mini|hochkant=1.5|Gezeiten als in den Weltmeeren umlaufende Wellen. Die Amplitude der Pegelschwankungen ist farbkodiert. Es gibt mehrere Knotenpunkte (Amphidromie) verschwindender Amplitude, um die die Wellen herumlaufen. Die Kotidallinien (Linien gleicher Phase, weiß) umgeben die Knotenpunkte büschelförmig. Die Wellenausbreitung erfolgt senkrecht zu diesen Linien. Die Richtung ist durch Pfeile angedeutet.

Eine Kotidallinie oder Isorrhachie ist eine Linie, die Orte gleicher Hochwasserzeit verbindet.

Geschichte Der Begriff geht zurück auf William Whewell, der im 19. Jahrhundert auf der Basis von Daten aus über tausend Seekarten Karten der Weltmeere erstellte, in denen Orte gleicher Hochwasserzeit miteinander verbunden waren. Das Gesamtbild gleicht den Isobaren von Wetterkarten. Seine Visualisierungen der Hochwasserlinienkarten vermitteln graphisch den Eindruck, dass die Flut eine einzige, massive Welle ist, die sich durch die Weltmeere schiebt und sich als Welle um die Erde herum bewegt. Whewell zeigte dies für Orte im Atlantischen Ozean einschließlich des Süd- und Nordpolarmeeres. Für die amerikanische Pazifikküste vermutete er ein ähnlich verlaufendes Phänomen, jedoch reichten ihm hier die zur Verfügung stehenden Daten nicht aus.Hugh Aldersey-Williams: Das wilde Leben der Gezeiten. 2019, S. 210–211. Whewells Erkenntnisse wurden 1848 veröffentlicht.William Whewell: On the Tides of the pacific and on the Diurnal Inequality. In: Philosophical Transactions of the Royal Society of London, 1848, Band 138, S. 1–29.

Literatur William Whewell: Essay towards a first approximation to a map of cotidal lines. In: Philosophical Transactions. Band 123, 1833, S. 147–236 (doi:10.1098/rstl.1833.0013, ). William Whewell: Researches on the tides. Thirteenth series. On the tides of the Pacific, and on the diurnal inequality. In: Philosophical Transactions. Band 138, 1848, S. 1–29 (doi:10.1098/rstl.1833.0013, ) – eine Bakerian Lecture.

Einzelnachweise

Kategorie:Seekarte