Max Wiederanders (* 16. September 1890 in München; † 28. November 1976 in Gauting) war ein deutscher Architekt, Designer, Innenausstatter der Avantgarde.

Leben Max Wiederanders studierte Architektur an der Technischen Hochschule München, wo er ein Schüler von Friedrich von Thiersch war und 1912 die Diplom-Prüfung absolvierte. Danach arbeitete er als Zeichner bei Fritz Landauer sowie in den Büros von Otho Orlando Kurz, Ino A. Campbell, Richard Drach, John Herbert Rosenthal und Thiersch. Daneben hielt er sich längere Zeit in Paris auf, schuf Grafiken und Illustrationen. Von 1915 bis 1918 diente er als Soldat. Nach Ende des Ersten Weltkriegs war er bis 1922 als Assistent für Richard Berndl an der Kunstgewerbeschule München und für Heinrich von Schmidt an der TH München tätig. Parallel dazu arbeitete er ab 1920 als Architekt bei einer Filmgesellschaft. 1922 begann eine Zeit der selbständigen Arbeit für Münchener Bund und Werkbund. Ab 1926 war Wiederanders Oberstudiendirektor und Leiter der Münchener Kerschensteiner-Gewerbeschule, an der Holzberufe gelehrt wurden. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er erneut als Soldat und geriet dabei in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 zurückkehrte. Anschließend beteiligte er sich am Wiederaufbau der Kerschensteiner-Gewerbeschule. Als der Deutsche Werkbund 1947 neu gegründet wurde, übernahm er dessen Vorsitz.Max Wiederanders. In: Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Band 2. Naumann, Augsburg 1953, S. 1199.

Wiederanders war als Architekt, Kunstgewerbler und Möbelzeichner tätig. Er wirkte insbesondere in den Bereichen Ausstellungswesen und Innendekoration. Nach Beteiligung an den Münchener Ausstellungen von 1922 bis 1926 übernahm er 1927 bei der dortigen Ausstellung „Das bayerische Handwerk“ die Gesamtleitung. Weitere Ausstellungstätigkeiten wie die Kulturhistorische Schau der internationalen Ausstellung in Berlin (1938) folgten. Bei der Triennale di Milano 1951 gewann Wiederanders eine Goldene Medaille. Zu seinen Bauten zählen Einfamilienhäuser, Läden und Geschäftshäuser in München, Frankfurt am Main, Köln und Berlin. Wiederanders beteiligte sich unter anderem erfolgreich an Wettbewerben für das Walchenseewerk und die Stadthalle Nürnberg. Zusammen mit Rosenthal gestaltete er den Cherubin-Palast im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten, wobei sie frühere Fest- und Konzertsäle in einen Teeraum, Theatersaal und Tanzkasino im Stil eines Neu-Rokoko umwandelten.Max Michael Oswald: Der Cherubin-Palast München. Eine Arbeit von Architekten Max Wiederanders und J. Rosenthal. In: Innen-Dekoration. 35 Jg. August 1924, S. 229–231 (online).

Werke (Auswahl) (Quelle: )

1922 Cherubin-Palast, Hotel Vier Jahreszeiten, München 1922 Lustspielhaus Augustenstraße, München 1925 Bauten für die Vergnügungspark innerhalb der Verkehrsausstellung, München 1927 „die Goldene Stadt“, Kunstpavillon auf der Ausstellung „Das Bayerische Handwerk“, München 1931 Umgestaltung der Innenräume des Sanatorium St. Blasien 1951 Deutscher Messestand für die Triennale, Mailand

Literatur

Max Wiederanders. In: Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Band 2. Naumann, Augsburg 1953, S. 1199.

Weblinks Ausstellungsbeitrag von Max Wiederanders zur IX. Triennale di Milano

Belege

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