mini|Willmatshofen im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder mini|Staudenhaus, Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld mini|Blick übers Lechfeld südlich von Augsburg zu den Alpen

Der Landkreis Augsburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben ist mit mehr als 260.000 Einwohnern der bevölkerungsmäßig zweitgrößte Landkreis Bayerns.

Geografie Lage Der Landkreis Augsburg umschließt die Stadt Augsburg von allen Seiten außer von Osten. Südlich von Augsburg liegt das Lechfeld. Auch der nördliche Landkreis liegt im Lechtal. Die Landschaften im westlichen Landkreis Augsburg sind – von Nord nach Süd: Zusamtal, Holzwinkel, Reischenau und Stauden.

Der Landkreis hat eine Höhenlage von 412 m ü. NHN am Lech nördlich von Ellgau bis 626 m ü. NHN in den Stauden bei Mittelneufnach.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Dillingen an der Donau, Donau-Ries, Aichach-Friedberg, an die kreisfreie Stadt Augsburg sowie an die Landkreise Landsberg am Lech, Ostallgäu, Unterallgäu und Günzburg.

Geschichte Landgerichte Auf dem heutigen Kreisgebiet entstanden 1803 die Landgerichtsbezirke Göggingen, Schwabmünchen, Wertingen und Zusmarshausen. Sie gehörten ab 1808 zum Lechkreis und ab 1810 zum Oberdonaukreis. 1810 wurde Augsburg eine kreisunmittelbare Stadt. Ab 1838 gehörten die Landgerichte zum Kreis Schwaben und Neuburg, dem späteren Regierungsbezirk Schwaben.

Bezirksämter Das Bezirksamt Göggingen wurde zum 1. Juli 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Göggingen und Schwabmünchen gebildet. Doch wurde der Sitz des Bezirksamtes Göggingen bereits am 1. Oktober 1862 nach Augsburg verlegt und somit das Bezirksamt in Bezirksamt Augsburg umbenannt.Bekanntmachung den Sitz des bisherigen Landgerichtes und Bezirksamtes Göggingen dann des dortigen Bezirksarztes betr. - vom 28. Juli 1862 (Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern - Nr. 45/1862 - Sp. 2136) Es war für die Gemeinden der Landgerichte älterer Ordnung Göggingen (bzw. ab Oktober 1862 Augsburg) und Schwabmünchen zuständig.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Augsburg am 1. Januar 1880 Gemeinden der Bezirksämter Krumbach und Mindelheim.

Am 1. Oktober 1900 wurde im Zuge einer Neugliederung der Bezirke das Bezirksamt Schwabmünchen durch Ausgliederung von 32 Gemeinden des Bezirksamts Augsburg errichtet.

Am 1. Januar 1911 trat das Bezirksamt die Gemeinden Oberhausen und Pfersee an die Stadt Augsburg ab. Kriegshaber folgte am 1. April 1916.

Am 1. Oktober 1929 wurden bis auf sieben Gemeinden, die zum Bezirksamt Wertingen kamen, alle Gemeinden des aufgelösten Bezirksamts Zusmarshausen in das Bezirksamt Augsburg eingegliedert.

Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Augsburg, Schwabmünchen und Wertingen.

Landkreis Augsburg Bei der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 ein neuer Landkreis gebildet, der zunächst die Bezeichnung Landkreis Augsburg-West erhielt. Zu seinen Bestandteilen wurden alle Gemeinden des alten Landkreises Augsburg mit Ausnahme der Städte Göggingen und Haunstetten sowie der Gemeinden Inningen und Bergheim, die in die kreisfreie Stadt Augsburg eingemeindet wurden sowie der Gemeinden Schönebach und Uttenhofen, die in den Landkreis Günzburg umgegliedert wurden alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Schwabmünchen 28 Gemeinden des aufgelösten Landkreises Wertingen die Gemeinden Ellgau und Nordendorf des aufgelösten Landkreises Donauwörth die Gemeinde Traunried des aufgelösten Landkreises Mindelheim sowie die Gemeinden Heimpersdorf, Neukirchen, Oberbaar, Thierhaupten und Unterbaar des aufgelösten Landkreises Neuburg an der Donau.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Augsburg wurde Sitz des neuen Landkreises, der am 1. Mai 1973, zeitgleich mit der Namensänderung des Landkreises Augsburg-Ost in Landkreis Aichach-Friedberg, seine noch heute gültige Bezeichnung „Landkreis Augsburg“ erhielt.

Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Traunried aus dem Landkreis Augsburg in den Landkreis Unterallgäu und wurde dort in die Gemeinde Ettringen eingegliedert. Am 1. Januar 1994 wurde der Landkreis geringfügig verkleinert, als die Gemeinde Baar durch Ausgliederung aus der Gemeinde Thierhaupten wieder selbständig und in den Landkreis Aichach-Friedberg umgegliedert wurde. mini|Landratsamt Augsburg am Prinzregentenplatz Bezirksamtmänner/Bezirksoberamtmänner bis 1938, Landräte ab 1939

Josef Hipper (1913–1926) Max Mayer (1927–1931) Ernst Recht (1931–1934) Ludwig Brauneiser (1935–1945) Josef Hamberger (1946–1948) Albert Kaifer (1948–1962) Fritz Wiesenthal (1962–1972) Franz Xaver Frey (1972–1987) Karl Vogele (1988–2008) Martin Sailer (seit 1. Mai 2008)

Einwohnerstatistik rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Augsburg (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Augsburg, Alter und Geschlecht.)

Der Landkreis Augsburg gewann von 1988 bis 2008 rund 45.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 23 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 195.626 auf 251.534 um 55.908 Einwohner bzw. um 28,6 %.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 50.410 60.808 80.549 122.729 135.659 163.119 191.469 210.635 226.593 236.422 241.381 240.068 245.600

Im Jahr 2021 gab es 1.861 (1 % der Gesamtbevölkerung) Kirchenaustritte, 2022 waren es 4.167 (zirka 2 % der Gesamtbevölkerung).

Politik Kreistag Die Kommunalwahlen in Bayern 2026 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 39,1 28 42,5 30 48,1 34 47,9 34 52,4 37 49,8 36 AfD AfD Bayern 14,9 10 7,1 5 – – – – – – – – FW Freie Wähler Bayern 14,2 10 16,5 11 17,4 12 15,7 11 12,2 9 12,7 9 Grüne Grüne Bayern 11,7 8 17,7 12 10,8 7 8,4 6 7,6 5 9,0 6 SPD SPD Bayern 9,3 7 9,4 7 16,7 12 20,3 14 22,8 16 21,1 15 Linke Die Linke Bayern 3,4 2 1,4 1 – – – – – – – – JU Junge Union 3,1 2 – – – – – – – – – – FDP FDP Bayern 1,9 1 2,6 2 2,9 2 4,1 3 3,2 2 2,5 1 ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 1,6 1 2,7 2 2,3 2 1,6 1 – – 2,6 2 V-P³ V-Partei³ 0,9 1 – – – – – – – – – – REP Die Republikaner – – – – 1,8 1 2,0 1 1,8 1 2,3 1 gesamt 100,0 70 99,9 70 100,0 70 100,0 70 100,0 70 100,0 70 Wahlbeteiligung 66,5 % 59,5 % 57,0 % 61,4 % 63,5 % 67,1 %

Wappen

Wirtschaft und Leben Die Wirtschaft im Landkreis ist stark auf Augsburg ausgerichtet, die Arbeitslosigkeit ist konstant niedrig (Mai 2012: 2,6 %; Oktober 2018: 2,2 %).b4bschwaben Die Bevölkerungsentwicklung ist positiv (d. h. mehr Geburten und Zuwanderung als Todesfälle)Bayerisches Landesamt für Statistik (PDF; 1,2 MB), der Ausländeranteil beträgt 9,2 % (Stand: 2017).

Verkehr Eisenbahnstrecken Die erste Eisenbahnverbindung nach Augsburg eröffnete 1840 die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft. Schon vier Jahre später führte die Ludwig-Süd-Nord-Bahn ihre Strecke von Donauwörth her nach Augsburg und verlängerte sie 1847 nach Süden in Richtung Buchloe – Kempten. Der Bayerische Staat vollendete dann das Eisenbahnkreuz Augsburg mit der Linie nach Günzburg und Ulm in den Jahren 1853/54.

Weitere Strecken der Bayerischen Staatsbahn wurden mit Abzweigen in Augsburg-Hochzoll bzw. Mering eröffnet: 1875 nach Ingolstadt und 1898 nach Geltendorf und Weilheim.

In Bobingen an der Bahnstrecke Augsburg–Buchloe zweigt seit 1877 die Bahnstrecke Bobingen–Kaufering ab.

Von Stationen der Strecke nach Ulm nahmen folgende Bahnen ihren Ausgang: ab 1894 Dinkelscherben–Thannhausen ab 1903 Augsburg–Welden ab 1911/12 Gessertshausen–Markt Wald–Türkheim

Das Staatsbahnnetz erreichte somit einen maximalen Umfang von 172 km Länge. Davon wurden 48 km für den Personenverkehr stillgelegt:

1966: Dinkelscherben–Thannhausen (14 km, davon 4 im Landkreis Augsburg) 1986: (Augsburg–)Neusäß–Aystetten–Welden (19 km) 1991: Gessertshausen–Mittelneufnach–Markt Wald (25 km)

Auf der letztgenannten Strecke bietet die SVG im Sommer einen touristischen Verkehr an. Ab Dezember 2022 wird auf dieser Strecke auch wieder ein planmäßiger Taktverkehr angeboten und somit auf dem Abschnitt Langenneufnach – Gessertshausen reaktiviert.

Augsburger Verkehrsgesellschaft Die AVG Augsburger Verkehrsgesellschaft mbH bedient den öffentlichen Nahverkehr in Augsburg und nach Stadtbergen mit einer seit 1898 elektrifizierten meterspurigen Straßenbahn, der seit 1881 eine normalspurige Pferdebahn vorausgegangen war.

Straßen Durch den Landkreis verläuft in Ost-West-Richtung (von Augsburg kommend) die Autobahn A 8 mit den Anschlussstellen Neusäß, Adelsried und Zusmarshausen. Die Bundesstraße 2, von der nördlichen Kreisgrenze (Nähe Allmannshofen/Nordendorf) bis zur Stadtgrenze Augsburg sowie die Bundesstraße 17 sind vierspurig ausgebaut. Letztere durchquert Stadtbergen und verläuft dann südlich der Augsburger Stadtgrenze (bei Königsbrunn) in Richtung Landsberg am Lech. Weiter erschließt die Bundesstraße 300 von Stadtbergen bis westlich Ustersbach den Landkreis.

Gemeinden

(Einwohner am ) Städte Bobingen () Gersthofen () Königsbrunn () Neusäß () Schwabmünchen () Stadtbergen ()

Märkte Biberbach () Diedorf () Dinkelscherben () Fischach () Meitingen () Thierhaupten () Welden () Zusmarshausen ()

Verwaltungsgemeinschaften Gessertshausen(Gemeinden Gessertshausen und Ustersbach) Großaitingen (Gemeinden Großaitingen, Kleinaitingen und Oberottmarshausen) Langerringen (Gemeinden Hiltenfingen und Langerringen) Lechfeld mit Sitz in Untermeitingen (Gemeinden Klosterlechfeld und Untermeitingen) Nordendorf (Gemeinden Allmannshofen, Ehingen, Ellgau, Kühlenthal, Nordendorf und Westendorf) Stauden mit Sitz in Langenneufnach (Gemeinden Langenneufnach, Mickhausen, Mittelneufnach, Scherstetten und Walkertshofen) Welden (Markt Welden und Gemeinden Bonstetten, Emersacker und Heretsried)Weitere Gemeinden Adelsried () Allmannshofen () Altenmünster () Aystetten () Bonstetten () Ehingen () Ellgau () Emersacker () Gablingen () Gessertshausen () Graben () Großaitingen () Heretsried () Hiltenfingen () Horgau () Kleinaitingen () Klosterlechfeld () Kühlenthal () Kutzenhausen () Langenneufnach () Langerringen () Langweid a.Lech () Mickhausen () Mittelneufnach () Nordendorf () Oberottmarshausen () Scherstetten () Untermeitingen () Ustersbach () Walkertshofen () Wehringen () Westendorf ()

Gemeindefreies Gebiet Schmellerforst (3,28 km², unbewohnt)mini|Landkreis Augsburg

Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78 Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Augsburg 73 Gemeinden (siehe Liste unten).

Im Norden grenzte der Landkreis an den Landkreis Wertingen, im Nordosten an den Landkreis Aichach, im Osten an die kreisfreie Stadt Augsburg, im Südosten an den Landkreis Friedberg, im Süden an den Landkreis Schwabmünchen und im Westen an die Landkreise Krumbach (Schwaben) und Günzburg. Wie heute noch war die Stadt Augsburg Sitz der Kreisverwaltung.

Die Gemeinden des Landkreises Augsburg vor der Gemeindereform 1971/78. (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.) mini|375px|Landkreis Augsburg, Gemeindegrenzenkarte von 1961 mini|300px|Der Landkreis Augsburg vor der Gebietsreform