mini|Claude Arrieu (1929) Claude Arrieu (eigentlich Louise-Marie Simon;Um 1927 nahm sie als Pseudonym den geschlechtsneutralen Vornamen Claude und den Nachnamen eines alten Freundes Arrieu an, um Vorurteilen gegenüber komponierenden Frauen entgegenzutreten. * 30. November 1903 in Paris; † 7. März 1990 ebenda) war eine französische Komponistin.Komponistin Claude Arrieu bei OboeClassics

Leben Arrieu, 1903 in der französischen Hauptstadt geboren, studierte am Pariser Konservatorium Klavier bei Marguerite Long, Komposition bei Paul Dukas und Jean Roger-Ducasse, Harmonielehre bei Noël Gallon sowie Kontrapunkt bei Georges Caussade. 1932 erhielt sie den 1er Prix de Composition. Neben ihrer Kompositionstätigkeit unterrichtete sie von 1929 bis 1933 und war von 1935 bis 1947 in vielfältiger Weise für den französischen Rundfunk tätig. Während der deutschen Besetzung Frankreichs verlor sie ab 1941 vorübergehend ihre Stellung dort. Sie war an der Entwicklung der Musique concrète beteiligt und schuf 1943/44 in Zusammenarbeit mit Pierre Schaeffer die Musik zur experimentellen Radiokomposition La Coquille à Planètes. Ab 1947 war sie als freischaffende Komponistin tätig. 1949 gewann ihre Rundfunkmusik Frédéric Général den Prix Italia.

Schaffen

Arrieu schrieb rund 400 Werke für nahezu alle musikalischen Gattungen, darunter auch rund 30 Filmmusik- und 40 Rundfunkpartituren. Ihre Opern, meist Opéras bouffes wie Cadet-Roussel und La princesse de Babylone, sind dramatisch und komisch zugleich. Ihre Kompositionen werden – ebenso wie die Werke Strawinskis – dem Pariser Neoklassizismus des 20. Jahrhunderts zugerechnet. Rhythmisch-metrischen Aspekten gilt ihr Hauptaugenmerk, in der Harmonik findet sie zu eigenständigen Lösungen. Mit den neuen Techniken der elektronischen Musik hat sie sich in ihrer Zeit beim Rundfunk beschäftigt, sie haben in ihr Werk jedoch keinen Eingang gefunden.

Auszeichnungen 1932: 1er Prix de Composition 1949: Prix Italia

Werke (Auswahl)

Opern Noé, 1931–1933 Cadet-Roussel, 1932 Les deux rendez-vous, 1948 Le chapeau à musique, 1953 La princesse de Babylone, 1953–1955 La cabine téléphonique, 1958 Cymbeline, 1958–1963 Balthazar ou Le mort vivant, 1966 Un clavier pour un autre, 1969/70

Ballettmusik Fête galante, 1947 La statue, 1968

Orchesterwerke Je 1 Konzert für Klavier (1932), 2 Klaviere (1938), Flöte (1946), Trompete (1965), 2 Violinkonzerte (1938; 1949)

Vokalmusik Mystère de noël; Oratorium, 1951 Cantate des sept poèmes d'amour en guerre, 1944 Les chansons bas für Gesang und Klavier nach Gedichten von Mallarmé, 1933 Candide, musique radiophonique auf Texte von Jean Tardieu nach Voltaire, 1946

Kammermusik Nocturne für Oboe und Klavier, 1976 Trio für Oboe, Klarinette und Fagott, 1936 Flötensonate, 1942 Histoire de Paris für Streichquartett, Kontrabass und Schlagzeug, 1947 Violinsonate, 1948 Bläserquintett, 1952 Suite en trio für Oboe, Klarinette und Fagott, 1955 Klaviertrio, 1956/57 Dixtuor für 2 Flöten (Piccolo), Oboe (Englischhorn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, Horn, Trompete, Posaune, 1967 Suite en quatre für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott, 1980

Literatur

Weblinks

Anmerkung

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist (Frankreich) Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Oper) Kategorie:Komponist (Ballett) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1990 Kategorie:Frau