Gabriele Benton (* 5. Mai 1903 als Gabriele Ottilie Johanna MunkTaufbuch Alservorstadtpfarre, tom. 48, fol. 39 (Faksimile). in Wien; † 24. Dezember 1989 in Los AngelesCalifornia Death Index, 1940–1997, Los Angeles, SSN 557-44-8504.) war eine österreichisch-US-amerikanische Romanistin, insbesondere Hispanistin, und Lateinamerikanistin. Sie lehrte von 1952 bis 1968 als Professorin für romanische Sprachen am Occidental College in Los Angeles.

Leben Benton studierte Germanistik an der Universität Wien und promovierte 1926 mit einer Arbeit über Siegfried Lipiner.Archiv Universität Wien, PH RA 8041. Sie unterrichtete von 1931 bis 1938 an einem Wiener Gymnasium und emigrierte nach dem „Anschluss“ aus politischen Gründen, zuerst nach England, dann in die Vereinigten Staaten, wo sie 1939 eingebürgert wurde.

In den Vereinigten Staaten arbeitete Benton mit Zeitverträgen als Dozentin für Romanistik, zunächst 1941 bis 1942 als Assistenzprofessorin für Romanische Sprachen am Western College for Women in Oxford, Ohio, von 1942 bis 1947 als Associate Professor für Spanisch an der Rockford University, von 1947 bis 1952 als Gastprofessorin für Spanisch an der University of Southern California. Ab 1952 hatte sie schließlich eine Professur für romanische Sprachen mit Schwerpunkt Südamerika am Occidental College in Los Angeles, wo sie von 1955 bis 1963 dem Lateinamerikastudien-Programm vorstand. In den Jahren 1956 und 1958 war sie auch als Gastprofessorin an der Universität Innsbruck tätig. Im Jahr 1968 wurde sie emeritiert.

Schwerpunkt ihrer Arbeit waren die spanische und die hispanoamerikanische Literatur mit besonderem Fokus auf Mexiko und Argentinien. Mit Förderung der Rockefeller Foundation unternahm sie 1953–55 und 1959 Forschungsreisen nach Mexiko.Utz Maas: Benton, Gabriele. In: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945.

Familie Benton stammte aus einer katholischen, antifaschistischen Familie. Ihre Mutter Gabriele Munk (geb. Pollak) hörte „Feindsender“ und war an der Verbreitung eines Spottgedichtes beteiligt. Sie wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt und starb 1942 in Auschwitz.Gabriele Munk in der Datenbank Memento Wien. Ihr Vater war der Jurist und Beamte Hans Munk (1861–1931).

Sie war zwischen 1924 und 1938Trauungsbuch Wien Schotten, tom. LIX, fol. 210 (Faksimile). mit dem Physiker Otto Březina (1900–1981Taufbuch Wien Mariabrunn, tom. V, fol. 206 (Faksimile).) verheiratet, ab 1947 mit Karl Benton (vor der Emigration Bettelheim, 1887–1960).

Literatur

Weblinks Utz Maas: Benton, Gabriele. In: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945.

Einzelnachweise

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