mini|Verenakapelle Die Einsiedelei Sankt Verena ist eine der heiligen Verena geweihte Eremitage in der Verenaschlucht bei Solothurn, auf dem Gebiet der Gemeinde Rüttenen in der Schweiz.
Geschichte Eine der beiden Kapellen stammt teilweise aus dem 12. Jahrhundert und ist damit das zweitälteste Bauwerk Solothurns. 1442 ist zum ersten Mal ze sant Frenen der Wohnsitz eines Einsiedlers bezeugt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Schlucht, ähnlich der Eremitage von Arlesheim bei Basel und dem Felsengarten Sanspareil in Oberfranken (Deutschland), zu einem Landschaftsgarten der romantischen Stilphase ausgestaltet und ein beliebtes Naherholungsziel. Verantwortlich hierfür war vor allem der französische Diplomat Louis Auguste Le Tonnelier de Breteuil.
Im 19. Jahrhundert brachte man zahlreiche Tafeln und Gedenksteine zur Erinnerung an berühmte Solothurner Persönlichkeiten dort an, was ihr den Charakter einer «Ruhmeshalle» unter freiem Himmel verlieh. Zu diesen Persönlichkeiten zählt neben Breteuil beispielsweise der Geologe Amanz Gressly. Der Weg durch die Verenaschlucht und die Einsiedelei wurden im Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz als Weg von nationaler Bedeutung aufgenommen.
Der Lebensunterhalt des Einsiedlers wird nach jahrhundertealter Gewohnheit von der Bürgergemeinde Solothurn finanziert. Im Jahr 2014 belief sich das auf monatlich 2000 Franken. Mit Sr. Verena Dubacher lebte seit 2009 erstmals eine Eremitin in der Einsiedelei.Verenaschlucht: Der Einsiedlerin war auch der Rummel zu viel. Schweizer Radio und Fernsehen, 12. Mrz. 2014, abgerufen am 13. März 2014. Ihr Vorgänger war Br. Johannes Leutenegger. Ihre Nachfolgerin von Mitte 2014 bis Anfang 2016 war Sr. Benedikta Sigel.Matthias Sander: Eine gesellige Einsiedlerin. In: Neue Zürcher Zeitung, 5. Juli 2014, S. 22.Schwester Benedikta verlässt die Einsiedelei St. Verena. In: Solothurner Zeitung, 2. März 2016, abgerufen am 1. Januar 2025. Am 26. September 2016 wurde Michael Daum als neuer Einsiedler gewählt.
Sehenswürdigkeiten Einsiedelei Magdalenengrotte Arsenius-Brünnchen freistehende Skulpturengruppe mit Getsemani-Szene Verenakapelle mit Heiligem Grab in der Felshöhle.Über der Tür zur hinteren Stiege findet sich folgende lateinische Inschrift: PECTORE DUM CHRISTO[,] DUM PECTINE SERVIT EGENIS / HOC LATUIT QUONDAM DIVA VERENA CAVO («Während sie mit der Brust [= von Herzen] Christus, mit dem Kamm den Armen diente, lebte einst zurückgezogen in dieser Höhle die Heilige Verena»). Stilistisch bilden PECTUS («Brust, Herz, Seele» etc.; im Ablativ PECTORE) und PECTEN («Kamm»; im Ablativ PECTINE) eine Paronomasie und veranschaulichen wortspielerisch die vita contemplativa bzw. activa der Heiligen; der Kamm ist neben dem Krug eines der Attribute der Verena von Zurzach. Martinskapelle
Literatur Armin Schneider: Zeitgeschichtliche Spuren in der Verenaschlucht: der Landschaftsgarten in der Verenaschlucht, ein monumentales Gedächtnis des 19. Jahrhunderts. Verlag der Gesellschaft der Einsiedelei St. Verena bei Solothurn, Solothurn 2005. Daniel Schneller: Die Verenaschlucht als romantischer Landschaftsgarten. In: Die Gartenkunst. 2 (2/1990), S. 270–283. Daniel Schneller, Benno Schubiger, Bau-Departement des Kantons Solothurn – Kantonale Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Solothurn und in der Verenaschlucht: ein Führer zu den Denkmälern und Gedenktafeln in Solothurn und Umgebung. Lüthy Verlag, Solothurn 1989, ISBN 3-906711-11-0.
Weblinks
Einsiedelei St. Verena auf der Website der Bürgergemeinde Solothurn Einsiedelei-Gesellschaft Gesellschaft für den Erhalt der Einsiedelei St. Verena Die Eremitage des hl. Martin und der hl. Verena bei Solothurn. Infos und Bilder auf der Website von Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Einzelnachweise
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