eine separat zu kaufende Arbeitsplatte abgeschlossen werden müssen, liegt bei Oberschränken und Hochschränken oben eine Spanplatte auf. Metod-Korpusse werden wahlweise in Weiß und in Schwarz angeboten.

Das gerade Ausrichten der Korpusse wird dadurch erleichtert, dass nicht nur Ober-, sondern auch auf dem Boden stehende Schränke in eine an die Wand montierte Leiste eingehängt werden. Die Leisten sind aus galvanisiertem Stahl und müssen nach Bedarf zugesägt werden. Um Inseln und Halbinseln zu bilden, können Unterschränke auch Rücken an Rücken aufgestellt werden. In diesem Fall werden keine Aufhängeleisten, sondern spezielle Verbinder verwendet; möglich ist deren Montage allerdings nur, wenn zwei gleich breite Korpusse genau Rücken an Rücken stehen. Hochschränke Rücken an Rücken (ohne dazwischen liegende Wand) aufzustellen ist nicht vorgesehen und erfordert vom Aufsteller etwas handwerkliche Improvisation.

Die Korpusse werden ohne Sockel produziert und geliefert. Zum Aufstellen von Unter- und Hochschränken werden spezielle Beine benötigt, an die – um Sockel zu imitieren – Sockelleisten angeklippt werden können (siehe Abschnitt #Beine und Sockelleisten). Bei Inseln und Halbinseln müssen, um einen stabilen Stand zu erreichen, außer Beinen auch zusätzliche Spezialstützen verwendet werden, durch die die Korpusse fest mit dem Boden verbunden werden.

Damit Türen und Schubladen problemlos geöffnet werden können, dürfen Korpusse nicht mit einer Seitenwand direkt an einer Wand aufgestellt werden, sondern brauchen als Abstandhalter und Fugenfüller eine vertikale Leiste. Dafür gibt es keine Spezialelemente, sondern nur Deckpaneele, die der Käufer individuell zusägen muss. Entsprechende Abstandhalter sind – außer bei der Verwendung der passenden Eckschränke – auch überall dort erforderlich, wo Schrankzeilen im rechten Winkel zusammenstoßen.

Unterschiede zwischen Faktum und Metod Vom Vorläufermodell Faktum unterscheidet Metod sich vor allem durch die Konstruktionsweise. Während die Seitenteile von Faktum je zwei vertikale Reihen von Bohrungen hatten (am vorderen und am hinteren Rand), sind es bei Metod vier, nämlich zwei am vorderen Rand, eine in der Mitte und eine weitere am hinteren Rand. Die Doppelbohrungen an der vorderen Kante erlauben es, Schubladen nicht nur unterschiedlich hoch, sondern auch in unterschiedlicher Tiefe einzubauen. Der vertikale Abstand zwischen den Bohrungen beträgt 50 mm (bei Sektion ist alle 32 mm ein Loch gebohrt). Der Standardsockel von Unter- und Hochschränken wurde von 16 cm auf 8 cm Höhe herabgesetzt, wodurch die Schränke an Stauraum gewinnen. Im Falle des nordamerikanischen Systems Sektion wurde, um mehr Stauraum zu gewinnen, die Schranktiefe 12 Zoll durch 15 Zoll ersetzt.

Die beiden Systeme Faktum und Metod (dasselbe gilt auch für Akurum und Sektion) sind nicht kompatibel.

Beine und Sockelleisten Die Korpusse von Unter- und Hochschränke haben keine eigenen Sockel, sondern ruhen auf speziellen Beinen, die es als Zubehör gibt. Die Vorzüge dieser Konstruktion gegenüber konventionellen Sockeln bestehen darin, dass die Korpusse leichter gerade ausgerichtet werden können und weniger Schall leiten. Grundsätzlich sind pro Korpus vier Beine vorgesehen; wenn zwei oder mehr Korpusse nebeneinander aufgestellt werden, können Beine jedoch auch so montiert werden, dass sie über die Kante des einen Korpus hinausragen und den angrenzenden Korpus mittragen. Diese alternative Montageweise ist deshalb vorgesehen, weil sie das gerade Ausrichten der Korpusse erleichtert; unter Umständen verschlechtert sie aber die Schalldämmung und auch die Stabilität der Schränke.

Die Beine sind aus Kunststoff (Polyamid, Polystyrol, Polypropylen) und enthalten ein Gewinde, mit dem die Höhe jedes Beines stufenlos eingestellt werden kann. So können Bodenunregelmäßigkeiten ausgeglichen werden. Mit jedem Bein wird ein spezieller Clip geliefert, um gegebenenfalls an der Frontseite der beiden vorderen Beine eine Sockelleiste zu befestigen. Die Standardbeine sind 8 cm hoch, alternativ sind jedoch auch die eigentlich für den nordamerikanischen Markt und das Sektion-System produzierten 11 cm hohen Beine erhältlich, sowie eine kleine Auswahl von Beinen, für die keine Sockelleiste gebraucht wird. Handwerklich Versierte können die Standardbeine, falls dies etwa aufgrund der Raumhöhe nötig wird, etwas absägen.

Die Sockelleisten werden bei der Verwendung der Standardbeine für Fronten und, falls Korpusseiten sichtbar sind, auch für Seiten benötigt. Da eine Leiste oft die Beine von zwei oder mehr Korpussen abdecken soll, gibt es dieses Produkt in einer Länge von 220 cm; die Leisten müssen von Hand zugesägt werden. Sie sind aus Polypropylen; eine Unterkante aus synthetischem Gummi erlaubt es, kleine Bodenunebenheiten auszugleichen. Die Frontseiten der Leisten sind zum Teil auf das Design der verschiedenen angebotenen Fronten abgestimmt.

Fronten mini|hochkant|Frontelemente: A = Tür, B = Schubladenfront, C = Sockelleiste, D = Deckseite, E = Dekorleiste, F = Arbeitsplatte Das Erscheinungsbild der Metod-Schränke hängt erheblich von den Fronten ab, die – um komplette Schränke zu erhalten – als Ergänzung zu den Korpussen benötigt werden.

Die Frontelemente umfassen Türen, Schubladenfronten, Sockelleisten (zum Verdecken der Beine), Deckseiten (zum Verdecken der sonst meist weißen Korpusseiten) und Dekorleisten (etwa an den Unterkanten von Oberschränken, um Lampen zu verbergen). Es werden zwar auch Arbeitsplatten angeboten, doch sind sie nicht Teil des Metod-Systems.