WrestleMania III fand am Sonntag, dem 29. März 1987 im Pontiac Silverdome von Pontiac im US-Bundesstaat Michigan statt. Der als Pay-per-View produzierte Event war die dritte Ausgabe der WrestleMania, der seit 1985 alljährlich ausgetragenen Hauptveranstaltung der World Wrestling Federation (WWF, heute WWE). Im als „Biggest Main Event In Sports Entertainment“ beworbenen Hauptkampf besiegte Hulk Hogan seinen Rivalen André the Giant und konnte seinen WWF World Heavyweight Title verteidigen.

WrestleMania III gilt als Höhepunkt des Wrestling-Booms der 1980er Jahre, als insbesondere WWF-Wrestling mit ihrem Zugpferd Hulk Hogan („Hulkamania“) ein erheblicher Bestandteil der US-Popkultur war. Über den vom Veranstalter gemeldeten Hallenweltrekordbesuch mit 93.173 Zuschauern entwickelte sich in den Folgejahren eine Debatte.

Hintergrund & Vorgeschichte mini|WrestleMania III setzte neue Umsatzmaßstäbe für Vince McMahons World Wrestling Federation (WWF) mini|Hulk Hogan, der WWF-Superstar der 1980er Jahre und Superstar von WrestleMania III Mit WrestleMania I (1985) und WrestleMania II (1986) hatte sich WrestleMania als alljährlich stattfindende Flagship-Veranstaltung der WWF und seinem Mutterkonzern Titan Sports Inc. etabliert. WrestleMania II wurde seitens der WWF erstmalig als Pay-Per-View-Event veranstaltet. Die damals neuartige Technik zahlungswilligen Zuschauern einen Live-Event via Kabel-TV ins heimische Wohnzimmer zu liefern, verschaffte den Veranstaltern solcher Events erheblich erweiterte Möglichkeiten der Gewinnschöpfung. Durch den Erfolg von WrestleMania II inspiriert, wurde auch WrestleMania III als Pay-per-View-Event konzipiert.

Als größte Veranstaltung der WWF wurde WrestleMania III bereits mehrere Monate vorher unter dem Motto „Bigger, Better, Badder“ (zu deutsch etwa: „Größer.Besser.Böser.“) beworben. Dementsprechend wurden Storylines in den regelmäßig im US-Kabelfernsehen gesendeten TV-Shows WWF Prime Time Wrestling, WWF Superstars of Wrestling und WWF Wrestling Challenge ausgearbeitet, die dann bei WrestleMania III zu ihrem jeweiligen Höhepunkt geführt wurden.

Bei WrestleMania III war wie üblich bei derartigen Veranstaltungen alles auf den Hauptkampf/Main Event ausgerichtet, bei dem das landesweit überaus populäre WWF-Zugpferd Hulk Hogan gegen seinen gemäß Storyline „ehemaligen besten Freund“ André the Giant um die WWF World Heavyweight Champion antreten sollte. Die für das Marketing von immenser Bedeutung entwickelte Storyline begann Mitte Januar 1987 als Hulk Hogan in Roddy Pipers Interviewsegment Piper’s Pit mit einer stattlichen Trophäe für seine drei Jahre als amtierender Champion geehrt wurde. In der darauffolgenden Woche erhielt dann André the Giant ebenfalls im Piper’s Pit eine Trophäe dafür, dass er „15 Jahre unbesiegt“ blieb. Jedoch fiel diese Trophäe deutlich kleiner aus als Hogans. Dieser Umstand machte André the Giant eifersüchtig, er schloss sich in Folge dem Heel-Manager Bobby Heenan an und forderte in der am 7. Februar 1987 gesendeten Episode von WWF Wrestling Challenge im Piper’s Pit den „völlig überraschten“ Hogan zu einem Titelkampf bei WrestleMania III heraus. Damit war André the Giant zum ersten Mal in seiner US-Karriere von einem Veranstalter als Bösewicht in Stellung gebracht worden.

Die zweite Hauptfehde für WrestleMania III wurde zwischen Ricky Steamboat und Randy Savage um die WWF Intercontinental Championship konzipiert. Ein bedeutender Teil der ebenfalls über Wochen hinaus durchchoreografierten Fehde bestand in der „Die-Schöne-und-das-Biest“-Konstellation zwischen Savages wunderschöner Managerin Miss Elizabeth und dem als „The Animal“ bekannten Wrestler George Steele auf Seiten Steamboats.

Eine weitere Hauptgeschichte drehte sich um Heel-Referee Danny Davis, der in der am 26. Januar 1987 ausgestrahlten Episode der WWF Superstars of Wrestling dafür sorgte, dass die British Bulldogs (Davey Boy Smith und Dynamite Kid) ihre WWF Tag Team Championship gegen The Hart Foundation verloren. Er wurde dementsprechend seiner Schiedsrichtertätigkeit enthoben und schloss sich als Wrestler der Hart Foundation an.

Eine besondere Vorgeschichte hatte das Match zwischen Honky Tonk Man und Jake Roberts. Bei einem Auftritt im Interviewsegment The Snake Pit hatte der Honky Tonk Man Roberts mit einer Gitarre attackiert. Dabei erlitt Roberts eine tatsächliche Nackenverletzung, da versehentlich eine echte Gitarre statt ein Prop benutzt wurde. Dies hatte auch reale Auswirkungen auf den weiteren Verlauf von Roberts Karriere. Er fiel zunächst für zwei Wochen aus. Die Schmerzmittel, die er anschließend einnehmen musste, hatten weiteren Einfluss auf seine bereits damals bestehende Drogensucht. Die Verletzung wurde in die Storyline aufgenommen und markierte Roberts Wandel zum Face. Die beiden Wrestler hatten danach noch längere Zeit private Probleme.

Daneben wurden noch weitere Fehden aufgebaut, um die Matches glaubwürdig zu gestalten.

Hauptshow Veranstaltungsort Pontiac Silverdome mini|Der Pontiac Silverdome war Schauplatz von WrestleMania III. Offiziell besuchten 93.173 Zuschauer die Veranstaltung in der Nähe von Detroit und sorgten damit laut Veranstalter für einen Zuschauerhallenweltrekord Bei den Vorplanungen zu WrestleMania III wurde festgelegt, dass der Veranstaltungsort so nah wie möglich an der Ostküste der USA liegen sollte. Trotz ihrer landesweiten Popularität hatte die im US-Bundesstaat Connecticut beheimatete WWF im nordöstlichen Teil der USA ihre mitgliederstärkste Fanbase. So legte man sich auf den Pontiac Silverdome nahe der Metropole Detroit als Veranstaltungshalle fest, die bei American-Football-Spielen mehr als 80.000 Zuschauern Platz bot. Heute für vergleichbare Veranstaltungen undenkbar wurde der Silverdome erst in der letzten Januar-Woche des Jahres 1987 seitens der WWF gebucht – gerade einmal drei Monate vor WrestleMania III.Eric Blattberg: How WWE Filled The Pontiac Silverdome For Hulk Hogan & Andre The Giant's WrestleMania 3 Classic, Explained. The Sportster.com (online) 30. März 2023 WWF-Besitzer und WrestleMania-III-Veranstalter Vince McMahon hatte mit der Wahl des gigantischen Silverdomes von Beginn an das Ziel vor Augen mit WrestleMania III einen neuen Zuschauerweltrekord für eine Hallenveranstaltung aufzustellen. Bereits für WrestleMania II konnte McMahon in drei verschiedenen Veranstaltungsstätten mehr als 40.000 Zuschauer anlocken, darunter einen ausverkauften Madison Square Garden in New York City.Brian Shields: 30 Years of WrestleMania. DK Publishing, 2014, Seite 27

Der gewählte Veranstaltungsort verlangte nach einigen bis dahin einzigartigen Maßnahmen. Essentiell war, dass der rund 6 × 6 Meter große Wrestling-Ring in der Mitte des eigentlichen Footballfeldes platziert werden musste. Um den Zuschauern von jedem Platz aus ein Entertainmenterlebniss der besonderen Art zu garantieren, ließ die WWF von Ingenieuren vier gigantische Videoprojektionsleinwände in der Hallenmitte über dem Ring installieren. Da die Show allerdings um 16 Uhr Ortszeit beginnen sollte und die Abenddämmerung erst ab 17.30 Uhr einsetzte, hatte man große Sorge, dass die Sonne durch das transparente Hallendach scheinen würde und so das Sehvergnügen verhindern würde, da die zu jener Zeit erhältliche Videoprojektionstechnik noch zu lichtschwach war. Überlegungen wurden angestellt, die Veranstaltung zeitlich nach hinten zu legen oder gar das Hallendach schwarz anzustreichen. Letztlich war es für derlei Maßnahmen zu spät und man vertraute auf Glück. Und so kam es: Der 29. März 1987 war ein wolkenbehangener und durchweg bedeckter Tag in der Metropolregion Detroit.Brian Shields: 30 Years of WrestleMania. DK Publishing, 2014, Seite 29

WrestleMania III begann planmäßig um 16 Uhr Ortszeit und endete nach rund dreieinhalb Stunden Veranstaltungsdauer um 19.30 Uhr Ortszeit.

Zuschauerzahlen Mit 93.173 Zuschauern vermeldete die WWF in Person von Gene Okerlund noch während des laufenden Events einen neuen Zuschauerweltrekord für eine Indoor-Veranstaltung. Die Zuschauerzahl wurde auch von den Betreibern des Silverdome bestätigt. Bereits am 26. März verkündete Basil De Vito, Vizepräsident der WWF-Marketing-Abteilung, in der im US-Bundesstaat Michigan ansässigen Zeitung Lansing State Journal, dass WrestleMania III restlos ausverkauft ist.Wrestlemania sellout. Lansing State Journal, 26. März 1987 (abgerufen am 23. Februar 2024)

Die Zahl der tatsächlichen Zuschauer im Pontiac Silverdome ist immer wieder Gegenstand von Spekulationen. Insbesondere der als WWF-kritisch bekannte Dave Meltzer, Herausgeber des Newsletters The Wrestling Observer, bezeichnete 78.000 als realistischere Zahl, ohne dafür jedoch eine stichhaltige Quelle vorzulegen. Meltzer bezog sich dabei auf den mittlerweile verstorbenen Zane Bresloff, einem lokalen Promoter, der ihm angeblich ein Fax mit den offiziellen Zahlen der Ticketverkäufe zusandte. Die Vorwürfe werden aber von verschiedenen Seiten immer wieder entkräftigt. Und letztlich gab auch Meltzer zu Protokoll, dass WrestleMania III zu Recht als ausverkaufte Veranstaltung gilt.Adam Graham / Tony Paul: Larger than life: An oral history of WrestleMania III. Zitat Dave Meltzer: It wasn’t an instant sellout like WrestleMania is now, but they did sell out. The number’s a legit sellout.The Detroit News, 29. März 2017 (abgerufen am 22. Februar 2024) Insbesondere der langjährige WWF-Offizielle Bruce Prichard wehrte sich zudem mehrmals öffentlich gegen etwaige Vorwürfe einer Zuschauerzahlmanipulation.

Im Januar 2024 veröffentlichte der Wrestling-Historiker Cory Gibson einen bisher auf Mikrofilm archivierten Artikel des Veranstaltungsbranchenmagazins Amusement Business vom 11. April 1987. Aus dem Artikel geht hervor, dass Mike Abington, damaliger Leiter des Pontiac Silverdoms, von 88.100 verkauften Eintrittskarten berichtet. Die kolportierte Zahl von 93.173 bezog sich Abington zufolge auf sämtliche sich im Silverdome befindliche Personen inklusive den rund 2500 Verkäufern an den Essens-, Getränke-, Fanartikel- und Programmständen.Louise Zepp: 93,173 At WrestleMania III Sets Mark For Indoor Event. Amusement Business, 11. April 1987, S. 1 und S. 11David Bixenspan: There's a new wrinkle to the WrestleMania III attendance drama! Babyface vs. Heel, 14. Januar 2024

Eintrittspreise Bei Ticketpreisen von 9, 15, 20, 30 und 100 US-Dollar bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von rund 17 US-Dollar (inflationsbereinigt : ca. US-Dollar) setzte die WWF mit dem Ticketverkauf etwa 1,6 Millionen US-Dollar (inflationsbereinigt : ca. Millionen US-Dollar) um.Louise Zepp: 93,173 At WrestleMania III Sets Mark For Indoor Event. Amusement Business, 11. April 1987, S. 11Adam Graham / Tony Paul: Larger than life: An oral history of WrestleMania III. Zitat Dave Meltzer: They did $1,599,000 (at the gate). Now, the least-expensive ticket at WrestleMania is $160. I think then it was about $9. Maybe $50 down to $9. It would be about a $20 average ticket price. For last year’s WrestleMania, it would’ve been about a $220 average ticket price. The Detroit News, 29. März 2017 (abgerufen am 22. Februar 2024)Neal Rubin: More than a million for TV. Detroit Free Press, 27. März 1987 (abgerufen am 23. Februar 2024)

Produktionsmitglieder PositionPersonAnmerkung Kommentator Gorilla Monsoon Jesse Ventura Bob Uecker Mixed-Six-Man-Tag-Team Match & Six-Man-Tag-Team-Match Mary Hart Six-Man-Tag-Team-Match Bobby Heenan The Dream Team vs. The Rougeau Brothers Interviewer „Mean Gene“ Okerlund Vince McMahon Lord Alfred Hayes Bob Uecker Mary Hart Ringrichter John Bonello Dave Hebner Jack Kruger Jack Lotz Joey Marella Ringsprecher Howard „Howie“ Finkel Bob Uecker Main Event Hulk Hogan vs. André the Giant Zeitnehmerin Mary Hart Main Event Hulk Hogan vs. André the Giant Support Alice Cooper Begleiter von Jake Roberts Gastsängerin Aretha Franklin

Ablauf mini|Der Kampf zwischen Randy Savage und Ricky Steamboat wurde von der Fachpresse zum Match des Jahres gekürt