Die Ethologische Gesellschaft e. V. (auch Ethological Society) ist ein eingetragener Verein und eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die gegründet wurde, um die Verhaltensbiologie (auch Ethologie) in der Forschung, Lehre und Öffentlichkeit zu fördern. Seit ihrer Gründung am 10. Oktober 1978 in der Schweiz durch Christiane Buchholtz, Karl-Ludwig Damm, Dierk Franck, Herbert Groß, Georg Rüppell, Norbert Krischke und Jakob Parzefall wird die Gesellschaft von Verhaltensbiologen geführt. Stand Juni 2022 hat sie ca. 400 Mitglieder. Die Gesellschaft veröffentlicht zweimal im Jahr ein Rundschreiben, die EthoNews, mit internen Informationen, bevorstehenden Veranstaltungen, Konferenzberichten, Buchempfehlungen und Forschungsnews. Außerdem ist die Gesellschaft mit der internationalen Fachzeitschrift Ethology verbunden; die jeweiligen Chefredakteure sind Teil des Vorstands. Die Gesellschaft ist eine gemeinnützige Organisation, die den größten Teil ihres Einkommens für die Unterstützung ihrer Mitglieder, Konferenzen und Forschungsprojekte ausgibt.

Konferenzen Die Ethologische Gesellschaft e. V. veranstaltet eine jährliche Tagung, welche jeweils von anderen Mitgliedern der Gesellschaft veranstaltet wird. Beispielsweise wurde die Tagung im Jahr 2016 vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen organisiert. In Zusammenarbeit mit der British Association for the Study of Animal Behaviour (ASAB) veranstaltet die Gesellschaft des Weiteren die Europäische Konferenz für Verhaltensbiologie (ECBB), welche alle zwei Jahre stattfindet . Darüber hinaus finanziert die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Sektion „Verhaltensbiologie“ der Deutschen Zoologischen Gesellschaft das jährliche Graduiertenkolleg .

Auszeichnungen Die Ethologische Gesellschaft e. V. verleiht alle zwei Jahre den Tinbergen-Preis an herausragende junge Forschende in der Verhaltensbiologie. Der Preis ist nach Nikolaas Tinbergen benannt, einem niederländischen Biologen, der das Gebiet der Verhaltensbiologie geprägt hat und der für seine Arbeit 1973 zusammen mit Karl von Frisch und Konrad Lorenz den Nobelpreis für Medizin erhielt. Um herausragende wissenschaftliche Präsentationen von Nachwuchsforschenden zu fördern, vergibt die Gesellschaft auf ihrer Jahrestagung den Gwinner Preis. Der Preis ist nach Eberhard Gwinner benannt, einem deutschen Biologen, der Pionierarbeit auf dem Gebiet der Verhaltensbiologie geleistet hat.

Präsidenten (Vizepräsidenten) Jahr Präsidenten (Vizepräsidenten)2023–2024Claudia Fichtel (Wolfgang Goymann) 2021–2022 Claudia Fichtel (Wolfgang Goymann) 2019–2020 Thomas Bugnyar (Claudia Fichtel) 2017–2018 Thomas Bugnyar (Claudia Fichtel) 2015–2016 Peter Kappeler (Thomas Bugnyar) 2013–2014 Peter Kappeler (Thomas Bugnyar) 2011–2012 Redouan Bshary (Peter Kappeler) 2009–2010 Redouan Bshary (Peter Kappeler) 2007–2008 Fritz Trillmich (Redouan Bshary) 2005–2006 Michael Taborsky (Fritz Trillmich) 2003–2004 Michael Taborsky (Fritz Trillmich) 2001–2002 Norbert Sachser (Michael Taborsky) Jahr Präsidenten (Vizepräsidenten) 1999–2000 Norbert Sachser (Michael Taborsky) 1997–1998 Jürg Lamprecht (Norbert Sachser) 1995–1996 Dietrich von Holst (Jürg Lamprecht) 1993–1994 Dietrich von Holst (Klaus Peschke) 1991–1992 Heinz-Ulrich Reyer (Klaus Peschke) 1989–1990 Eberhard Curio (Heinz-Ulrich Reyer) 1987–1988 Eberhard Curio (Heinz-Ulrich Reyer) 1985–1986 Dierk Franck (Dietrich von Holst) 1983–1984 Dierk Franck (Dietrich von Holst) 1981–1982 Christiane Buchholtz (Dierk Franck) 1979–1980 Christiane Buchholtz (Dierk Franck)

Tinbergen-Preisträger Jahr Tinbergen-Preisträger2022 Manon Schweinfurth 2020 Lysanne Snijders 2018 Jorg Massen 2016 Alexander Kotrschal 2014 Erica van de Waal 2012 Barbara Caspers 2010 Katharina Hirschenhauser 2008 Oliver Krüger 2006 Thomas Bugnyar Jahr Tinbergen Preisträger 2004 Sabine Tebbich 2002 Redouan Bshary 2000 Ingo Schlupp 1998 Martin Wikelski 1996 Claus Wedekind 1992 Anne-Kathrin Eggert 1990 Theo Bakker 1988 Carel ten Cate

Ehrenmitglieder Gerald Baerends Christiane Buchholz Eberhard Curio Serge Daan Dierk Franck Dietrich von Holst Barbara König Konrad Lorenz Norbert Sachser Piet Sevenster Günter Tembrock Nikolaas Tinbergen Fritz Trillmich

Literatur Dierk Franck: Eine Wissenschaft im Aufbruch. Chronik der Ethologischen Gesellschaft 1949–2000. Bonifatius, Paderborn 2008, ISBN 978-3-00-022398-3.

Belege

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