Windows 11 ist ein Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche aus der Windows-NT-Familie des US-Unternehmens Microsoft. Der Nachfolger von Windows 10 wurde im Oktober 2021 veröffentlicht. Es ist die erste Windows-Version für den Endnutzer, die nur als 64-Bit-Variante zur Verfügung steht.

Unter allen Windows-Betriebssystemen lag der Marktanteil von Windows 11 Anfang Mai 2026 weltweit bei 70 Prozent, von Windows 10 bei 28 Prozent.

Veröffentlichung Auf der Entwicklerkonferenz Microsoft Build 2021 Ende Mai 2021 sprach der Vorstandsvorsitzende Satya Nadella in seiner Grundsatzrede von „der nächsten Windows-Generation“. Am 24. Juni 2021 stellte Microsoft-Produktchef Panos Panay Windows 11 vor. Ein Beta-Build von Windows 11 wurde inoffiziell von Dritten am 15. Juni 2021 geleakt, sodass die Vorstellung durch Microsoft als Windows 11 keine Überraschung mehr war.

Damit nimmt Microsoft von dem ab 2014 vertretenen Plan Abstand, dass es nach Windows 10 keine weitere Windows-Version geben und dessen Weiterentwicklung über Rolling Releases vorangetrieben werde. Allerdings können die Kunden von Windows 10 auf Windows 11 ohne Zuzahlung wechseln, sofern Microsoft die Hardware unterstützt.

Neuerungen und Änderungen Windows 11 hat ähnliche Eigenschaften wie Windows 10 und baut auf derselben Entwicklungsgeneration auf. Wie schon zuvor bei Windows XP bis Windows 7 hat Windows 11 abgerundete Ecken bei Fenstern, die aus dem Projekt „Windows 10X“ übernommen wurden.

Erstmals seit Windows 8 änderte Microsoft das Logo für das Betriebssystem. Es ähnelt dem Logo für den Konzern Microsoft und ist farblich in Blautönen gehalten.

Der Bluescreen, der gezeigt wird, wenn ein Fehler das Betriebssystem zum Absturz brachte, wurde mit schwarzem statt wie bei vorherigen Versionen mit blauem Hintergrund gestaltet. Ein Update Ende 2021 brachte allerdings den blauen „BSOD“ (für ) zurück.

Mit Windows 11 kehrten Widgets zurück. Allerdings lassen sie sich nicht wie in Windows Vista oder Windows 7 auf dem Desktop platzieren, sondern sind in einem „Feed“ zusammengefasst. Ein Feed ist in diesem Zusammenhang eine Liste von Nachrichten und Artikeln.

Alle Sounds wurden überarbeitet. Besonders ist auch der neue Startsound, der sich erstmals seit Windows Vista änderte.

Eine angepasste Variante von Microsoft Teams wurde in Windows 11 integriert und soll unter anderem Videochats oder Textnachrichten per Schnellstart ermöglichen.

Unter Windows 11 waren Apps, die für das Betriebssystem Android entwickelt wurden, mit Hilfe des Windows-Subsystem für Android (WSA) lauffähig. Die Android-Apps konnten über den Amazon Appstore oder aus anderen Quellen als APK über die ADB installiert werden. Vier Jahre nach der Ankündigung im Oktober 2021 wurden die Unterstützung und der Download der Kompatibilitätsschicht am 5. März 2025 eingestellt.

In der Taskleiste von Windows 11 wird das Startmenü standardmäßig zentriert dargestellt, es ist aber möglich, das Startmenü linksbündig darzustellen. Mehrere Einstellungen aus Windows 10 wurden entfernt. So ist es nicht mehr über die Einstellungen möglich, die Taskleiste zu verschieben – über einen Eintrag in der Registrierungsdatenbank konnte die Taskbar zwar in Version 21H2 immer noch verschoben werden, jedoch kam es dabei teils zu Fehlern bei Darstellung und Funktion, vor allem in den seitlichen Positionen. Die Programmsymbole konnten zudem zunächst nicht mehr mit Beschriftungen oder ungruppiert angezeigt werden. Dies wurde in Upgrades des Betriebssystems wieder ergänzt. Es funktionieren allerdings weiterhin einige Taskleisten-Widgets von Drittanbietern unter Windows 11 nicht mehr.

Im Rahmen des Update-Prozesses wurden die von Windows 10 übernommenen Anwendungen Mail und Kalender durch eine Internet-basierte App ersetzt. Die Umstellung geschieht ohne Zustimmung des Anwenders, kann aber (zumindest vorübergehend bis zum Ende des Supports der Apps Ende 2025) rückgängig gemacht werden.Hans-Christian Dirscherl: Windows Mail und Kalender: Diese beiden Windows-Apps gibt es doch noch länger PC-WELT vom 7. September 2023, abgerufen am 29. März 2024

Editionen Windows 11 ist in verschiedenen Editionen erhältlich, je nach Zielgruppe und Einsatzzweck.

Desktop und Notebook Windows 11 Home für Heimanwender im Privathaushalt Windows 11 Pro für fortgeschrittene Heimanwender, kleinere Unternehmen Windows 11 Pro for Workstations für Unternehmen Windows 11 Enterprise für Großunternehmen Windows 11 Education für Bildungseinrichtungen Windows 11 Pro Education für Bildungseinrichtungen

Hardware-Mindestanforderungen mini|Alternativer Kompatibilitätscheck für Windows 11: WhyNotWin11

Komponente AnforderungenCompatibility for Windows 11 vom 24. Juni 2021, abgerufen am 24. Juni 2021 (englisch) System PC mit UEFI ab Version 2.3.1 mit Secure Boot Prozessor Mehrkernprozessor mit 64-Bit-Architektur mit mindestens 2 Kernen und 1 GHz oder höherer Taktfrequenz, kompa­tible x64- und ARM64-Prozessoren gemäß Liste Firmware Trusted Platform Module (TPM) Version 2.0 Arbeitsspeicher 4 GB Grafik DirectX 12 mit WDDM-2.0-Treiber Massenspeicher Festplatte (HDD oder SSD) ab 64 GB Microsoft bietet mit der HealthCheckApp ein Tool zur Integritätsprüfung vorhandener Hardware an.Kompatibilität von Windows 11 überprüfen – Microsoft.com. Abgerufen am 2. Oktober 2021 Alternativen zum Microsoft-Programm sind z. B. das freie Open-Source-Projekt WhyNotWin11 von Robert C. Maehl oder auch einfach eine Stapelverarbeitungsdatei wie W11CompChk.bat (für „Windows 11 Compatibility Check“) von Benutzer JBCarreon123 auf dem (englischsprachigen) Internetforum „Windows 11 Forum“ (elevenforum.com, keine Verbindung mit Microsoft). Mit WhyNotWin11 lässt sich auch von einem Windows-PE-basierten Live-Windows aus die Kompatibilität ermitteln, was mit der HealthCheckApp von Microsoft nicht geht.

Kritik an den Hardware-Mindestanforderungen Die Systemanforderungen für Windows 11 stehen unter anderem deshalb in der Kritik, weil sie als viel zu hoch angesehen werden und befürchtet werden muss, dass sie zu eigentlich vermeidbarem Elektronikschrott führen werden (mehr zum Thema siehe geplante Obsoleszenz). Beim 2025 eingestellten Windows Subsystem für Android sind sie sogar noch höher. So wurden nur neuere Prozessoren unterstützt, wobei es nicht transparent ist, warum bestimmte Prozessorreihen von Microsoft ausgeschlossen wurden.

Microsoft selbst reagierte im August 2021 in einem Blog, in dem beschrieben wird, dass man sich als Team verpflichtet hat, durch Windows-Insider-Tests und mit OEMs zu untersuchen, ob es Geräte gibt, die auf Intel-Prozessoren der 7. Generation und AMD-Prozessoren Zen 1 laufen, die den Prinzipien entsprechen. Dabei wurde bisher allerdings nur der Intel Core 7820HQ und die Core-X-Reihe und Xeon-W-Reihe mit in die Liste aufgenommen. Somit sind bisher nur alle Intel-Prozessoren ab der 8. Generation (Q4 2017) und alle AMD-Prozessoren ab Zen+ (April 2018) kompatibel. Die Entscheidung begründet sich dadurch, dass Geräte, welche die Mindestsystemanforderungen nicht erfüllen, 52 % mehr Abstürze im Kernelmodus hatten. Geräte, die die Mindestsystemanforderungen erfüllen, waren zu 99,8 % Absturz-frei. Somit kam es zu 0,2 % Abstürzen bei unterstützten CPUs und zu 0,304 % bei nicht unterstützten CPUs.

Studien Am 12. April 2022 veröffentlichte Lansweeper eine Datenauswertung aus einer Stichprobe aus über 30 Millionen ausgewählten Geräten aus über 60.000 ausgewählten Organisationen. Dabei ergab sich, dass 55,6 % der Geräte die Mindestanforderungen für Windows 11 nicht erfüllen. 55,6 % der Geräte verwendeten einen nicht unterstützten Prozessor, 8,95 % einen nicht unterstützten Arbeitsspeicher, und bei 19,26 % fehlte ein Trusted Platform Module 2.0 (kurz TPM 2.0).

Möglichkeit zur Nutzung auf nicht unterstützter Hardware Bei einzelnen Tests hat Windows 11 auf offiziell gerade nicht mehr unterstützten Prozessoren stabil funktioniert.

Microsoft selbst veröffentlichte bereits kurz nach der Verfügbarkeit von Windows 11 einen Registry-Eintrag, der eine Upgrade-Installation aus Windows 10 bzw. ein Versions-Upgrade aus Windows 11 heraus auch bei einem eigentlich nicht unterstützten Prozessor und einem älteren Trusted Platform Module (kurz: TPM, etwa Version 1.2, die Mindestanforderung ist aber ein TPM 2.0) ermöglicht. Dabei muss jedoch ein Haftungsausschluss akzeptiert werden und Microsoft warnt davor, dass in Zukunft eventuell keine Updates mehr möglich sein werden.

Im Oktober 2023 wurde eine einfache Möglichkeit bekannt, Windows 11 ohne Rücksicht auf solche als überzogen empfundene Hardwareanforderungen (inkl. gänzlich fehlendes Trusted Platform Module und ohne jegliche Eingriffe in die Registry) nur durch einen speziellen Schalter der Installationsroutine, setup.exe /product server, auch auf älteren und schwächeren Computern anstandslos zu installieren.Panagiotis Kolokythas, Windows 11: Einfacher Trick umgeht die CPU/TPM-Sperre, in: PC-WELT vom 11. Oktober 2023

Kritik zur Software Zwang zum Microsoft-Onlinekonto Bei der Installation ist die Einrichtung eines Microsoft-Kontos als Standard vorgesehen, dies erfordert auch eine Internetverbindung. Zur Einführung von 21H2 im Oktober 2021 hat Microsoft diesen Kontozwang vorerst ausschließlich für Nutzer der Home-Edition aktiviert – wer ein lokales Benutzerkonto für mehr Privatsphäre und weniger Datensammlung nutzen wollte sowie seinen Zugang vom PC nicht von einem Cloud-Konto abhängig machen wollte, konnte ohne Umgehungs-Hacks nur die teurere Pro-Version erwerben. Allerdings betrifft das nur die Erstveröffentlichung (Version 21H2), denn bereits mit den Installations-Medien der Version 22H2 ist die Option zur Installation mit lokalem Konto auch auf der Pro-Edition nicht mehr vorgesehen.

Bei einem Upgrade bestehender Installationen bleiben die eingerichteten Konten erhalten, der Zwang zum Microsoft-Konto betrifft nur Neuinstallationen. Dennoch ist auch weiterhin eine Installation mit lokalem Benutzerkonto prinzipiell möglich, abgesehen von der Pro-Version 21H2 allerdings nur noch mittels Hacks, die oft spezifisch von der jeweiligen Windows-11-Version abhängen, wie beispielsweise die Trennung vom Internet während der Installation bei Version 21H2, die Kontonamen „Microsoft“ oder „Windows“ bei Version 22H2 oder die erzwungene Offline-Installation bei Version 23H2. Microsoft verändert diese Möglichkeiten jedoch ständig, wie beispielsweise in Version Version 24H2. Offiziell ist die Einrichtung lokaler Benutzerkonten – und damit die Umgehung der Pflicht zum Microsoft-Konto – nur bei der Enterprise-Edition vorgesehen, die für Privatanwender grundsätzlich nicht verfügbar ist. Microsoft bietet die Enterprise-Edition nur Geschäftskunden an.

Ähnlichkeit Des Weiteren wurde häufig ebenfalls kritisiert, dass viele Funktionen von Windows 10 unverändert in Windows 11 übernommen wurden und somit Windows 11 nur ein Windows 10 mit überarbeiteter grafischer Oberfläche sei.

Taskleiste Weiterhin wurde von sehr vielen Menschen kritisiert, dass in der Taskleiste ein Nicht-Gruppieren der Fenster nicht mehr möglich ist. Viele hatten sich über das Fehlen dieser Funktion beschwert. Zwei Jahre nach Markteinführung, im Moment 4 Update vom 26. September 2023, steht die Funktion wieder zur Verfügung.

Zudem lässt sich die Taskleiste im Gegensatz zu den vorherigen Windows-Versionen nicht mehr ohne weiteres an den oberen, rechten oder linken Bildschirmrand verschieben, was ebenfalls zu Kritik führte. Seit Ende August 2026 steht die Funktion wieder zur Verfügung.

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