Samin () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Dąbrówno (Landgemeinde Gilgenburg) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode in Ostpreußen).

Geographische Lage Samin liegt am Ostufer des Jezioro Piekiełko südöstlich des Jezioro Dąbrowa im Südwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 26 Kilometer südlich der Kreisstadt Ostróda (). mini|Der Jez. Dąbrowa bei Samin Geschichte Ortsgeschichte 1416 wurde unweit des Sees ein Gut errichtet,ostpreussen.net: Samin - Seemen das als späterer Gutsbezirk Seemen neben der Landgemeinde gleichen Namens bis 1928 bestand,Dietrich Lange: Seemen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) selbst aber erst 1945 aufgegeben werden musste. Am 7. Mai 1874 wurde der Amtsbezirk Seemen im Kreis Osterode in Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen errichtet.Rolf Jehke: Amtsbezirk Seemen mini|Storchennest in Samin Im Jahre 1910 zählte der Gutsbezirk Seemen 223, das Dorf 132 Einwohner. Ihre Gesamtzahl – auch die Ortsteile Marienhain (polnisch Lasek) und Schönwäldchen (Saminek) eingeschlossen – belief sich 1933 auf 548 und 1939 auf 628.Michael Rademacher:

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt werden musste, war auch Seemen davon betroffen. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Samin“ und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Dąbrówno (Landgemeinde Gilgenburg) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode in Ostpreußen), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2011 zählte Samin 535 Einwohner.

Amtsbezirk Seemen (1874–1945) Zum Amtsbezirk Seemen gehörten anfangs fünf Orte, am Ende war es nur noch Seemen selbst: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Fiugaiken Fiugajki 1928 in die Landgemeinde Taulensee im Amtsbezirk Marwalde umgegliedert Gilgenburg, Schloss/Mühle Zamkowy Młyn 1885 in die Stadt Gilgenburg eingegliedert Schönwäldchen Saminek 1928 in die Landgemeinde Seemen eingegliedert Seemen (Landgemeinde) Samin Seemen (Gutsbezirk) 1928 in die Landgemeinde Seemen eingegliedert

Gut Seemen Das 1416 eingerichtete Gut gehörte im 17. und 18. Jahrhundert bis zu seiner Versteigerung 1831 zum Grundbesitz der Finck von Finckenstein in Gilgenburg (polnisch Dąbrówno). Danach war es Eigentum der Familie Negenborn. Der Gutsbetrieb verfügte um die Wende 19./20. Jahrhundert über 472 von ehemals 883 Hektar Land. Ihm gehörte neben einer Brennerei noch eine Molkerei und eine Mühle.

Das auf einer Anhöhe gelegene Gutshaus wurde 1890 gebaut. 1900 erweiterte man es um einen Seitentrakt mit einem Viertelgeschoss. Noch heute gibt es die hölzerne Eingangslaube an der Frontseite. Aus den einst offenen, überdachten Terrassen hat man geschlossene Veranden gemacht. Der Gutspark erstreckt sich bis zum See. Vom Gutsfriedhof existieren noch Überreste.

Kirche Evangelisch Bis 1945 war Seemen in die evangelische Kirche Gilgenburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 498 Heute gehört Samin zur Kirche in Gardyny ((Groß) Gardienen), einer Filialkirche der Heilig-Kreuz-Kirche Nidzica (Neidenburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholisch Nach Gilgenburg gehörte Seemen vor 1945 auch katholischerseits, danach als Samin dann zu Dąbrówno. Seit 1996 ist das Dorf eine selbständige Pfarrei (polnisch Parafia) mit eigener Kirche,Parafia Samin: Rzymskokatolica Parafia NMP Nieustającej Pomocy w Saminie zu der auch Grunwald (Grünfelde) gehört. Die Pfarrei ist Teil des Dekanats Grunwald im Erzbistum Ermland.

Verkehr Samin liegt an der vielbefahrenen Woiwodschaftsstraße 542, die das einstige Soldauer Gebiet mit der Region Ostróda (Osterode in Ostpreußen) verbindet und auch einen Anschluss zur Schnellstraße S 7 bei Rychnowo (Reichenau) herstellt. Zwei Nebenstraßen aus der näheren Umgebung enden außerdem in Samin. Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.

Persönlichkeiten Aus dem Ort gebürtig Harry Ristock (* 20. Januar 1928 in Seemen), deutscher Politiker (SPD), Berliner Senator († 1992)

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Samin (mit Schönwäldchen)

Einzelnachweise

Kategorie:Gegründet 1416 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Dąbrówno