Lupin III (jap. , Rupan Sansei) ist eine in Japan erfolgreiche Manga-Serie des japanischen Manga-Autors Monkey Punch. Die Serie, welche zum Seinen-Manga gehört, handelt von den Abenteuern des Arsène Lupin III und seinen Gefährten. Lupin III ist der Enkel des berühmten Meisterdiebs Arsène Lupin aus den Romanen von Maurice Leblanc. Neben dem Manga wurden auch zahlreiche Anime-Filme produziert.
Handlung Arsène Lupin III ist wie sein Großvater ein Meisterdieb und verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Diebstahl wertvoller Objekte. Begleitet wird Lupin dabei stets von seinem alten Bekannten Daisuke Jigen, einem meisterhaften Schützen. Eine weitere Begleiterin ist die Schönheit Fujiko Mine, der Lupin seit dem ersten Treffen hoffnungslos verfallen ist. Zwar arbeitet sie gelegentlich mit Lupin und seiner Gruppe zusammen, doch schafft sie es meistens, die Beute allein einzustreichen und die anderen im Regen stehen zu lassen. Der letzte im Bunde ist Goemon Ishikawa XIII, ein japanischer Samurai und Meister der Schwertkunst. Goemon ist im Besitz des Allmächtigen Schwertes, das alles auf der Welt mühelos durchtrennen kann.
Da Lupin ein gesuchter Dieb ist, wird er ständig vom Polizisten Koichi Zenigata verfolgt, welcher für Interpol arbeitet. Zenigata ist besessen davon, Lupin festzunehmen, allerdings gelang ihm dies bislang nur ein einziges Mal und Lupin konnte sich wieder befreien.
Charaktere ArsèneJoachim Friedmann: Sometimes Good Guys Don't wear White. In: Deutsches Filminstitut – DIF / Deutsches Filmmuseum & Museum für angewandte Kunst (Hrsg.): ga-netchû! Das Manga Anime Syndrom. Henschel Verlag, 2008. S. 226–233. ISBN 978-3-89487-607-4. Lupin III (, Rupan sansei) Er ist der Enkel des berühmten Meisterdiebs Arsène Lupin. Genau wie sein Großvater ist er ein gewitzter, durchtriebener und geschickter Meisterdieb. Seine Beuteziele sucht er sich meistens selbst aus, wobei er auch gerne andere Bösewichte beklaut. Und stets warnt er sein Ziel im Voraus. Sein Auftreten als Dieb wirkt zwar teilweise recht unprofessionell, dies ist jedoch nur Tarnung. Neben seiner hohen Intelligenz und Geschicklichkeit hat er immer kleine technische Spielereien als Hilfsmittel und für Notfälle dabei. Seine größte Schwachstelle ist seine Liebesbeziehung zu Fujiko, die ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringt.
Daisuke Jigen (, Jigen Daisuke) Daisuke ist der ständige Begleiter von Lupin und ein Meisterschütze. Mit seinem Combat Magnum Revolver trifft er dabei immer ins Schwarze, so wie mit jeder anderen Schusswaffe bis hin zur Panzerfaust. Seine Augen sind meist von seinem Markenzeichen, einem schwarzen Hut, verdeckt, was ihn noch geheimnisvoller macht.
Fujiko Mine (, Mine Fujiko) Sie ist Lupins große Leidenschaft. Auch wenn man es ihr nicht auf den ersten Blick ansieht, ist sie eine extrem schlaue und ausgekochte Person, die es versteht, ihren weiblichen Charme zu ihrem eigenen Vorteil einzusetzen. Auf Lupins Diebestouren ist sie meistens in irgendeiner Form dabei, wobei sie im Gegensatz zu Jigen Lupin gegenüber nicht loyal ist. Regelmäßig verbündet sie sich mit Lupins Gegenspieler oder dem Polizisten Zenigata, wenn es ihrem Erfolg förderlich ist. Jedoch kann Lupin sie meistens überlisten. Nur leider entkommt sie ihm dann zum Schluss mit einem Teil oder sogar der ganzen Beute.
Goemon Ishikawa XIII (, Ishikawa Goemon) Er ist ein Samurai der dreizehnten Generation und im Besitz des Allmächtigen Schwertes (, Zantetsu-ken), was wörtlich übersetzt „das Eisen schneidende Schwert“ bedeutet. Außerdem ist er Nachfahre des legendären Samurai-Diebes Ishikawa Goemon aus dem 16. Jahrhundert. Dieses Schwert ist in der Lage, alles mühelos zu durchtrennen, außer Konnyaku, eine sehr weiche japanische Speise. Goemon ist nicht regelmäßig bei Lupins Abenteuern dabei, und manchmal verfolgt er auch seine eigenen Ziele.
Koichi Zenigata (, Zenigata Kōichi) Zenigata ist Polizist bei Interpol (, Zenigata-keibu; in Synchronisationen von 2019 bis 2021 Kommissar Zenigata genannt, davor und danach Inspektor Zenigata). Sein erklärtes Ziel ist es, Lupin und seine Bande um jeden Preis zu verhaften, wobei er hierzu teilweise recht abstruse Hilfsmittel einsetzt. Jedoch gelingt es ihm eigentlich nie, Lupin dingfest zu machen, obwohl er mit dessen Genialität oft mithalten kann und es ihm ab und an gelingt, ihn temporär festzunehmen. Auf den ersten Blick mögen Zaza bzw. Väterchen (, tottsuan), wie Lupin ihn öfters liebevoll nennt, und Lupin erbitterte Feinde sein, doch verbindet sie auch eine Art Freundschaft. Wenn Lupin in einer Mission augenscheinlich getötet wird, ist Zenigata erst wieder glücklich, wenn er seinen geliebten Feind wieder verhaften kann. Sein Name ist eine Anspielung auf den Gangsterjäger Heiji Zenigata (, Zenigata Heiji) aus den Erzählungen von Nomura Kodō.
Manga Die originale Mangaserie wurde von August 1967 bis April 1972 im japanischen Mangamagazin Manga Action beim Verlag Futabasha veröffentlicht. Zunächst war sie nur für fünf Monate angelegt, wurde wegen des Erfolges jedoch verlängert. Auch sein zunächst nur für dieses Projekt angenommenes Pseudonym legte Monkey Punch danach nicht mehr ab.Animania 4/2015, S. 85. Sie erschien später gesammelt in 14 Bänden. Die Mangaserie wurde ins Italienische, Spanische und Englische übersetzt. Eine Auswahl der Geschichten erschien in Japan ab 2019 als Lupin III: Greatest Heists – The Classic Manga Collection. Diese wurde im Dezember 2022 und Dezember 2023 von Carlsen Manga auf Deutsch als Lupin III – Anthology publiziert.
Ab Juni 1977 erschien in Japan im gleichen Magazin die Fortsetzung Shin Rupan Sansei (), die weitere Abenteuer von Lupin erzählte und bis Mai 1981 lief. Die Sammelausgabe umfasste schließlich 21 Bände. Eine englische Fassung erschien bei Tokyopop unter dem Titel Lupin III: World's Most Wanted. Ab Januar erschien in Japan der Ableger Rupan Sansei S, geschrieben von Satozumi Takaguchi und gezeichnet von Shusay. Er kam ebenfalls im Manga Action bei Futabasha heraus und erschien später in einem Sammelband. 1998 startete im gleichen Magazin die Serie Rupan Sansei Y, geschrieben von Monkey Punch und gezeichnet von Manatsuki Yamakami. Sie lief bis 2004 und umfasst 20 Sammelbände.
Das Vorbild für seine Figur wählte der Autor, da er die Geschichten von Leblanc schon lange kannte und schätzte und daher ein eigenes Konzept daraus entwickeln wollte. In seinem stark vereinfachten Zeichenstil wurde Monkey Punch inspiriert von Sergio Aragones und dessen Cartoons im Mad Magazine.Fred Patten: Watching Anime, Reading Manga – 25 Years of Essays and Reviews, S. 240. Stone Bridge Press, 2004 (englisch). Zu Anfang war der Stil jedoch noch rauer, skizzenhafter und erst in der zweiten Mangaserie dann geschliffener.Mangaszene Nr. 17, S. 10 ff. In der Umsetzung war dem Künstler Detailgenauigkeit wichtig: Lupins Waffe, eine Walther P38, wird realistisch gezeigt und auch andere Waffen, die Fahrzeuge und anderes sind erkennbar echte Modelle – ebenso wie Lupins Drinks.Patten, 2004, S. 228f.
Anime Synchronisation Rolle Japanischer Sprecher (Seiyū) Deutscher Sprecher Arsène Lupin III Yasuo Yamada (1971–1994)Kanichi Kurita (seit 1995) Tommi Piper (1984)Peter Flechtner (seit 2001) Daisuke Jigen Kiyoshi Kobayashi (1971–2021)Akio Ōtsuka (seit 2021) Horst Sachtleben (1984)Tilo Schmitz (seit 2001) Fujiko Mine Yukiko Nikaido (1971–1972)Eiko Masuyama (1977–2010)Miyuki Sawashiro (seit 2011) Ingeborg Solbrig (1984)Ghadah Al-Akel (2001–2006)Sarah Riedel (seit 2019) Goemon Ishikawa XIII Chikao Ōtsuka (1971–1972)Makio Inoue (1977–2011)Daisuke Namikawa (seit 2011) Peter Reinhardt (seit 2001) Koichi Zenigata Gorō Naya (1971–2010)Kōichi Yamadera (seit 2011) Donald Arthur (1984)Stefan Staudinger (seit 2001)
Fernsehserien Die Rechte an einer Verfilmung sicherte sich bereits 1967 das Studio Tokyo Movie und begann mit der Produktion eines Kurzfilms. Der wurde jedoch wegen Auseinandersetzungen im Produktionsteam nicht veröffentlicht. Die erste umgesetzte Verfilmung des Mangas entstand dann 1971, zunächst unter der Regie von Masaki Osumi. Nach schlechten Quoten für die ersten drei Folgen wurde er durch Hayao Miyazaki und Isao Takahata ersetzt, die den Anime humorvoller umsetzten. Lupin wurde heldenhafter und tollpatschiger gezeigt, Fujiko wurde weniger hinterhältig und aus Zenigata wurde statt eines hasserfüllten Feindes ein freundschaftlicher Rivale. Wegen des weiterhin ausbleibenden Erfolgs wurde die erste Staffel nach 23 Folgen eingestellt. Die Drehbücher der Folgen schrieb Sōji Yoshikawa und Yasuo Otsuka war für das Charakterdesign und Animationsregie verantwortlich. Das produzierende Studio war Tokyo Movie. Die Serie lief von 24. Oktober 1971 bis 26. März 1972 bei Nippon Television Network.
Da die Wiederholungen der ersten Staffel zunehmend bessere Quoten erzielten, wurde 1977 eine zweite Staffel produziert, die unter dem Titel Shin Lupin III anlief. Der verantwortliche Regisseur war nun Seijun Suzuki und Hauptautor Atsushi Yamatoya. Auch in der zweiten Staffel arbeitete Hayao Miyazaki noch an zwei Folgen mit: für die Episoden 145 und 155 schrieb er unter seinem Pseudonym Tsutomu Teruki das Drehbuch. Das Charakterdesign lag bei Takeo Kitahara. Die Ausstrahlung der Serie erfolgte vom 3. Oktober 1977 bis zum 6. Oktober 1980 bei Nippon Television.
Eine dritte Staffel entstand unter der Regie von Yuzo Aoki und Autor Junichi Iioka. Das Charakterdesign entwarfen Hidetoshi Owashi, Shingo Araki, Tatsuo Yanagino und Yuzo Aoki; die künstlerische Leitung lag bei Tsutomu Ishigaki. Die Erstausstrahlung erfolgte vom 3. März 1984 bis zum 28. September 1985 bei Nippon Television.
Die meisten Geschichten der Animefolgen basierten auf dem Manga. Innerhalb der 2. Staffel wurde jede Woche eine neue Folge im japanischen Fernsehen gesendet. Auch war sie eine der ersten Serien, die zumindest teilweise in Stereo ausgestrahlt wurden.
2012 produzierte TMS Entertainment die Fernsehserie Lupin III.: The Woman Called Fujiko Mine (LUPIN the Third – ) die vom 5. April bis 28. Juni 2012 nach Mitternacht (und damit am vorigen Fernsehtag) auf NTV (Nippon TV) erstausgestrahlt wurde. Regie führte Sayo Yamamoto. Zur Serie erschienen drei Spin-off-Filme (OVAs) mit jeweils Jigen, Goemon und Fujiko im Hauptfokus. 2015 folgte eine weitere Fernsehserie unter dem Titel Lupin III.: Part 4, die bei Telecom Animation Film entstand und hauptsächlich in Italien spielt. 2018 erschien mit Lupin III.: Part 5 ( PART5) eine weitere Serie die diesmal hauptsächlich in Frankreich spielt.
Jede der erschienenen Animestaffeln kann leicht anhand der Farbe von Lupins Jackett identifiziert werden, denn in jeder Staffel hatte sein Jackett eine andere Farbe, welche auch in den Filmproduktionen beibehalten wurde. Daher kann aufgrund der Jackettfarbe die Handlungszeit jedes Films mit ein paar Ausnahmen innerhalb Lupins Karriere eingeordnet werden:
1971–1972: Lupin III.: Part 1 – 1. Staffel, 23 Folgen: grünes Jackett, gelbe Krawatte 1977–1980: Lupin III.: Part 2 – 2. Staffel, 155 Folgen: rotes Jackett, rosafarbene Krawatte 1984–1985: Lupin III.: Part 3 – 3. Staffel, 50 Folgen: pinkes Jackett, orange Krawatte 2012: Lupin III.: The Woman Called Fujiko Mine – Vorgänger zur 1. Staffel, 13 Folgen + 3 OVA: grünes Jackett, 2015–2016: Lupin III.: Part 4 – 4. Staffel, 26 Folgen: blaues Jackett, rote Krawatte 2018: Lupin III.: Part 5 – 5. Staffel, 24 Folgen + 1 OVA: blaues Jackett, pinke Krawatte 2021–2022: Lupin III.: Part 6 – 6. Staffel, 25 Folgen: grünes Jackett, gelbe Krawatte
Musik Takeo Yamashita komponierte den Soundtrack der ersten Staffel. Die Vorspannlieder sind: Lupin Sansei Sono 1 von Charlie Kosei, Afro Lupin '68 von Charlie Kosei mit Yasuo Yamada, Lupin Sansei Sono 3 von Yoshiro Hiroishi mit Goro Naya sowie Lupin Sansei Sono 3 von Yoshiro Hiroishi. Der Abspann wurde unterlegt mit Lupin Sansei Sono 2 von Charlie Kosei.