Der Cadillac Eldorado war ein Fahrzeug der Oberklasse (Personal luxury car) der zum General-Motors-Konzern gehörenden Marke Cadillac. Er wurde in diversen Versionen von 1953 bis 2002 hergestellt. Generell wird dabei zwischen den Modellen (1953 bis 1965) mit Hinterradantrieb und den Fahrzeugen mit Frontantrieb (ab 1967) unterschieden. In der ersten Phase waren die Eldorado-Modelle in erster Linie Cabriolets, die zeitweise auch Eldorado Biarritz hießen. Ihnen wurden in einzelnen Jahren Coupés mit der Bezeichnung Eldorado Seville und viertürige Limousinen (Eldorado Brougham) zur Seite gestellt. Ab 1967 waren die Eldorados hochpreisige Coupés mit eigenständigen Karosserien, von denen es gelegentlich auch offene Versionen gab. Sie hießen anfänglich Fleetwood Eldorado.
Entstehungsgeschichte 1953 lancierte Cadillac den ersten Eldorado. Die Modellbezeichnung knüpfte an das legendäre Goldland Eldorado in Südamerika an. Markenintern war der Eldorado zunächst als Sondermodell der Series 62 positioniert, obwohl seine Karosserien in den meisten Jahren von den Standard-Aufbauten abwichen. Ab 1959 wurde der Eldorado als eigenständige Baureihe außerhalb der Series 62 geführt. Ungeachtet dessen hatte er zu dieser Zeit aber keine stilistische Eigenständigkeit mehr.
Eldorado mit Hinterradantrieb Die Series 62 war seit 1952 Cadillacs preiswerteste und zugleich erfolgreichste Baureihe. Sie wurde als Coupé, als Cabriolet und als viertürige Limousine produziert. Neben den Basismodellen der Series 62 gab es seit 1949 auch ein Coupe DeVille, das als Sondermodell innerhalb der Series 62 verkauft wurde. Das Coupe DeVille war aus einem Showcar hervorgegangen, das Cadillac im Februar 1949 auf der Motorama-Ausstellung gezeigt hatte. Seitdem war es parallel zum regulären, aber deutlich preiswerteren Series 62 Coupé im Angebot. 1953 wiederholte Cadillac diesen Entwicklungsprozess im Segment der Cabriolets. Anknüpfungspunkt war diesmal ein gezeigtes Showcar namens El Dorado Golden Anniversary, das 1952 anlässlich des 50. Jubiläums der Marke Cadillac gezeigt worden war. Wie schon drei Jahre zuvor beim Coupe DeVille, wurde das Showcar zur Serienreife entwickelt und im Folgejahr mit der Modellbezeichnung Eldorado neben den regulären Series-62-Modellen angeboten. Cadillac hatte damit ab 1953 sowohl bei den Coupés als auch bei den Cabriolets jeweils eine Basis- und eine hochpreisige Luxusversion im Angebot: Über dem Series 62 Coupé stand das Coupe DeVille, und über dem Series 62 Convertible war das Eldorado Cabriolet positioniert.
1953
Der erste Eldorado des Modelljahrgangs 1953 war technisch und stilistisch eine Sonderversion des Cadillac-Series-62-Cabriolets. Die Fahrwerks- und Antriebstechnik glich der der Basis-Cadillacs. Der Eldorado wurde ebenso wie alle übrigen Cadillac-Modelle von einem 5,4 Liter großen V8-Motor mit einer Nennleistung von 210 brutto SAE-HP angetrieben, womit der Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h erreichte. Die Karosserie war allerdings um 30 mm tiefergelegt, wodurch sich eine niedrigere Silhouette ergab.Rob de la Rive Box: Die Personenwagen von General Motors 1945–1965., SERAG, Pfäffikon 1988, ISBN 3-908007-48-8, S. 34. Äußerlich unterschied er sich von dem Basismodell vor allem durch eine Panoramascheibe und durch eine in Wagenfarbe lackierte Metallabdeckung, die über dem heruntergeklappten Stoffverdeck installiert war. Im Bereich der Seitenfenster war die Linienführung geändert: Hier fiel die Gürtellinie leicht ab. Die Serienausstattung war vollständig. Eine Besonderheit war das mit echtem Leder bezogene Armaturenbrett. Im ersten Modelljahr wurde der Eldorado zu einem Preis von 7750 US$ angeboten. Er war damit doppelt so teuer wie ein Series 62 Coupé und 3500 US$ teurer als das Series 62 Convertible. Selbst die große Limousine der Series 75 war 2000 US$ günstiger. Der Eldorado galt als käufliches Dream Car. Vor allem wegen seines hohen Preises setzte Cadillac 1953 nur 532 Exemplare des Eldorado ab.Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980. Beekman House, New York 1984, ISBN 0-517-42462-2, S. 84 (Modellbeschreibung) und 103 (Preise und Produktion). Sie sind heute besonders gesuchte Sammlermodelle.
Landesweite Bekanntheit erlangte das Eldorado Cabriolet bereits im Januar 1953, als Dwight D. Eisenhower anlässlich seiner Einführung in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten im Fond eines weißen Eldorado an einer Parade in Washington teilnahm. Die Veranstaltung wurde in allen Bundesstaaten im Fernsehen übertragen.
1954–1956
Im Modelljahr 1954 verlor der Eldorado seine stilistischen Besonderheiten. Als Reaktion auf die schwachen Verkaufszahlen des Vorjahrs vereinfachte Cadillac den Eldorado und senkte den Preis zugleich erheblich.Dan Lyons: Cars of the Fantastic '50s, Krause Publications, 2005, ISBN 978-0-87349-926-2, S. 55. In diesem Jahr teilte sich der Eldorado die Karosserie vollständig mit dem Series 62 Convertible; eigenständig war nur der Chromschmuck an den Wagenflanken und an der Frontpartie. Der 5,4 Liter leistete nun 230 SAE-HP und brachte den rund 2,2 Tonnen schweren Wagen auf eine max. Geschwindigkeit von 185 km/h. Auch die Metallabdeckung für das Cabrioletverdeck wurde weiterhin angeboten. Die Ausstattung war wiederum hochwertiger als beim Cabriolet der Series 62. Sie umfasste unter anderem Chromspeichenräder und Sitzbezüge, in die Cadillacs Wappen eingeprägt war.Georg Amtmann: Cadillac. Lechner Verlag, Genf 1990, ISBN 3-85049-071-8, S. 17. Der Namenszug Eldorado fand sich in goldfarbenen Lettern an mehreren Stellen am Auto. Der Preis sank um fast 3000 US$ auf 4738 US$, womit der Wagen um 100 US$ günstiger war als die Limousine der Series 60. 1954 verkaufte Cadillac 2150 Exemplare des Eldorado.Beschreibung des Cadillac Eldorado von 1954 auf der Internetseite www.100megsfree4.com (abgerufen am 19. Oktober 2016).
Mit dem Modelljahr 1955 erhielt der Eldorado wieder eine in Teilen eigenständige Karosserie, mit der er sich äußerlich deutlicher von den regulären Series-62-Modellen abhob als der Vorgänger. Individuell war vor allem die Gestaltung der Heckpartie. Während die Series-62-Modelle noch die kleinen Aufsetzer auf den hinteren Ausläufern der Kotflügel hatten, mit denen der Designer Harley Earl 1948 die Mode der Heckflossen (engl. fins) begründet hatte, trugen die Eldorados der Jahrgänge 1955 und 1956 horizontal verlaufende, zugespitzte Erhöhungen am Heck, die an Haifischflossen erinnern sollten. Die Rückleuchten waren darin raketenförmig eingelassen. Dieses Design übernahm die Series 62 zum Modelljahr 1957 für alle regulären Modelle. Dann erhielt der Eldorado wiederum ein neues Heckdesign, mit dem er sich optisch von der Series 62 absetzte. Die Antriebstechnik entsprach nach wie vor dem regulären Series-62-Modellen, allerdings war die Leistung um 20 SAE-HP auf 270 SAE-HP exklusiv beim Eldorado erhöht worden. Die Leistungssteigerung wurde durch die Verwendung von zwei Doppel-Registervergasern erreicht.Rob de la Rive Box: Die Personenwagen von General Motors 1945–1965., SERAG, Pfäffikon 1988, ISBN 3-908007-48-8, S. 36.
Das Eldorado Cabriolet kostete 1955 in seiner Basisversion 6286 US$. Es war damit – abgesehen von der achtsitzigen Series 75-Limousine – wieder der teuerste Cadillac. Gleichwohl kam es im Vergleich zum Vorjahr beinahe zu einer Verdoppelung der Produktion. 1955 entstanden 3950 Exemplare.
1956 stellte Cadillac dem Eldorado Cabriolet ein zweitüriges Coupé mit Hardtop namens „Seville“ zur Seite. Das Cabriolet erhielt daraufhin zur Verbesserung der Binnendifferenzierung die Bezeichnung Eldorado Biarritz, die sich an den im französischen Baskenland gelegenen Badeort Biarritz anlehnte. Wie alle Cadillac-Modelle, erhielt auch der Eldorado in diesem Modelljahr einen neuen Motor mit einem auf 6,0 Liter (365 Kubikzoll) gestiegenen Hubraum und 305 SAE-HP. Der Preis des Cabriolets stieg in diesem Jahr auf 6556 US$. Die Produktion sank auf 2150 Exemplare.
1957 und 1958
Da das Heckdesign des letztjährigen Eldorado Biarritz mit Beginn des Modelljahrs 1957 auf alle Cadillac-Modelle übertragen wurde, erhielt der Eldorado für 1957 seinerseits eine neue Heckpartie, mit der er sich erneut von den Standardmodellen unterschied. Die hinteren Kotflügel waren gewölbt und fielen zur Stoßstange hin ab. Darauf waren spitze, dreieckige Flügel installiert, die wiederum an Haifischflossen erinnern sollten. Im Volksmund etablierte sich allerdings die spöttische Bezeichnung Chipmunk Cheeks (deutsch etwa: Streifenhörnchen-Backen). Diese Gestaltung ging auf den damals 23-jährigen GM-Designer Ron Hill zurück. Zusammen mit den Standard-Cadillacs erhielt auch der Eldorado Biarritz eine vordere Panoramascheibe, die stark gewölbt war. Der Eldorado behielt den im Vorjahr eingeführten 6,0 Liter großen Achtzylinder-V-Motor. Seine Leistung wurde allerdings auf 325 SAE-HP erhöht.
Wie schon im Vorjahr bot Cadillac auch 1957 eine Hardtop-Version des Eldorado an. Die Baureihe konkurrierte in diesem Jahr vor allem mit dem Continental Mark II des Ford-Konzerns, der allerdings deutlich konservativer gestaltet und zudem erheblich teurer war. Hinzu kam nunmehr auch eine viertürige Limousine mit der Bezeichnung Eldorado Brougham, die allerdings stilistisch eigenständig war. Das Eldorado Coupé und das Cabriolet wurden 1957 zu einem Preis von jeweils 7286 US-$ angeboten. Der Eldorado Biarritz war damit 2000 US-$ teurer als das reguläre Convertible Coupé der Series 62. Cadillac produzierte in diesem Jahr 1800 Exemplare des Cabriolets und 2100 vom Coupé; das Series 62 Convertible Coupé verkaufte sich viermal so gut.
Im Modelljahr 1958 gab es abgesehen von einer Preiserhöhung auf 7500 US-$ keine großen Änderungen der Karosserie. Wesentlichste Änderung betraf die Front, die nunmehr vorhandenen Doppelscheinwerfer und die geänderte Stoßstange. Die Starrachse hinten bekam Schraubenfedern. Als Extra war eine Luftfederung mit Niveauregulierung verfügbar. Der Absatz des Eldorado Biarritz sank auf 815 Exemplare, vom Seville konnten 855 verkauft werden.
1959 bis 1966 mini|Cadillac Fleetwood Eldorado (1966) Mit dem Modelljahr 1959 wurde der Eldorado – ebenso wie der DeVille – aus der Series 62 herausgelöst und zu einer eigenständigen Baureihe gemacht. Ungeachtet dessen verlor der Eldorado zu diesem Zeitpunkt seine stilistischen Besonderheiten. Wie schon 1954, teilte er ab 1959 die Karosserien der jeweiligen Standardmodelle, sodass er faktisch nicht mehr als eine besser ausgestattete Version des Series 62 Convertible bzw. (ab 1965) des DeVille Convertible wurde. Bis 1964 behielt der Eldorado den Namenszusatz Biarritz bei, obwohl er mangels anderer Bauformen für eine Differenzierung nicht mehr benötigt wurde. Ab 1965 ordnete das Marketing den Eldorado der Fleetwood-Reihe zu, sodass das Cabriolet als Fleetwood Eldorado verkauft wurde.Übersicht über das Cadillac-Modellprogramm 1965 in einer Werksbroschüre (abgerufen am 20. Oktober 2016). Die Preise des Eldorado lagen in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre jeweils etwa 1500 US$ über den Basis-Cabriolets und 1000 US$ über den DeVille Convertibles, wobei letztere erst ab 1965 angeboten wurden. Die Eldorado-Cabriolets der 1960er-Jahre waren wie schon ihre Vorgänger aus dem vorangegangenen Jahrzehnt seltene Fahrzeuge. Die Jahresproduktion lag regelmäßig im unteren vierstelligen Bereich. Nur 1965 und 1966 wurden jeweils mehr als 2000 Exemplare produziert; von 1959 bis 1964 entstanden jährlich nur etwas mehr als 1000 Fahrzeuge.
Sonderformen: Eldorado Seville und Eldorado Brougham Eldorado Seville mini|Cadillac Eldorado Seville (1958)