Der Jüdischer Friedhof in der Gemeinde Kirchheim an der Weinstraße (ehemals Kirchheim an der Eck) im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim wurde 1887 angelegt.

Beschreibung Der jüdische Friedhof liegt südlich von Kirchheim direkt an der Landesstraße L 271. Das denkmalgeschützte Friedhofsgelände umfasst eine Fläche von 3,9 Ar und ist eingefriedet. Zur Straße hin besteht die Einfriedung aus einer Sandsteinmauer mit Eingangstor. Der Rest des Geländes ist mit einem Zaun eingefriedet. Erhalten sind heute noch acht Grabsteine in der Fläche und drei Grabplatten, die in der Friedhofsmauer eingelassen sind. Der älteste Grabstein datiert auf den 20. Februar 1887 und der jüngste auf den 1. Dezember 1962.

Geschichte Der jüdische Friedhof wurde 1887 angelegt. Eine Belegung des Friedhofes erfolgte bis 1962. Nachdem es bereits 1928 zu einer ersten Schändung des Friedhofes gekommen war, wurde dieser bei den Novemberpogromen 1938 vollständig verwüstet. Viele der Grabsteine wurde als Baumaterial unter anderem für Schweineställe verwendet. 1945 wurde der Friedhof wieder, so weit wie möglich, durch die politische Gemeinde hergerichtet und die noch verbliebenen Grabsteine wieder aufgestellt und drei noch erhaltene Grabinschriften in der Friedhofsmauer eingelassen. Im Jahr 1947 wurde von der Gemeinde ein Mahnmal auf dem Friedhofs errichtet. Es trägt auf einer Seite die Namen allen jüdischen Gemeindemitglieder, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden, und auf zwei Seiten die Namen der bis 1940 auf dem Friedhof beigesetzten Personen. Auf der vierten Seite ist eine Gedenkinschrift angebracht. Sie lautet:Heinrich Julius Keller: Mein Heimatbuch – aus vergangenen und gegenwärtigen Tagen von Kirchheim an der Weinstraße. 3., überarbeitete Auflage, Gemeinde Kirchheim an der Weinstraße, 1990, S. 220 f. (online)

DURCH MENSCHENHÄNDE WURDE AUCH DIESER JÜDISCHE FRIEDHOF IM NOV. 1938 VOLLSTÄNDIG ZER- STÖRT. SELBST DEN TOTEN NAHM MAN IHREN FRIEDEN. DIESES MONUMENT WURDE DURCH DIE GEMEINDE KIRCHHEIM A.D. ECK IM JAHRE 1947 ALS WIEDERGUTMACHUNG ERRICHTET. ES SOLL EINE EWIGE MAHNUNG SEIN, DASS EINE SCHÄNDUNG DES MENSCHENANTLITZES WIE IN DEN JAHREN 1933–1945 GESCHEHEN SICH NIEMALS WIEDER EREIGNEN MÖGE, DENN ALLE MENSCHEN SIND DOCH BRÜDER UND HABEN EINEN GOTT.

Die Seite mit den im Nationalsozialismus ermordeten Kirchheimer Juden trägt folgende Namen: Holstein Rosa Kehr Paula, geb. Kohlmann Koch Netty, geb. Stein Kohlmann Alfons Kohlmann Bernhard Kohlmann Berta Kohlmann Friedrich Kohlmann Hildegard, geb. Wolf Kohlmann Helene, geb. Kohlmann Kohlmann Karoline, geb. Beitmann Kohlmann Irmgard Kohlmann Heinrich Kohlmann Julius Kohlmann Karl Kohlmann Ludwig Kohlmann Paula, geb. Stein Levi Barbara Levi Paula, geb. Kohlmann Oppenheimer Elias Siegel Luise, geb. Kohlmann Siegel Sigmund Stein Adolf Stein Auguste, geb. Kohlmann Stein Frieda, geb. Lurch Stein Eduard Strauß Moritz Sundheimer Rosalie, geb. Stein

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Einzelnachweise

Kirchheim an der Weinstrasse Kategorie:Kulturdenkmal in Kirchheim an der Weinstraße Kategorie:Denkmalzone (Rheinland-Pfalz)