mini|Reinhard Stangl (2014) Reinhard Stangl (* 1950 in Leipzig) ist ein deutscher Maler. Über Kunstkreise hinaus wurde er durch den Weimarer Bilderstreit und seine Beteiligung an einem nicht umgesetzten Entwurf für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin bekannt.

Leben Stangl studierte Malerei an Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Ronald Paris, Hans Baltzer und José Renau und dann von 1972 bis 1977 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Danach arbeitete in Berlin-Lichtenberg als freischaffender Künstler. Er war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.1980 verließ er die DDR um nach Berlin-Kreuzberg umzusiedeln. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Stangl vielfach auch lehrend und organisierend tätig, u. a. gehört er zu den Mitbegründern der 1. Berliner Sommerakademie, ab 1990 hielt er eine Gastprofessur an der Hochschule der Bildenden Künste Berlin und 1983 eine Gastprofessur an der Hochschule für Gestaltung in Hamburg. Er war Vorsitzender des Kunstfördervereins Kunsthalle Luckenwalde und von 2006 bis 2008 Vorsitzender des Vereins Kulturpark Berlin.

Er lebt in Berlin und Brasilien.

„Weimarer Bilderstreit“ von 1999 Der Weimarer Bilderstreit war ein Zwist, der 1999 zwischen Künstlern und Ausstellungsmachern der Ausstellung Aufstieg und Fall der Moderne entbrannte. Die Inszenierung der Künstler mit DDR-Vergangenheit wurde von manchen als respektlos und als gleichgestellt zu Künstlern aus der Nazizeit empfunden. Stangl entfernte seine Bilder aus der Ausstellung.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas Bei dem Wettbewerb für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin gewann der Entwurf von Christine Jackob-Marks, Hella Rolfes, Reinhard Stangl und Hans Scheib den ersten Preis. Eine Jury unter Vorsitz von Walter Jens kürte deren Konzept einer ansteigenden Betonplatte, auf der 18 Gesteinsbrocken verteilt werden sollten. Auf dieser begehbaren Grabplatte sollten die Namen von 4,2 Millionen jüdischen Holocaustopfern verzeichnet werden. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl lehnte diesen Entwurf jedoch ab. In einem neuen Wettbewerb 1997 wurde dann der Entwurf von Peter Eisenman ausgewählt und umgesetzt.

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen 1979: Leonardi-Museum Dresden (mit Volker Henze und Hans Scheib) 1987: Café Mora, Bildbeschreibung, Berlin 1995: Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf; Samuels Baumgarten Galerie, Bielefeld 1998: Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin 2000: Kunstverein Regierungspräsidium, Dresden 2002: TSM-Galerie, Deutsch-Georgische Gesellschaft, Tiblisi, Georgien; Château d’Attalens (Schweiz); Samuels Baumgarten Galerie, Biefeld 2007: San Lorenzo arte, Poppi; Kunsthalle, Luckenwalde 2010: Kunstmuseum Kloster unser lieben Frauen Magdeburg, Magdeburg; Galerie Gegenwart, Karlsruhe-Durlach 2018: MAERZ contemporary, Norwegen 2019: Sandau & Leo Galerie, Berlin 2020: Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön, Plön; Ines Schulz Contemporary Art, Dresden; Galerie Wild, Zürich 2022: Galerie Schmalfuss, Berlin 2024: alles in allem, Kunsthaus Taunusstein, Taunusstein

Ausstellungsbeteiligungen

1978: Frankfurt („Junge Künstler der DDR“) 1979: Berlin, Bezirkskunstausstellung

1986: Malstrom, mit Ralf Kerbach, Helge Leiberg, Hans Scheib und Cornelia Schleime, Haus am Waldsee, Berlin; Kunstverein Mannheim; Galerie Achenbach, Amsterdam 1990: Albertinum, Dresden 1991: Deichtorhallen, Hamburg; Goethe-Institut Neapel 1993: Workshop und Ausstellung in Maceió; Weiße Fahne, gebranntes Kind, Watzmann, mit Peter Herrmann und Hans Scheib, Kloster unser lieben Frauen Magdeburg Magdeburg; Kunstamt Wedding, Berlin 1996: Haus am Waldsee 50 Jahre Haus am Waldsee, Berlin; Carré Sante Anne, Montpellier, Trois Artistes Berlinios, mit Peter Herrmann und Hans Scheib; Frankreich 1998: Kunsthalle Bonn, 100 Jahre Kunst im Aufbruch 2000: New York Independent Art Fair, New York 2005: Martin-Gropius-Bau, Focus Istanbul, Berlin; Salon de Arte Hebraica, São Paulo, Brasilien 2006: Nationalgalerie Tiblissi, Pirosmanis Tisch, Georgien 2007: KIAF Leo.Coppi Galerie. Seoul 2008: International Art Biennale, Peking; Kunstverein Regensburg, Regensburg; Art Karlsruhe; 2010: Breakthrough Projekt, 10 Berliner Künstler, Nashville, John-Seigenthaler-Center; Aspen-Institut; Washington D.C.; Edison-Place-Gallery, San Antonio, Chicago – USA; Kunsthalle Brennabor, Brandenburg 2012: Galerie Arte Istanbul, Istanbul 2015: Museo de Arte Contemporáneo de Santiago – Chile 2016: Martin-Gropius-Bau, Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976 - 1989, Berlin 2013: Sinkflug, Rio de Janeiro 2017: Frankfurt Rathaushalle, Frankfurt-Oder 2019: Museum der bildenden Künste – MdbK, Point of No Return, Leipzig; The Bahia Museum of Art, Salvador; 2019: Centro Cultural Metropolitano Quito, La Red de la vida 2024: Die schöne 27.April, di Galerie, Berlin

Werke in öffentlichen Sammlungen Sammlung des Deutschen Bundestages Sammlung Land Baden-Württemberg Stadt Hannover Stadt Weinheim Dresdner Bank Weberbank Sammlung der Berliner Volksbank Sammlung Haberent, Berlin Berlinische Galerie Stiftung Stadt-Museum Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn

Weblinks Website von Reinhard Stangl Biografie auf Artnet

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann