Bioggio ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Agno und zum Bezirk Lugano und liegt im Malcantone.

Geographie Bioggio liegt im Süden des Malcantone und in der Ebene des Flusses Vedeggio, 2 Kilometer südwestlich von Lugano, zu dessen Agglomeration die Gemeinde gehört. Bioggio besteht aus den Dörfern Bioggio, Bosco Luganese, Cimo und Iseo und zahlreichen kleinen Weilern.

Die Nachbargemeinden sind im Norden Alto Malcantone, im Osten Manno, Vezia und Lugano, im Süden Muzzano, Agno, Vernate, Lema, im Westen Aranno und Cademario. mini|100px|rechts|Das alte Wappen von Bioggio

Geschichte „Die Anwesenheit der Römer rund um den Luganersee ist ab dem 1. Jahrhundert vor Christus belegt; sie hatten nördlich des Sees in Bioggio zumindest ein wichtiges Zentrum.“Historisches Lexikon der Schweiz: HLS, Bern: Lugano, Römerzeit. Abruf: 26. März 2021.

Die erste urkundliche Erwähnung von Bioggio datiert aus dem Jahre 1022 als Biegio. 1992 wurden bei Ausgrabungen Reste eines römischen Gebäudes aus dem 3. Jahrhundert entdeckt, das wahrscheinlich als Thermen genutzt wurde. Im Mittelalter waren Adelsfamilien aus Lugano und Como in Bioggio begütert. Bioggio hing von der Pfarrei Agno ab, wurde aber 1708 eine selbständige Unterpfarrei. Die Kirche des heiligen Maurizius, erwähnt 1261, wurde nach dem Bau der gegenwärtigen, vom Architekten Girolamo Grossi errichteten und am 7. Juli 1791 eingeweihten Pfarrkirche abgebrochen.

Ab 1960 entstand östlich des Vedeggio eine Industriezone, die heute zur Agglomeration Lugano gehört. Am 4. April 2004 wurde die alte Gemeinde Bioggio mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Bosco Luganese und Cimo fusioniert. Die neue Grossgemeinde übernahm den Namen Bioggio, liess jedoch ein neues Wappen aus Elementen der früheren Gemeinden schaffen. Auf den 20. April 2008 wurde die Gemeinde Iseo in die Gemeinde Bioggio integriert.

Bioggio-Bosco Luganese-Muzzano-Agnuzzo bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Bioggio, Eigentümer. In: m4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati. Abgerufen am 24. Juli 2024 (italienisch; mit Mappe).Patriziato di Bioggio-Bosco Luganese-Muzzano-Agnuzzo auf patriziatidelmalcantone.ch

Bilder

Bevölkerung Die Bevölkerung von Bioggio (inkl. Bosco Luganese/Cimo (Eingemeindung 4. April 2004) und Iseo (Eingemeindung 20. April 2008)) entwickelte sich wie folgt:

Verkehr Durch die Gemeinde führen die Hauptstrasse von Manno und von Lugano nach Ponte Tresa. An das öffentliche Verkehrsnetz ist die Gemeinde durch zwei Haltestellen der Lugano-Ponte-Tresa-Bahn angeschlossen. Ein Teil des Flughafens Lugano liegt auf dem Gemeindegebiet.

Wirtschaft und Finanz Piciotti (seit 2002 Südpack) Guess BekleidungsindustrieGuess Bekleidungsindustrie auf northdata.de Pharmaton (seit 1942) und Soho Flordis International Switzerland SASoho Flordis International Switzerland SA (italienisch/englisch) auf farmaindustriaticino.ch

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche San Maurizio erwähnt 1261, wurde nach dem Bau der gegenwärtigen, vom Architekten Gerolamo Grossi errichteten und am 7. Juli 1791 eingeweihten Pfarrkirche abgebrochenSimona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 394–399.San Maurizio di Bioggio auf ETHorama Glockenturm der Pfarrkirche San Maurizio di Bioggio (archäologischer Fundplatz)San Maurizio di Bioggio (archäologischer Fundplatz) auf ETHorama Archäologische Strecke: Römische Kultstätte und antike Siedlung von San MaurizioKultgebäude 5./6. Jahrhundert, Thermenanlage usw. (PDF; 49 kB) Oratorium Sant’Ilario mit Stuckarbeiten, reicht wahrscheinlich auf das 13. Jahrhundert zurück; sie wurde 1680 fast vollständig wiederaufgebautBioggio auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 26. Juni 2017) Oratorium Beata Vergine dei Mulini mit Ölgemälde Riposo durante la fuga in Egitto des Malers Giuseppe Antonio Maria Torricelli aus Lugano, zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts Betkapelle San Rocco Palast Riva Villa Rusca (Gemeindehaus) Turm Cuccarello

Sport Football Club BioggioFootball Club Bioggio

Persönlichkeiten

Literatur Adolfo Caldelari: Bioggio. In: Arte e Storia nel Ticino. ETT, Locarno 1975, S. 111. Patricia Cavadini-Bielander, Rossana Cardani Vergani, Giovanni Maria Staffieri: Bioggio (= Schweizerische Kunstführer. Band 837/838, Serie 84). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2008, ISBN 978-3-85782-837-9.

Ottavio Lurati: Tra Agno, Bioggio, Manno, Bironico: l’intrecciarsi di nomi legati al Vedeggio. In: Nuovo Almanacco Malcantonese-Valle del Vedeggio-Collina d’Oro. Agno 2008, S. 19–21. Simona Martinoli u. a.: Bioggio. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007. Nicola Navone (Hrsg.): Dalle rive della Neva. Epistolari di tre famiglie di costruttori nella Russia degli zar. Mendrisio Academy Press, Mendrisio 2009. Giovanni Maria Staffieri: Bioggio. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 82–87, 101. Celestino Trezzini: Bioggio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 249 (unibe.ch [PDF; 27,4 MB]) (abgerufen am 26. Juni 2017).

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Bioggio Amt für Statistik des Kantons Tessin: Bioggio (italienisch) Bioggio: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ersterwähnung 1335 Kategorie:Gemeindegründung 2004