Aleixo Garcia (* im 15. Jahrhundert; † 1525; spanisch: Alejo García) war ein portugiesischer Seefahrer, der als erster Europäer das Inkareich auf dem Landweg erreichte. Er nahm 1515/1516 im Dienste der Krone von Kastilien unter dem Kommando von Juan Díaz de Solís als einfacher Matrose an der Erkundung des Río de la Plata teil. Auf der Rückreise nach Sevilla überlebte er vor der Insel Santa Catarina einen Schiffbruch. Er lebte acht Jahre unter den Einheimischen. 1524 stellte er eine Expedition vorwiegend von Indianern zusammen. Mit ihnen brach er in Richtung Peru mit seinen sagenhaften Reichtümern auf. Er starb Ende 1525 auf dem Rückweg in San Pedro de Ycuamandiyú am Paraguay, 100 km nördlich von Asunción. Aleixo Garcia war der erste Europäer, der noch vor Francisco Pizarro das Inkareich historisch belegtermaßen erreicht hat.
Vorgeschichte Es ist bekannt, dass Aleixo Garcia aus dem Alentejo (Portugal) stammte. Sein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Wir kennen nur seine portugiesische Herkunft und seine Teilnahme als einfacher Matrose an der Expedition von Juan Díaz de Solís im Dienst von Kastilien.
Expedition von Juan Díaz de Solís mini|Descubrimiento del Río de la Plata Er nahm an einer spanischen Expedition unter dem Kommando von Kapitän Juan Díaz de Solís teil. Diese sollte im Geheimauftrag der kastilischen Krone die Passage zum Pazifik erkunden. Sie lief mit drei Karavellen am 9. Oktober 1515 von Sanlúcar de Barrameda aus und erreichte im Februar 1516 die La-Plata-Mündung. De Solís gab ihr wegen ihres Süßwassers den Namen Mar Dulce. Bei der Erkundung wurde die Isla Martín García gegenüber der Mündung des Río Uruguay erstmals von Europäern entdeckt. Die Expedition scheiterte, als de Solís und sieben seiner Besatzungsmitglieder bei einem Erkundungsgang am Nordufer von Indianern getötet wurden. Rückkehrer erzählten, sie seien Zeugen geworden, wie ihre Leichen rituell verzehrt wurden.
Schiffbruch vor Santa Catarina Die Expedition kehrte unter dem Kommando von Francisco Torres nach Sevilla um. Im März oder April 1516 erlitt eine der drei Karavellen im portugiesischen Hoheitsbereich an einem Ort vor der Insel Santa Catarina, der später Porto dos Patos genannt wurde, Schiffbruch. Es überlebten 18 Männer, einschließlich Garcia. Die verbliebenen zwei Karavellen kamen am 14. Oktober 1515 nach Sevilla zurück.
Die Eingeborenen nahmen die Schiffbrüchigen gut auf. Elf der Männer blieben dort. Von ihnen sind außer Aleixo Garcia acht weitere namentlich bekannt: Francisco Chavez, Gonçalo da Costa, Francisco Fernandes, Henrique Montes, Francisco Pacheco, Duarte Pérez, Melchor Ramírez und Fulano Sedeño.
Die sieben anderen gingen zu Fuß entlang der Küste nach Norden. Sie wurden von der Expedition des Portugiesen Cristóvão Jacques Ende 1516 gefangen genommen und später von der kastilischen Krone gegen eine Gruppe von zwölf Portugiesen ausgetauscht, die in der Karibik in Gefangenschaft waren (unter ihnen Estevão Fróis, der 1512–1514 zusammen mit João de Lisboa das Mündungsgebiet des Rio de la Plata noch vor de Solís erkundet hatte). Zu dieser Zeit kämpften Kastilier und Portugiesen um die Kontrolle der Küsten und um die besten Handelsverträge.
Guaranís und Inkas Guaraní-Invasionen des Inkareichs vor Ankunft der Europäer Vor der spanischen Eroberung Perus versuchten Guaraní-Stämme mehrfach, in das Inkareich einzuwandern. Dem Inca Garcilaso de la Vega zufolge geschah das erstmals im letzten Jahr der Herrschaft von Túpac Yupanqui (regierte 1471 bis 1493), was sich wahrscheinlich aber auf seinen Vater und Vorgänger Pachacútec Yupanqui (regierte 1438 bis 1471) bezieht. Nach dieser ersten Invasion bekämpfte Túpac Yupanqui die Eindringlinge nach Darstellung des Inca Garcilaso zwei Jahre lang erfolglos. Der einheimische Chronist Juan de Santa Cruz Pachacuti Yamqui Salcamaygua schreibt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, dass ein Aimara-General sich über die Verbannung beschwerte, als er die Guaranís im Urwald bekämpfen sollte. Die zweite Invasion ereignete sich gemäß Aussagen von Guaranís gegenüber Álvar Núñez Cabeza de Vaca zwischen 1513 und 1518. Die dritte Invasion fand nach Aussagen eines Guanaes zwischen 1519 und 1523 statt, der von den Guaranís in Itati gefangen genommen wurde und mit Domingo Martínez de Irala sprach. Unabhängig von den genauen Daten dürften die zweite und die dritte Guaraní-Invasion in den letzten Jahren der Herrschaft von Huayna Cápac (regierte 1493 bis 1527) kurz vor der Ankunft der Spanier stattgefunden haben.
Huayna Capac begann um 1500 mit der Besiedlung der Ebenen nahe dem Fundort Grigotá im heutigen Santa Cruz de la Sierra im Osten Boliviens. Der Angriff auf Samayta fand 1526 statt, ebenso wie ein Überfall auf die Guapay-Grenze. Der Inka hielt sich in Ecuador auf, als zwischen 1520 und 1525 mehrere Invasionen stattfanden. Allerdings sagt nur der Chronist Rui Díaz de Guzmán, dass Garcia an diesen teilnahm. Der peruanische Historiker José Antonio del Busto sagt, dass Aleixo Garcia 1520 in Charcas (das heutigen Sucre) einfiel, und dass als Reaktion 1522 General Apo Yasca (oder Yazca) geschickt wurde. Dies kollidiert jedoch mit den traditionellen Daten, die seine Expedition auf die Jahre zwischen 1521 und 1526 festlegen. Erst im Jahr 1525 erreichte Garcia das Gebiet der Inka. Anscheinend gelang es den Inka zwischen 1525 und 1530, die Ordnung an ihrer Grenze wiederherzustellen.
Frühe Handelsbeziehungen Im Gegensatz zu dem, was nördlich von Cuzco geschah, wo die Inkas nie über den Bergwald hinaus expandierten, besiedelten sie in der Region von Apolo bis Ixiamas, der Guapay- oder Grigotá-Ebene und der Ebene zwischen dem Guapay und dem Pilcomayo Dschungelgebiet. Dies brachte sie in Kontakt mit den Guaranís. Diese nun begannen, in Gebiete des Inkareichs einzudringen. Sie wollten sich Metall beschaffen, das sie dann mit anderen Stämmen tauschten. Dafür hatten sie ein Netzwerk geschaffen, das bis zum Atlantik reichte. Möglicherweise begannen die Guaranís schon im 13. Jahrhundert, in diese Gebiete einzudringen. Um sich zu verteidigen, ließen die Cuzqueños ein Netz von vierzig oder fünfzig Forts rund um Cochabamba bauen, ihren eigenen Limes.
Raubzüge Während eines Besuchs in Charcas war Huayna Capac in Pocona (Departamento Cochabamba), um die von seinem Vater erbaute Festung Incallaqta reparieren zu lassen. Der Chronist Bartolomé Arzáns de Orsúa y Vela aus Potosí schrieb Anfang des 18. Jahrhunderts eine Historia de la villa imperial de Potosí. Er berichtet, dass die Chiriguanos bis in den Vorort Cantumarca von Potosí am Fuß des Cerro Rico kamen und alles auf ihrem Weg zerstörten. Chiriguanos war die Bezeichnung der Inkas für die Guaraní, wobei dieser abfällige Spitzname in Quechua „kalter Kot“ bedeutet. Huayna Capac persönlich erschien mit einem großen Heer in Tarapaya, von dort schickte er einen seiner Söhne mit 4.000 Soldaten nach Cantumarca, aber die Invasoren warteten mit 3.000 Kriegern auf sie und besiegten sie. Zweihundert Inkas starben. Der Rest floh zusammen mit dem Inka. Dann stellte sich der Inka mit dem Rest seiner Truppen den Guaranís entgegen. Er tötete 6.000 von ihnen und vertrieb den Rest in die Berge der Charcas. Der Inka zog siegreich in Cantumarca ein und wurde vom Volk mit Akklamationen und Feiern empfangen. mini|Provinz Rio de la Plata um 1600
Erste Grenzsicherung Nach der Relación verdadera (Wahrer Bericht) del asiento de Santa Cruz de la Sierra des spanischen Forschers Marcos Jiménez de la Espada von Ende des 19. Jahrhunderts beschloss der Inka, die Ebenen von Grigotá (wo sich heute Santa Cruz de la Sierra befindet) zu erobern und baute die Festung von Samaipata. Dieser Bau wurde von einem „Verwandten“ des Inka namens Guacane geleitet (der seinen Bruder Condori als Geisel in Cuzco zurückließ), wenn wir der Relación Cierta (Wahrer Bericht) des Priesters Diego Felipe de Alcaya glauben. Die Inkas hätten weitere Befestigungen in Pocona, Montepuco (bei Pojo), Cuscotoro, Incahuasi, Oroncota, Esquila, Escapana, Taraya, Cóndor Huasi und an den Ufern des Parapetí errichtet. Sie richteten auch eine Silbermine in Saipurú ein, aus der 5.000 Mitmaq (Zwangsumsiedler) unter Leitung von Guacane Silber fördern sollten. Sie begannen auch, Tribut in Form von Mais einzutreiben, um die Menschen zu versorgen, die Mita (Zwangsarbeit) leisten mussten.
Massaker von Cuscotuyo Einige Jahre nach dem Besuch des Inka in Pocona stellten die Chiriguanos drei Heere gegen die Region auf: 5.000 Mann gingen nach Grigotá, 1.000 blieben in Itatíns (dem heutigen Mato Grosso do Sul) und 1.000 marschierten gegen den Mango-Inka (Manco Capac). Von letzteren kehrten nur wenige zurück. Der Feldzug schien eine Reaktion auf den Bau von Grenzfestungen und die Rekrutierung von Zwangsumsiedlern zu sein, die der Inka zur Besiedlung der neu-eroberten Moxos-Ebene benötigte. Die Quellen deuten darauf hin, dass sie aus Itatíns stammen. Huayna Capac kämpfte gerade gegen die Cayambis von Pichincha (im heutigen Ecuador), als er von den ersten Zusammenstößen erfuhr. Er lagerte in Quito, als man ihm die Nachricht brachte, dass die Besatzung der Festung Cuscotuyo an der Ostgrenze des Inkareichs massakriert worden sei. Auch Samaita würde durch die Schwächung der Anden-Garnisonen fallen; Guacane und Condori seien gefangen genommen. Die Eindringlinge hätten Lucurmayo besiegt und getötet, den Adligen aus Cuzco, der geschickt wurde, um sie aufzuhalten. Grigotá, ein mit Cuzco verbündeter lokaler Häuptling, nahm überraschend 200 der Angreifer gefangen, während sie ihren Sieg feierten. Er schickte sie in die Hauptstadt, wo der Inka sie hinrichten ließ, indem sie den Elementen ausgesetzt wurden. Daher kommt der Name Chiriguano, was von der Kälte getötet heißt.
Bekämpfung der letzten Guaraní-Invasionen General Apo Yasca wurde mit 20.000 Soldaten von Chinchaysuyo (dem Nordteil des Inkareichs) aus in Marsch gesetzt. Während er den Collao (nahe dem Titicacasee) passierte, rekrutierte er weitere Männer, um die Festungen an der Grenze zum Gran Chaco zu befestigen. Der spanische Chronist Miguel Cabello Balboa weist in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts darauf hin, dass der Inka in Wirklichkeit die Unterwerfung der Chiriguanos und Moxos plante. In Cuzco hätte er Verstärkung von General Ilaquita und Auqui (Erbprinz) Túpac Amaro erhalten. Denn das Chaos, in dem Charcas versunken war, drohte sich bis zum Collao auszuweiten. Der General machte einige Gefangene, die er dem Inka schickte, und baute einige Festungen wieder auf. Es gibt aber keine sichere Kenntnis über den Ausgang der Kämpfe. Die Guaraní gründeten schließlich den Stamm der Pauserna auf dem Gebiet des heutigen Departements Santa Cruz. Der sagenhafte Reichtum hatte die Guaranís zu diesen Plünderungsexpeditionen verleitet, die katastrophal endeten. Die Überlebenden gaben die Geschichten an die Europäer weiter.
Südlich des Guapay hatten die lokalen Häuptlinge schon lange vor der Eroberung durch die Inkas Verteidigungsanlagen gegen die Indianer des Gran Chaco errichtet. Der Inka kam mit Heerscharen von Bogenschützen aus den Völkern der Mojeños und der Antis. Nach der Niederlage der in Oroncota verschanzten Einheimischen nahmen viele Häuptlinge die Sitten der inkaischen Eroberer an und sahen in der neuen Macht eine Unterstützung gegen die Invasionen. Um das Gebiet zu sichern, ließ der Inka Menschen aus dem Collao und dem Condesuyo ansiedeln.
In den Grenzgebieten zwischen dem Pilcomayo und Tucumán errichteten die Inkas ein weiteres Netz von Festungen, um die Überfälle der Guaranís zu stoppen, die vom Pilcomayo und Bermejo kamen. Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts wurden die von Cuzco entsandten Siedler von den Chiriguanos und durch die Gründung von Tarija (1574) verdrängt.
Expedition Aleixo Garcias nach Charcas Acht Jahre an der Küste von Santa Catarina