|} Die Compagnie Meusienne de Chemins de Fer (CM) (umgangssprachlich Le Meusien) betrieb von 1888 bis 1922 ein 203 km langes meterspuriges Schienennetz im französischen Département Meuse, dessen westlichste Strecke durch die Compagnie des Chemins de Fer d'Intérêt Local de la Meuse abschnittsweise gebaut und seit 1878 in Betrieb genommen worden war.

Die Société Générale des Chemins de Fer Économiques übernahm den Betrieb 1922 und führte ihn bis zur abschnittsweisen Stilllegung zwischen 1929 und 1938. Der auf Regelspur umgebaute Streckenabschnitt Haironville–Robert-Espagne wurde bis 1971 genutzt.

Geschichte Bau und Inbetriebnahme mini|Revigny - Die säkulare Ulme mini|Fahrplan von 1914 Die Compagnie des Chemins de fer d'Intérêt Local de la Meuse nahm die erste Strecke der Lokalbahn von Haironville über Revigny nach Triaucourt von 1878 bis 1881 abschnittsweise in Betrieb und betrieb sie bis 1888. Eine kurze Verbindungsstrecke nach Rembercourt schloss in Les Merchines an die Triaucourt-Linie an. Der Konzessionär, Charles Varinot, hatte 1888 die Kontrolle über die Strecke von Haironville nach Triaucourt übernommen.

Die Compagnie Meusienne de Chemins de Fer (CM) übernahm 1888 die Konzession für die Strecke Haironville–Triaucourt und nahm zwischen 1891 and 1912 weitere Strecken von Bar-le-Duc nach Verdun, Clermont-en-Argonne und Pierrefitte-sur-Aire in Betrieb.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Société Générale des Chemins de Fer Économiques 1922 das Netzwerk und betrieb es zusammen mit den Réseau de la Woëvre nordöstlich von Verdun. Sie betrieb das gesamte Netz bis zur schrittweisen Stilllegung zwischen 1929 und 1938.

Ein 13 Kilometer langer Abschnitt zwischen Haironville und Robert-Espagne, der Anfang der 1930er Jahre auf Normalspur umgespurt worden war, wurde jedoch noch bis 1971 im Güterverkehr mit Dampf betrieben.

Ein 4,2 km langer Streckenabschnitt nördlich von Bar-le-Duc wurde als Museumsbahn wieder in Betrieb genommen.

Erster Weltkrieg Während des Ersten Weltkriegs wurde der Lokomotivpark der Compagnie Meusienne de Chemins de Fer (CM) durch die Requirierung von Lokomotiven von Meterspurlinien in anderen Teilen Frankreichs verstärkt, so dass bis zu 128 Lokomotiven auf der Strecke eingesetzt wurden. Eine davon war die Nr. 55 (Corpet Louvet 1253/1909) von den Chemins de Fer Économiques des Charentes (EC). Durch bautechnische Verbesserungen war es Ende 1915 möglich, ein von 800 auf 1500 Tonnen erhöhtes Güterverkehrsaufkommen pro Tag zu bewältigen sowie 80 Fahrgäste pro Tag im Personennahverkehr zu befördern. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1916 stieg das Verkehrsaufkommen auf 137.367 Soldaten, 84.888 Verwundete, 201.257 Tonnen Nachschub sowie 69.847 Tonnen Munitions- und Waffentransporte.Christian Boulay: Histoire de la voie sacrée.

Die Bahn wurde während des Krieges im Volksmund „Tortillard“ oder nach dem Namen ihres ehemaligen Konzessionärs „Varinot“ genannt. Die Militärbehörden nannten sie „Petit tramway“ und General Philippe Pétain beschrieb sie als „Petit Meusien“. Durch eine verbesserte Organisation des Verkehrs, konnte die Anzahl von Militärtransporten von 22 Zügen am 21. Februar 1916 auf 31 Züge Ende März bis auf 35 Ende April und schließlich sogar bis zu 48 Züge zwischen Revigny und Beauzée gesteigert werden.

Nachkriegszeit

Die Société Générale des Chemins de Fer Économiques (SE) übernahm 1922 den Betrieb. In der Nachkriegszeit wurden von 1919 bis 1924 große Mengen von Baumaterial für den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude entlang der Strecke transportiert. Die Züge verkehrten daher fahrplanmäßig als gemischte Güter- und Personenzüge, was zahlreiche Rangiermanöver in den Bahnhöfen erforderte, um weitere Güterwagen an- oder abzukuppeln. Dadurch und weil die Höchstgeschwindigkeit auf 12 km/h beschränkt war, waren die Fahrten sehr zeitaufwendig.

Niedergang und Stilllegung

Da die Wirtschaftlichkeit durch die steigende Inflation in Frage gestellt wurde, schloss sich die Betreibergesellschaft am 1. Juni 1923 mit den Betreibern der nordöstlich von Verdun gelegenen Lokalbahnstrecken des Réseau de la Woëvre zusammen. Das fusionierte Unternehmen erwarb modernere Schienenfahrzeuge, insbesondere Triebwagen. Am 20. Juni 1938 wurde der Betrieb weitgehend eingestellt und die Vermögenswerte wurden verkauft. Die Liquidation war mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 noch nicht abgeschlossen. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen 1946 vollständig abgewickelt.Brandeville – Le chemin de fer

Der 13km lange, auf Regelspur umgebaute Streckenabschnitt Haironville–Robert-Espagne blieb unter Regie der SE bzw. deren 1966 gegründetem Nachfolger Chemins de fer et transports automobiles (CFTA) bis 1971 in Betrieb.

Streckenabschnitte Revigny – Haironville: 62 km Revigny – Triaucourt: 35 km Bar-le-Duc – Verdun: 68 km Beauzé – Clermont-en-Argonne: 22 km Rembercourt-aux-Pots – Les Merchines: 4 km La Vaux-Marie – Pierrefitte-sur-Aire: 12 km

Bahnhöfe und Brücken Bahnhöfe und Brücken Fotos Erhaltungszustand der Gebäude und AnmerkungenMalcolm Ravensdale: The Secondary Railways of France (Les Chemins de Fer Secondaires Français). Verdun 150pxNixéville Pampaville Souhesmes Souilly 150px Heippes-Benoite-Vaux 150px Clermont-en-Argonne 150px 150px Während des Ersten Weltkriegs gab es eine mit deutschen Lokomotiven betriebene 600-mm-Feldbahn zwischen Clermont-en-Argonne und AuzévilleAuzéville Rarécourt Froidos Autrécourt-Lavoye Fleury-sur-Aire Nubécourt 150px Beauzée 150pxTriaucourt 150px Vaubecourt 150px Chaumont-sur-Aire 150px Longchamps-sur-Aire 150px Pierrefitte-sur-Aire 150px La Vaux-Marie150px L'Isle-en-Barrois 150px Villotte-devant-Louppy Laheycourt 150px Auzecourt 150px Noyers Maison-du-Val 150px Der als Fachwerkbau ausgeführte Unterstand ist noch erhaltenNettancourt Revigny-sur-Ornain 150px Die Hauptverwaltung der Meterspurbahn befand sich in Revigny-sur-Ornain. Der Bahnhof, die Werkstatt und das Lokomotivdepot lagen südlich der normalspurigen Vollbahn.Contrisson 150px Der aus Ziegelsteinen gebaute Unterstand ist noch erhalten.Neuville-sur-Ornain Canal de la Marne au Rhin 150px Mogneville 150px Die Strecke verlief auf der HauptstraßeRobert-Espagne 150px L’Isle-en-Rigault 150px Saudrupt 150px Streckenführung auf der DorfstraßeHaironville 150px N° 26 Suzanne (Corpet-Louvet 534 von 1890) in Haironville. Das Bahnhofsgebäude ist noch erhalten.Rembercourt-aux-Pots 150px N° 11 Bar-le-Duc war eine B'1-Lok von Corpet-Louvet (Werks-Nr. 599 von 1894). Das Bahnhofsgebäude ist noch erhalten.Condé-Génicourt Hargeville 150px Vavincourt Saint-Christophe bei Vavincourt, Forêt de Massonge Chemin de Fer Historique de la Voie Sacrée Canal de la Marne au Rhin 150px Die im Hintergrund gezeigte Eisenbahnbrücke führte diagonal über den Kanal. Nicht erhalten. Bar-le-Duc 150px Bahnhofsgebäude mit einem militärischen Pferdekrankenwagen des 6e Corps und einem Wachhäuschen, 1916. Erhalten unter der Verwaltung von Conseil Départemental de la Meuse.

Lokomotiven mini|N° 24 Aisne (Corpet 506 von 1889) und N° 30 Georges (Corpet 579 von 1893) in Lisle-en-Barrois, das auch Les Merchines genannt wurde mini|N° 30 Georges (Corpet N° 579 von 1893) in Vaubecourt auf der Strecke Haironville–Thiaucourt mini|N°55 (Corpet-Louvet 1253 von 1909) von den Chemins de Fer Économiques des Charentes (EC) auf La Meusien bei Villotte-devant-Louppy zwischen Revigny and Triaucourt

Hersteller Werks-Nr.Sébastien Jarne: Inventaire des livraisons de locomotives Corpet- et Corpet & Louvet. 30. Juni 2003. Bauart Lieferdatum Vor-/Nachbesitzer Betriebs-Nr. NameAteliers Petau à Passy C n2t 1878 Mallet-Zweizylinder-Verbundmaschinen Cie Meusienne de CF "1" – "5" Corpet 294 Cn2t 20.10.1879 Vignaud & Barbaud "La Charente" Charles Varinot "6" bis 1886 Cie Meusienne de CF "28" Corpet 362 Cn2t 10.12.1881 Allard Frères bis 1883 Cie Meusienne de CF "28" "La Ville de Neubourg" "Charente"Corpet 382 Cn2t 07.08.1882 Entreprise Charles Varinot CF de la Meuse "5" Cie Meusienne de CF "25" "Elisa"Corpet 447 C1'n2t 1885 Cie Meusienne de CF "1" "L'Aire"Corpet 448 C1'n2t 1885 Cie Meusienne de CF "2" "La Meuse"Corpet 449 C1'n2t 1885 Cie Meusienne de CF "3" "Tannois"Corpet 500 C1'n2t 10.12.1889 Exposition de Paris 1889 Cie Meusienne de CF "7" "Bernard"Corpet 506 Erst Cn2tSpäter C1'n2t 05.11.1889 Cie Meusienne de CF "4"/"24" "L'Aisne"Corpet 534 C1'n2t 10.12.1890 Département de la Meuse "6" Cie Meusienne de CF "26" "Suzanne"Corpet 535 C1'n2t 23.12.1890 Département de la Meuse "7" Cie Meusienne de CF "27" "Marguerite"Corpet 550 B1'n2t 29.03.1892 Cie Meusienne de CF "8" "Varinot"Corpet & Louvet 578 C1'n2t 28.04.1893 Cie Meusienne de CF "29" "Germaine"Corpet & Louvet 579 C1'n2t 10.05.1893 Cie Meusienne de CF "30" "Georges"Corpet & Louvet 597 B1'n2t 15.06.1894 Cie Meusienne de CF "9" "Andrée"Corpet & Louvet 598 B1'n2t 26.06.1894 Cie Meusienne de CF "10" "Verdun"Corpet & Louvet 599 B1'n2t 09.07.1894 ab 1927 Morillon, Corvol & Cie, Seine-Port Cie Meusienne de CF "11" "Bar-le-Duc"Corpet & Louvet 1230 C1't 26.06.1911 Cie Meusienne de CF "31" "Caville"Corpet & Louvet 1231 C1't 30.06.1911 Cie Meusienne de CF "32" "Pierrefitte"

Betriebsdauer der einzelnen Streckenabschnitte

StreckenabschnittFACS: Compagnie des Chemins de fer d'IL de la Meuse. Länge Spurweite Inbetriebnahme Stilllegung AnmerkungenRevigny – Couvonges11 km1000 mm18781929Couvonge – Lisle-en-Rigault9 km1000 mm18791929Später gab es auf dem Streckenabschnitt Robert-Espagne–Haironville Gleise mit 1435 mm SpurweiteLisle-en-Rigault – Haironville7 km1000 mm18811929Revigny – Laheycourt15 km1000 mm18791936Laheycourt – Triaucourt20 km1000 mm18801936Bar-le-Duc – Beauzé30 km1000 mm18911936Ein 4,2 km langer Streckenabschnitt wurde für die touristische Nutzung als Museumsbahn wiederhergestelltBeauzé – Verdun38 km1000 mm18951936Im Ersten Weltkrieg wurde eine 7,2 km lange Nebenstrecke zwischen Nixéville und Dugny gebautBeauzé – Clermont-en-Argonne22 km1000 mm18911936Rembercourt-aux-Pots – Les Merchines 4 km1000 mm18931936La-Vaux-Marie – Pierrefitte-sur-Aire12 km1000 mm19121936

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Grand Est Kategorie:Bauwerk im Département Meuse