Gongguan () ist eine Landgemeinde () im Landkreis Miaoli in der Republik China (Taiwan).

Lage und Klima Gongguan liegt etwa 12 km von der Küste der Taiwanstraße entfernt im westlichen Zentrum des Landkreises Miaoli. Das Gemeindegebiet hat ungefähr die Form eines Keils, dessen Spitze nach Süden zeigt. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ungefähr 11 km, die Ost-West-Ausdehnung etwa 7 km. Die Westgrenze der Gemeinde ist weitenteils der Houlong-Fluss (). Im Osten bildet eine nach dem Bajiaodongshan ( ) benannte Bergkette die Grenze zum benachbarten Shitan.

Die angrenzenden Gemeinden sind Touwu im Norden, Shitan im Osten, Dahu im Südosten, Tongluo im Süden und Südwesten sowie die Kreishauptstadt Miaoli im Nordwesten.

In Gongguan herrscht ein subtropisches Monsunklima mit dem Nordostmonsun im Winter und dem Südwest- und Südostmonsun im Sommer. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 21 °C, der durchschnittliche jährliche Niederschlag bei 1.600 mm und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit bei etwa 80 %.

Geschichte Das Gebiet von Gongguan hieß früher Ailiaoxia (). Im 18. Jahrhundert begann von Norden und Süden her die Einwanderung von Hakka-Siedlern. Von hier ausgehend erfolgte die weitere Besiedlung des Umlandes im Landkreis Miaoli. Während der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) erhielt der Ort 1920 den Namen Gongguan („Amtsgebäude“, „Amt“). Der Name entstand, weil sich hier eine amtliche Behörde befand. Nach Übernahme Taiwans durch die Republik China im Jahr 1945 wurde Gongguan eine Landgemeinde im neu gegründeten Landkreis Hsinchu und ab 1950 im neu gebildeten Landkreis Miaoli.

Bevölkerung Die Mehrheit der Bewohner (über 80 %) gehört der Hakka-Volksgruppe an. Angehörige indigener Völker machen einen Anteil von etwa 0,6 % aus (202 Personen im Mai 2021). Gliederung Gongguans220px

Verwaltungsgliederung Nach 1945 war Gongguan zunächst in 21 Dörfer () untergliedert. Seit einer Gebietsreform im Jahr 1978 bestehen die folgenden 19 Dörfer:

Wirtschaft In der Landwirtschaft dominiert der Reisanbau. Die Gemeindeverwaltung fördert jedoch die Diversifizierung und Umwandlung von Reisfeldern in andere Kulturen wie Taro, Lotossamen oder Erdbeeren. Auch die Umwandlung in Brachflächen und Gebiete für den Landwirtschaftstourismus wird gefördert.

Die Töpferei, ein traditionelles Gewerbe in Gongguan, ist in neuerer Zeit mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen konfrontiert.

Seit dem 19. Jahrhundert wird in Gongguan Erdöl gefördert. Gongguan war der erste Ort Taiwans, an dem Erdölförderung betrieben wurde. Seit Ende 2011 wird ein Erdgasfeld erschlossen.

Verkehr Die wichtigsten Straßenverbindungen sind die Provinzstraße 72 entlang des rechten Ufers des Houlong-Flusses, die Nationalstraße 1 (Autobahn), die den Westen Gongguans in Nord-Süd-Richtung durchquert, und die Provinzstraße 6, die aus Westen von Miaoli kommend nach Südosten verläuft. Eisenbahnanschlüsse gibt es im westlich benachbarten Miaoli.

Besonderheiten, Tourismus mini|Chuhuangkeng

In Gongguan gibt es neun Tempel, eine katholische und zwei weitere christliche Kirchen.

In Chuhuangkeng (, ) im Dorf Kaikuang wird seit 1861 Erdölförderung betrieben. Der Ort gilt damit als älteste noch in Betrieb befindliche Ölförderstätte Asiens und wurde im Jahr 2008 durch das Taiwanische Kulturministerium als Denkmal der Industriekultur ausgezeichnet. Am 15. Juni 2019 wurde ein Besucherzentrum eröffnet, in dem die Geschichte der Förderstätte dargestellt wird.

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Einzelnachweise

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