In diesem Artikel wird die Verwaltungsgliederung des Deutschen Reichs zum Stichtag 31. Dezember 1925 dargestellt. Die Bevölkerungszahlen entstammen der Volkszählung vom 16. Juni 1925. Aufgelistet werden die Länder, Provinzen, Land- und Stadtkreise. Es werden die Angaben aus dem Sonderheft Wirtschaft und Statistik zur Volkszählung am 16. Juni 1925 mit den dort aufgeführten Bezeichnungen der Verwaltungsbezirke übernommen.
Es sind dort die Gebiete des Deutschen Reiches ohne die im Versailler Friedensvertrag 1919 abgetretenen Gebiete aufgeführt.
Ohne Plebiszit wurden abgetreten: das Reichsland Elsass-Lothringen an Frankreich; der südwestliche und westliche Teil der preußischen Provinz Westpreußen an Polen; von einem Streifen im Westen abgesehen der Großteil der preußischen Provinz Posen an Polen; das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei; der südlichste Teil des ostpreußischen Kreises Neidenburg („Soldaugebiet“) an Polen; die nördliche Hälfte des Kreises Namslau („Reichthaler Ländchen“) in Niederschlesien an Polen.
Nach Volksabstimmungen wurden abgetreten: Nordschleswig an Dänemark; Teile Oberschlesiens an Polen. In Eupen-Malmedy wurde eine als „Volksabstimmung“ bezeichnete amtliche Unterschriftensammlung abgehalten, die jedoch nur dem Namen nach eine demokratische Abstimmung war („Le petite farce belgique“) und Neutral-Moresnet an Belgien.
Der Verwaltung durch den Völkerbund wurde unterstellt: das Saargebiet, dessen Kohleproduktion in französische Kontrolle kam und über dessen territoriale Zugehörigkeit 1935 in einer Volksabstimmung entschieden wurde; Danzig und Umgebung als Freie Stadt Danzig unter Kontrolle des Völkerbunds (kam an das polnische Zollgebiet und wurde außenpolitisch von Polen vertreten); das Memelland (wurde zunächst unter Kontrolle des Völkerbunds mit eigenem Staatsrat und französischen Präfekten gestellt, jedoch am 10. Januar 1923 von Litauen besetzt und in der Memelkonvention 1924 als autonomes Gebiet unter litauischer Staatshoheit gestellt.)
Länder des Deutschen Reichs Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. am 9. November 1918 und der Ausrufung der Republik am selben Tag dankten alle Landesfürsten (Könige, Großherzöge, Herzöge und Fürsten) ab. Die Länder wurden Republiken.
Land Flagge Wappen Einwohner Hauptstadt Freistaat Anhalt rand|50px rahmenlos|50px 351.045 Dessau Republik Baden rahmenlos|50px rahmenlos|50px 2.312.500 Karlsruhe Freistaat Bayern rand|50px rahmenlos|50px 7.379.600 München Freistaat Braunschweig rahmenlos|50px rahmenlos|50px 501.875 Braunschweig Freie Hansestadt Bremen rahmenlos|50px rahmenlos|50px 338.846 Bremen Freie und Hansestadt Hamburg rahmenlos|50px rahmenlos|50px 1.132.523 - Volksstaat Hessen rand|50px rahmenlos|50px 1.347.279 Darmstadt Freistaat Lippe rahmenlos|50px rahmenlos|50px 163.648 Detmold Freie und Hansestadt Lübeck rand|50px rahmenlos|50px 127.971 - Freistaat Mecklenburg-Schwerin rahmenlos|50px rahmenlos|50px 674.045 Schwerin Freistaat Mecklenburg-Strelitz rahmenlos|50px rahmenlos|50px 110.269 Neustrelitz Freistaat Oldenburg rahmenlos|50px rahmenlos|50px 545.172 Oldenburg Freistaat Preußen rand|50px rahmenlos|50px 38.120.170 Berlin Freistaat Sachsen rand|50px rahmenlos|50px 4.992.320 Dresden Freistaat Schaumburg-Lippe rand|50px rahmenlos|50px 48.046 Bückeburg Land Thüringen rand|50px rahmenlos|50px 1.607.329 Weimar Freistaat Waldeck rahmenlos|50px rahmenlos|50px 55.816 Arolsen Volksstaat Württemberg rahmenlos|50px rahmenlos|50px 2.580.235 Stuttgart Deutsches Reich(ohne Saargebiet) rahmenlos|50px rahmenlos|50px 62.388.689 BerlinWeimarer Republik, Abschnitt Territoriale Gliederung s. Tabelle vgl. Weimarer Republik
Freistaat Anhalt
Im Freistaat Anhalt bestanden 1925 5 Kreise. Keine Stadt war kreisfrei.
Kreis Einwohner Ballenstedt 33.849 Bernburg 93.037 Dessau 104.480 Köthen 57.855 Zerbst 62.285
Republik Baden
Die Republik Baden gliederte sich 1925 in 4 Landeskommissärbezirke, die Regierungsbezirken entsprachen. Diese wiederum gliederten sich in Bezirksämter, die Landkreisen entsprachen. 1924 wurden mehrere Bezirksämter zusammengelegt. Alle Städte gehörten Bezirksämtern an. Es gab keine mit kreisfreien Städten vergleichbaren Städte.
Bezirksamt Einwohner Emmendingen 59.928 Freiburg 136.322 Kehl 31.561 Lahr 62.987 Lörrach 54.676 Müllheim 23.090 Neustadt 29.584 Oberkirch 21.085 Offenburg 68.375 Schopfheim 43.802 Staufen 21.063 Waldkirch 25.020 Wolfach 32.187 Landeskommissärbezirk Freiburg 609.680 Bezirksamt Einwohner Bretten 26.986 Bruchsal 82.609 Bühl 69.750 Ettlingen 34.089 Karlsruhe 220.979 Pforzheim 120.527 Rastatt 112.528 Landeskommissärbezirk Karlsruhe 667.468 Bezirksamt Einwohner Donaueschingen 40.151 Engen 22.999 Konstanz 78.057 Meßkirch 17.961 Pfullendorf 10.715 Säckingen 25.269 Stockach 19.737 Überlingen 30.612 Villingen 50.757 Waldshut 50.496 Landeskommissärbezirk Konstanz 346.754 Bezirksamt Einwohner Adelsheim 19.998 Buchen 28.186 Heidelberg 131.905 Mannheim 314.568 Mosbach 40.698 Sinsheim 46.167 Tauberbischofsheim 39.630 Weinheim 32.669 Wertheim 19.150 Wiesloch 30.163 Landeskommissärbezirk Mannheim 703.134
Freistaat Bayern
Der Freistaat Bayern gliederte sich 1925 in 8 Kreise, aus denen die Regierungsbezirke hervorgingen. Diese gliederten sich in kreisunmittelbare Städte und Bezirksämter. Die kreisunmittelbaren Städte entsprachen den kreisfreien Städten und die Bezirksämter den Kreisen. Bayern verlor im Friedensvertrag von Versailles (1919; in Kraft getreten 1920) nach dem Ersten Weltkrieg Gebiete im Kreis Pfalz an das unter Völkerbundverwaltung stehende Saargebiet. Das Bezirksamt St. Ingbert, große Teile des Bezirksamtes Homburg (mit dem Sitz Homburg) sowie ein Teil des Bezirksamtes Zweibrücken (ohne den Sitz Zweibrücken) fielen an das Saargebiet. Der Landesteil Coburg aus dem Freistaat Coburg und Sachsen-Gotha fiel 1920 nach einer Volksabstimmung am 30. November 1919 an den Freistaat Bayern und wurde dem Kreis Oberfranken zugeordnet.
Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Ansbach 21.593 Dinkelsbühl 5.027 Eichstätt 8.061 Erlangen 29.343 Fürth 72.579 Nürnberg 384.272 Rothenburg ob der Tauber 8.857 Schwabach 11.729 Weißenburg in Bayern 7.982 Bezirksamt Einwohner Ansbach 34.928 Dinkelsbühl 24.432 Eichstätt 25.646 Erlangen 12.687 Feuchtwangen 26.830 Fürth 28.718 Gunzenhausen 32.251 Hersbruck 23.068 Hilpoltstein 24.403 Lauf 26.774 Neustadt a. d. Aisch 30.386 Nürnberg 22.801 Rothenburg o. T. 19.364 Scheinfeld 17.997 Schwabach 32.003 Uffenheim 29.652 Weißenburg i. B. 29.015 Kreis Mittelfranken 990.398 Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Deggendorf 7.857 Landshut 25.645 Passau 24.454 Straubing 23.055 Bezirksamt (ggf. Sitz) Einwohner Bogen 32.396 Deggendorf 43.509 Dingolfing 24.312 Eggenfelden 41.776 Grafenau 21.809 Griesbach 34.520 Kelheim 36.266 Kötzting 28.159 Landau a. d. Isar 25.050 Landshut 31.462 Mainburg 18.138 Mallersdorf 25.254 Passau 42.785 Pfarrkirchen 41.627 Regen 31.829 Rottenburg 18.659 Straubing 23.438 Viechtach 25.213 Vilsbiburg 32.525 Vilshofen 45.570 Wegscheid 18.620 Wolfstein (Ort/Ortsteil Wolfstein) 32.343 Kreis Niederbayern 756.271 Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Freising 14.531 Ingolstadt 27.088 Landsberg 7.084 München 671.548 Rosenheim 17.861 Traunstein 9.229 Bezirksamt Einwohner Aibling 27.805 Aichach 30.090 Altötting 43.343 Berchtesgaden 36.773 Dachau 31.669 Ebersberg 29.582 Erding 45.381 Freising 35.724 Friedberg 20.688 Fürstenfeldbruck 32.523 Garmisch 30.112 Ingolstadt 29.226 Landsberg 28.139 Laufen 37.670 Miesbach 46.489 Mühldorf 41.704 München 69.992 Pfaffenhofen 38.622 Rosenheim 49.515 Schongau 23.062 Schrobenhausen 22.826 Starnberg 29.399 Tölz 25.122 Traunstein 49.654 Wasserburg a. Inn 39.709 Weilheim 40.911 Wolfratshausen 21.361 Kreis Oberbayern 1.704.432
Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Bamberg 49.465 Bayreuth 35.008 Coburg 24.142 Forchheim 9.605 Hof 40.361 Kulmbach 11.783 Marktredwitz 7.615 Neustadt b. Coburg 8.713 Rodach b. Coburg 2.914 Selb 13.202 Bezirksamt Einwohner Bamberg I 26.673 Bamberg II 29.451 Bayreuth 28.785 Berneck 16.678 Coburg 40.606 Ebermannstadt 23.171 Forchheim 29.461 Höchstadt a. A. 28.156 Hof 25.762 Kronach 36.899 Kulmbach 26.190 Lichtenfels 37.683 Münchberg 26.774 Naila 27.194 Pegnitz 26.966 Rehau 20.608 Stadtsteinach 16.876 Staffelstein 19.842 Teuschnitz 22.122 Wunsiedel 46.240 Kreis Oberfranken 758.945 Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Amberg 26.176 Neumarkt i. Oberpf. 7.875 Regensburg 74.391 Schwandorf 8.702 Weiden i. d. OPf. 19.328 Bezirksamt Einwohner Amberg 29.717 Beilngries 14.974 Burglengenfeld 27.205 Cham 30.841 Eschenbach 25.301 Kemnath 24.495 Nabburg 18.271 Neumarkt 27.170 Neunburg v. Wald 15.380 Neustadt a. d. Waldnaab 29.563 Oberviechtach 14.922 Parsberg 31.230 Regensburg 31.581 Riedenburg 15.634 Roding 25.249 Stadtamhof 30.670 Sulzbach 21.031 Tirschenreuth 41.049 Vohenstrauß 23.710 Waldmünchen 15.356 Kreis Oberpfalz 629.821 Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Frankenthal 24.355 Kaiserslautern 58.735 Landau i. Pf. 14.355 Ludwigshafen a. Rh. 100.070 Neustadt a. H. 20.621 Pirmasens 42.623 Speyer 25.116 Zweibrücken 15.672 Bezirksamt Einwohner Bergzabern 40.290 Dürkheim 31.417 Frankenthal 50.971 Germersheim 57.264 Kaiserslautern 66.809 Kirchheimbolanden 28.760 Kusel 64.457 Landau i. Pf. 55.853 Ludwigshafen a. Rh. 40.226 Neustadt a. H. 37.158 Pirmasens 54.473 Rockenhausen 37.167 Speyer 23.740 Zweibrücken 35.825 Kreis Pfalz (ohne Saargebiet) 925.957
Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Augsburg 162.135 Dillingen a. Donau 6.015 Donauwörth 4.835 Günzburg 6.005 Kaufbeuren 9.112 Kempten 21.602 Lindau (Bodensee) 14.371 Memmingen 14.047 Neuburg a. Donau 7.612 Neu-Ulm 11.524 Nördlingen 8.796 Bezirksamt Einwohner Augsburg 27.395 Dillingen a. Donau 39.968 Donauwörth 33.035 Füssen 24.044 Günzburg 31.556 Illertissen 22.961 Kaufbeuren 25.714 Kempten 40.730 Krumbach 25.520 Lindau (Bodensee) 31.755 Markt Oberdorf 27.063 Memmingen 35.251 Mindelheim 39.429 Neuburg a. D. 32.661 Neu-Ulm 23.448 Nördlingen 30.975 Schwabmünchen 24.581 Sonthofen 45.888 Wertingen 20.446 Zusmarshausen 17.055 Kreis Schwaben 865.529 Kreisunmittelbare Stadt Einwohner Aschaffenburg 32.934 Bad Kissingen 15.410 Kitzingen 10.188 Schweinfurt 36.048 Würzburg 88.625 Bezirksamt Einwohner Alzenau 29.513 Aschaffenburg 40.251 Brückenau 15.522 Ebern 19.466 Gemünden a. Main 15.998 Gerolzhofen 32.318 Hammelburg 21.005 Haßfurt 30.573 Karlstadt 31.257 Kissingen 31.199 Kitzingen 30.196 Königshofen i. Grabfeld 15.206 Lohr 22.932 Marktheidenfeld 30.841 Mellrichstadt 14.210 Miltenberg 22.624 Neustadt a. Saale 21.592 Obernburg 31.696 Ochsenfurt 26.962 Schweinfurt 37.662 Würzburg 48.004 Kreis Unterfranken 768.256
Freistaat Braunschweig
Kreis Einwohner Blankenburg 41.473 Braunschweig 193.913einschließlich Stadt Braunschweig, seit 01.04.1925 nicht mehr zum Kreis Braunschweig gehörend; vgl. www.braunschweig.de Stadtchronik 1925, s. Städteordnung des Freistaates Braunschweig vom 15. November 1924 Gandersheim 52.403 Helmstedt 80.127 Holzminden 51.509 Wolfenbüttel 88.592
Mit Inkrafttreten der Städteordnung des Freistaates Braunschweigs vom 15. November 1924 am 1. April 1925 unterlag die Stadt Braunschweig nicht mehr der Kreisordnung des Landes Braunschweigs. Die Stadt Braunschweig schied aus dem Kreis Braunschweig aus und unterstand nicht mehr der Kreisdirektion Braunschweig. In der Übersicht zur Volkszählung am 16. Juni 1925 wurden die Einwohner der Stadt Braunschweig beim Kreis Braunschweig erfasst.
Der Freistaat Braunschweig hat ab 1. April 1925 folgende Verwaltungsgliederung:
Kreisfreie Stadt Braunschweig Kreis Blankenburg Braunschweig Gandersheim Helmstedt Holzminden Wolfenbüttel
Freie Hansestadt Bremen
Die Freie Hansestadt Bremen bestand 1925 aus den Städten Bremen, Bremerhaven und Vegesack und dem Landkreis Bremen, der das bremische Landgebiet umfasste.
Stadt Einwohner Bremen, Stadt 289.667 Bremerhaven, Stadt 23.414 Vegesack, Stadt 4.340 Landherrnamt Einwohner Landkreis Bremen 15.947
Freie und Hansestadt Hamburg