Rosenmontag ist eine Offiziers-Tragödie in fünf Akten von Otto Erich Hartleben von 1900.

Inhalt Der Leutnant Hans Rudorff liebt die einfache Handwerkerstochter Gertrude Reimann. Durch Intrigen seiner Vettern Paul und Peter wird diese Beziehung auseinandergebracht, sie erzählen Gertrude, dass sich Hans bereits mit einer anderen Frau verlobt habe, und ihm, dass sie sich mit einem anderen Offizier eingelassen habe. Daraufhin verlobt Hans sich mit Käthe Schmitz, der Tochter eines Kommerzienrates, so wie es seine Familie wollte.

Hans erfährt später von den Lügen der Vettern und gewinnt Gertrude für sich zurück. Da er dem Oberst und der Familie sein Ehrenwort für die Verlobung mit Käthe gegeben hat, sieht er keinen Ausweg mehr, als sich und Gertrude umzubringen.Paul Pollack [Alfred Polgar?]: „Rosenmontag“ von Otto Erich Hartleben, in: Die Umschau, 4, 1900, S. 855, mit ausführlicher Inhaltsangabe

Das Drama bezieht seine Stärke aus einer detaillierten und realistischen Darstellung des Alltagslebens von Offizieren in einer preußischen Kaserne im Rheinland.Robert Franz Arnold: Das moderne Drama, 1908, S. 263 Digitalisat, ordnet es in die Geschichte der deutschen Militärstücke ein, es verzichtet noch auf eine explizite Kritik am preußischen Militär und dessen Strukturen Franz Mehring: Hartleben „Rosenmontag“. In: Die Neue Zeit, 19/1, 1900/1901, S. 26–28; auch in Gesammelte Schriften, 11, S. 375–378; betont die Beschreibung des preußischen Militärs, Mehring ist selber Sozialdemokrat und Kritiker desselben Die Handlung ist ein sentimentales Liebesdrama, dessen Figuren meist nur schematisch und ohne Entwicklung gezeichnet sind und dessen Abläufe teilweise unlogisch erscheinen.Paul Pollack [ Alfred Polgar?]: „Rosenmontag“ von Otto Erich Hartleben, in: Die Umschau, 4, 1900, S. 856; kritisiert die Abläufe der Dramaturgie; ebenso andere Kritiker Sie basiert auf dem Grundschema von Kabale und Liebe von Schiller und enthält auch ein wörtliches Zitat aus Der grüne Heinrich von Gottfried Keller, das nicht als solches erkennbar gemacht ist.Paul Pollack [Alfred Polgar?]: „Rosenmontag“ von Otto Erich Hartleben, in: Die Umschau, 4, 1900, S. 856

Werkgeschichte Otto Erich Hartleben hatte 1897 sein Offiziersdrama Abschied vom Regiment fertiggestellt, das wenig Erfolg hatte. Im Februar (und März?) 1899 schrieb er mit Hilfe seines Bruders Otto Hartleben, der aktiver Offizier gewesen war, in St. Andreasberg im Harz das Grundgerüst für das Drama Rosenmontag.

Am 3. Oktober 1900 erfolgte die Uraufführung im Deutschen Theater in Berlin und im Münchner Schauspielhaus. Danach wurde es Otto Erich Hartlebens größter Bühnenerfolg.

Theateraufführungen Rosenmontag wurde in zahlreichen Theatern in Deutschland und in anderen Ländern aufgeführt.

3. Oktober 1900 Deutsches Theater Berlin, Leitung Otto Brahm, mit Rudolf Rittner, Else Lehmann, Uraufführung, Erfolg, über 185 AufführungenTheaterzettel in theatermuseum.at digital, mit Besetzung von November 1900Siegfried Jacobsohn in Die Welt am Montag vom 26. Oktober 1903, über die 185. Vorstellung von „Rosenmontag“; diese Aufführung lag etwa 2 bis 10 Tage vor der Besprechung vom 26. Oktober 1903 3. Oktober 1900 Schauspielhaus München, Uraufführung, schlechte Resonanz 15. Dezember 1900 Burgtheater WienMax Burkhard: Rosenmontag. Drama in fünf Akten von Otto Erich Hartleben. Burgtheater 15. Dezember 1900. In: Theater. Kritiken, Vorträge und Aufsätze. I. Band (1898 – 1901). Wien 1905. S. 216–219 19. Februar 1901 Stadttheater Königsberg, weitere 10 Aufführungen bis 5. Mai 1901, 3 Aufführungen Mai 1904Spielpläne des Stadttheaters Königsberg Kultur in Ostpreußen 19. März 1901 Comedy Theater London, durch Deutsche Gesellschaft, in deutscher Sprache, gute ResonanzJ. P. Wearing: The London Stage 1900-1909: A Calendar of Productions, Performers, and Personnel, S. 49Das Deutsche Theater in London Theatergeschichte Februar 1902 Neues Theater St. Petersburg, mit Lydia Jaworskaja, in russischer Sprache 17. März 1904 St James Theatre London Love's Carnival, in englischer Sprache, wahrscheinlich bis 21. März, vom Spielplan abgesetztJ. P. Wearing: The London Stage 1900-1909. A Calendar of Productions, Performers, and Personnel, S. 177, gibt als Termine 17. bis 21. März 1904 an Deutsches Theater in London Theatergeschichte, Abschnitt St James Theatre, berichtet von einem Misserfolg und einer sofortigen Absetzung vom Spielplan; möglicherweise waren die Tage 18. bis 21. März zwar geplant, wurden dann aber auf Grund kurzfristiger Änderungen mit einem anderen Theaterstück besetzt 24. Februar 1906 Stadttheater (Teatr miejski) Krakau, in polnischer Sprache, weitere Aufführungen 25., 27. Februar, 8., 21. MärzAufführungen von Rosenmontag in Kraków WorldCat 5. Mai 1907 Stadttheater Danzig 1908 Schauspielhaus Düsseldorf, weitere Inszenierung 1911Vorstellungen von Rosenmontag in Düsseldorf WorldCat 1921 Lobe-Theater Breslau

Bearbeitungen Filme Es gab drei deutsche Filmbearbeitungen 1924: Rosenmontag, Regie Rudolf Meinert 1930: Rosenmontag, Regie Hans Steinhoff 1955: Rosenmontag, Regie Willy Birgel

Hörspiele Es ist nur eine Hörspielfassung bekannt

Rosenmontag, 6. März 1926, Ostmarken-Rundfunk AG

Textfassungen Rosenmontag. Eine Offiziers-Tragödie in fünf Acten, S. Fischer Berlin, 1900, 16. Auflage 1906 Digitalisat; 18. Auflage 1907 Digitalisat; 1911 Text

Love’s Carnival, translated by Rudolf Bleichmann, 1904

Literatur

Paul Pollack [Alfred Polgar?]: Hartlebens „Rosenmontag“ und Sudermanns „Johannisfeuer“. In: Die Umschau, 4, 1900 S. 855f.

Franz Mehring: Hartleben „Rosenmontag“. In: Die Neue Zeit, 19/1, 1900/1901, S. 26–28; auch in Gesammelte Schriften, 11, S. 375–378 Hermann Bahr: Rosenmontag. Eine Offizierstragödie in fünf Akten von Otto Erich Hartleben. In: Premièren. Winter 1900 bis Sommer 1901. München 1902. S. 40–46. Max Burkhard: Rosenmontag. Drama in fünf Akten von Otto Erich Hartleben. Burgtheater 15. Dezember 1900. In: Theater. Kritiken, Vorträge und Aufsätze. I. Band (1898 - 1901). Wien 1905. S. 216–219. Rudolf Franz: „Rosenmontag“. Offizierstragödie von O. E. Hartleben. In: Kritiken und Gedanken über das Drama. Eine Einführung in das Theater der Gegenwart. München 1915. S. 153–155. (Dort auch Hinweise zu „Abschied vom Regiment“) Hannelore Reif: Das dramatische Werk Otto Erich Hartlebens. Dissertation Wien 1963. Typoskript Dieter Kafitz: Grundzüge einer Geschichte des deutschen Dramas von Lessing bis zum Naturalismus. Band 2. Königstein/Ts. 1982. (= Athenäum-Tb. 2176.) S. 321 f., zu Rosenmontag und Hanna Jagert.

Weblinks Literatur zu Rosenmontag WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Drama Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Otto Erich Hartleben Kategorie:1900